Ein Smartphone ist nicht mehr nur ein Telefon, für viele ist es das Tor zur digitalen Welt schlechthin. Fast jeder besitzt eines und ein Alltag ohne ist für die allermeisten kaum noch vorstellbar. Für Viele klappt die Einbindung des Smartphones ins tägliche Leben problemlos. Andere müssen sich erst an digitale Routinen und Vorgehensweisen gewöhnen. Vor allem ältere Menschen tun sich häufiger schwerer damit. Was bleibt, ist die Frage, wie Seniorinnen und Senioren die bestmögliche Erfahrung machen, wenn sie sich dafür entscheiden, ein Smartphone zu nutzen.
Wie mache ich mein Smartphone seniorengerecht? Diese Möglichkeiten gibt es
Generell gibt es mehrere Möglichkeiten – die erste besteht im Kauf eines seniorengerechten Smartphones. Diese Geräte sind speziell für ältere Menschen und deren Bedürfnisse konzipiert, vor allem bei der Bedienung. Eine weitere Option ist die Nutzung eines normalen Smartphones. Die beiden geläufigsten Betriebssysteme Android von Google und iOS von Apple bieten inzwischen umfassende Möglichkeiten, Einstellungen individuell auf die Anforderungen der Nutzerinnen und Nutzer zuzuschneiden. Zur Verfügung steht eine große Palette an Bedienungshilfen.
Wie mache ich mein Smartphone seniorengerecht – diese Einstellungsmöglichkeiten gibt es
Zur perfekten Anpassung an die Bedürfnisse eines älteren Menschen verfolgt man zwei übergeordnete Ziele: Einerseits soll die Darstellung und Bedienung vereinfacht werden, um möglicherweise altersbedingtes Nachlassen sensorischer Fähigkeiten auszugleichen. Die zweite Zielsetzung ist die Reduzierung von Komplexität bei Funktionen und Einstellungsmöglichkeiten. Die Balance dazwischen ist wichtig, denn die Gründe, warum sich Senioren mit Smartphones schwertun, können sehr unterschiedlich sein.
Welche Einstellungen dafür zur Verfügung stehen, hängt davon ab, welches Betriebssystem ein Smartphone hat. Generell kann man sagen, dass sich Seniorinnen und Senioren mit größeren Bildschirmen oft leichter tun, da die Inhalte so großflächiger und übersichtlicher dargestellt werden.
Wie mache ich mein Smartphone seniorengerecht – diese Möglichkeiten bieten Android-Smartphones
Anders als iOS ist die Android-Landschaft sehr heterogen. Verschiedene Hersteller lassen das System unterschiedlich aussehen und implementieren nicht immer die gleichen Funktionen. Eine pauschale Vorgehensweise gibt es daher nicht. Ein Smartphone-Produzent mit großem Marktanteil ist Samsung. Dieser bietet eine große Palette an Einstellungsmöglichkeiten, die sinnvoll sind, ein Smartphone seniorengerecht einzurichten. Dazu gehört ein „Einfacher Modus“. Dessen Aktivierung wirkt auf zwei Ebenen gleichzeitig: Die Darstellung des Startbildschirms wird vergrößert und vereinfacht. Samsung weist zusätzlich auf die Konfigurationsmöglichkeit hin, dass nicht gleich jede kleinste Berührung des Bildschirms eine Aktion auslöst, sondern längeres Drücken notwendig ist. Der Kontrast ist darüber hinaus ebenfalls einstellbar, um die Symbole auf dem Display besser erkennen zu können. Samsung empfiehlt des Weiteren, die Funktionen bei „Verbesserung der Sichtbarkeit“ zu verwenden. Dazu gehören „Bildschirmzoom“, „Kontrastreiche Schriftarten“ und „Kontrastreiche Tastatur“. Analog zum Sehen gibt es ähnliche Einstellungen zum Hören, im Bereich „Verbesserungen für das Hören“. Je nach Modell des Smartphones ist sogar die Koppelung eines Hörgeräts möglich. Töne wie eine Klingel erkennt das Smartphone dann und informiert den Besitzer, wenn jemand an der Haustüre läutet. Samsung bietet auch Möglichkeiten, Smartphones per Sprache zu bedienen. Bei diesen Funktionen ist Vorsicht geboten, denn Sprachassistenten sind oft noch nicht ausgereift und führen daher mitunter leicht zu Verwirrung – genau das, was man bei einem seniorengerechten Smartphone eigentlich vermeiden möchte. Viele dieser Einstellungsmöglichkeiten stehen bei anderen Herstellern von Android-Smartphones in gleicher oder ähnlicher Form ebenfalls zur Verfügung.
Wie mache ich mein Smartphone seniorengerecht – diese Möglichkeiten bieten iPhones
Bei Apples iPhones sind die Schritte zur individuellen Konfiguration einheitlicher. Was bei Android der einfache Modus ist, leistet bei iPhones der sogenannte „Unterstützender Zugriff“. Er vereinfacht die Darstellung radikal. Angezeigte Elemente werden deutlich größer und übersichtlicher dargestellt. Außerdem entfallen komplizierte und nicht unbedingt benötigte Funktionen in der Anzeige. Apple weist auch darauf hin, dass anstelle von Text gut erkennbare, visuelle Darstellungen möglich sind. Ein zusätzliches Merkmal dieses Betriebsmodi ist die Einrichtung. Eine weitere, technisch versierte Person soll idealerweise bei der Anpassung an die eigenen Bedürfnisse Unterstützung leisten. Zu finden ist die Aktivierung unter „Bedienungshilfen“ im Bereich „Einstellungen“. Im weiteren Verlauf der Einstellungen wird die Anzeige ausgewählt. Zur Auswahl steht eine Listenansicht oder große, viereckige Kacheln. Auch die Apps, die in dem Modus zugänglich sind, müssen festgelegt werden. Die Einrichtung macht zwar einmalig ein bisschen Aufwand, hilft aber im Gegenzug, das Smartphone seniorengerecht auf die Bedürfnisse jeder Einzelnen und jedes Einzelnen zuzuschneiden.
Wer diesen Modus nicht nutzen möchte, hat noch andere Alternativen. Im Bereich „Bedienungshilfen“ steht auf iPhones eine lange Liste an weiteren Einstellungen bereit. In den Kategorien „Sehen“, „Physisch und motorisch“, „Hören“ und „Sprechen“ ist es möglich, das Gerät detailliert an persönliche Befindlichkeiten anzupassen.
Wie mache ich mein Smartphone seniorengerecht – neuer Startbildschirm
Sollte man über ein Android-Gerät verfügen und der Hersteller keinen passenden Modus implementiert haben, mit dem das Smartphone seniorengerecht eingerichtet werden kann, gibt es noch eine dritte Option. Unter Android ist es möglich, den Startbildschirm zu verändern. Der Vorteil liegt auf der Hand: Das Erscheinungsbild ändert sich erheblich, zum Beispiel durch größere Symbole und kontrastreichere Darstellungen. Außerdem sind überflüssige Apps dann unsichtbar, was der Übersichtlichkeit sehr zugutekommt. Eine bekannte Anwendung, die auf diese Weise Android-Smartphones seniorengerecht macht, ist „BIG Launcher“. Die App muss man als Einmalkauf erwerben. Mit rund 10 Euro nach dem Ende der Testphase schlägt sie aber nicht allzu sehr zu Buche. Positiv ist vor allem die Nutzbarkeit auf alten Smartphones.
Eine weitere Alternative zur seniorengerechten Einrichtung eines Smartphones ist der Kauf eines speziellen Senioren-Smartphones. Diese Geräte sind von Grund auf an die Bedürfnisse von Senioren angepasst und erfordern keine aufwendigen, nachträglichen Konfigurationen mehr.
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