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Was sind Smart Glasses? Das müssen Sie über die Brillen mit Kamera wissen

Technik

Was sind Smart Glasses? Das müssen Sie über die Brillen mit Kamera wissen

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    Was sind Smart Glasses und sind sie in Deutschland überhaupt erlaubt? Alle Infos zu den smarten Brillen gibt es hier.
    Was sind Smart Glasses und sind sie in Deutschland überhaupt erlaubt? Alle Infos zu den smarten Brillen gibt es hier. Foto: Christoph Dernbach, dpa (Symbolbild)

    Smart Glasses, was ist das eigentlich? Die kurze Antwort: Brillen mit zusätzlichen, computergestützten Funktionen. „Glasses“ ist lediglich die englische Bezeichnung für Brille. „Smart“ bedeutet in dem Kontext so viel wie schlau, clever oder intelligent. Die Analogie zu „Smartphones“ ist damit keinesfalls Zufall. Anders als es der momentane Hype nahelegt, gibt es smarte Brillen auch schon seit knapp 12 Jahren. 2016 waren sie auch in Deutschland schon ein wichtiges Thema bei den Techniktrends.

    Eine der ersten richtigen smarten Brillen kam von Google. Die vom Suchmaschinenriesen als „Google Glass“ bezeichnete Brille wurde 2012 der Öffentlichkeit vorgestellt. Ab 2014 war sie auch für Verbraucher verfügbar. Die Einzahl „Glass“ war bewusst gewählt, da es nur ein technisches Element gab, das dem Träger Informationen ins Sichtfeld projizierte. Im Unterschied zu den Smart Glasses von heute sah Googles erstes Modell noch auffällig genug aus, damit man schnell erkennen konnte, dass es sich um ein technisches Gerät handelt, das jemand auf der Nase trägt.

    Wie funktionieren Smart Glasses?

    Der Begriff Smart Glasses hat auf dem heutigen Markt keine feststehende Definition. Gemeinsam ist allen Computerbrillen, dass sie zu den sogenannten „Wearables“ zählen – technische Geräte, die am Körper getragen werden. Im Grund sind Smart Glasses Brillen, die mit einem kleinen Computer und Sensoren ausgestattet sind. Damit können Sie den Trägerinnen und Trägern eine Vielzahl an Funktionen zur Verfügung stellen, oft mit zusätzlicher Unterstützung von KI. Das bedeutet aber nicht, dass alle smarten Brillen die gleichen Funktionen haben. Einige der intelligenten Brillen können Informationen in das Sichtfeld der Träger einblenden und verfügen damit über eine Art Display für den Nutzer. Damit können sie in vielen Situationen die Trägerin oder den Träger helfend zur Seite stehen und zum Beispiel bei der Navigation unter die Arme greifen. Dies wird oft auch als AR-Anwendung bezeichnet. Andere Brillen können nur Audio- und Videoaufnahmen machen. Die genauen Funktionen sind je nach Modell unterschiedlich und hängen davon ab, wofür die Brille konzipiert ist.

    Metas Smart Glasses - das hat es mit den KI-Brillen auf sich

    Die im Moment am stärksten verbreiteten smarten Brillen stammen aus dem Hause Meta. Der Facebook-Konzern verkauft sie unter den Markennamen Ray-Ban und Oakley sowie inzwischen auch unter dem eigenen Namen. Ihre Kernfunktionen sind Audio- und Videoaufnahmen, die man mit ihnen von seiner Umgebung machen kann. Informationen einblenden können die in Deutschland momentan verfügbaren Modelle nicht, aber mithilfe von KI dem Träger helfen, sich in seiner jeweiligen Situation besser zurechtzufinden. Die Anbindung an künstliche Intelligenz ist bei ihnen wesentlich.

    Funktionale Überschneidungen gibt es mit den smarten Brillen von anderen Herstellern wie Brilliant Labs. Das Unternehmen aus Singapur bezeichnet sein Produkt selbst als „Open Source AI glasses“. Anders als bei den Meta-Brillen handelt es sich um eine quelloffene Plattform, ebenfalls mit Fokus auf KI-Funktionen.

    Ein weiterer Anbieter ist XREAL. Die One Pro wird bewusst als AR-Brille vermarktet, da sie selbst auch Einblendungen in das Sichtfeld liefern kann und in Sachen Hardware-Ausstattung heraussticht.

    Neben Meta, Brilliant Labs und XREAL gibt es einige weitere Hersteller, die hier nicht alle einzeln genannt werden können.

    Warum Smart Glasses gerade jetzt boomen

    Während Google Glass zum Zeitpunkt ihres Erscheinens noch ein Nischenprodukt für Technik-Fans war, rücken moderne smarte Brillen immer weiter in die Mitte der Gesellschaft. Warum ist das so? Es treffen sich zwei Trends: einerseits der technische Fortschritt, der es erlaubt, immer kompaktere und damit angenehmer zu tragende Brillen mit gleichzeitig immer mehr Funktionen zu bauen. Parallel dazu kommen stetig leistungsfähigere KI-Systeme hinzu, die es ermöglichen, die mit den Sensoren der smarten Brillen aufgenommenen Informationen auf eine Art zu verarbeiten und auszuwerten, die für die Träger greifbare Mehrwerte schafft.

    Sind Smart Glasses in Deutschland erlaubt?

    Ja, smarte Glasses sind in Deutschland prinzipiell erlaubt. Vor wenigen Wochen gab es eine Kontroverse, als die Organisation HateAid Strafanzeige gegen Meta gestellt hat. Der Vorwurf lautete, dass die Brillen gegen das Telekommunikation-Digitale-Dienste-Datenschutz-Gesetz (TDDDG) verstießen. Als Alltagsgegenstände getarnt, wären sie faktisch dazu bestimmt, unbemerkte Dritte mit ihren Audio- und Videosensoren aufzunehmen. Zwar gibt es eine LED-Anzeige, die anzeigen soll, wenn eine Brille gerade im Aufnahmemodus ist. Die meisten Nutzer würden bei einer Brille aber keine Aufnahme erwarten. Die Bundesnetzagentur hält ein Verbot zum jetzigen Zeitpunkt aber ausdrücklich für nicht notwendig. Öffentliche Veranstaltungen unterbinden die Nutzung dieser Art von Brillen allerdings teilweise mit ihrem Hausrecht.

    Meta scheint das Problem inzwischen als gewichtiger zu bewerten und geht nun deutlich konsequenter gegen Maßnahmen zur Deaktivierung oder Verschleierung der LED-Anzeige an seinen Brillen vor.

    Was kosten Smart Glasses in Deutschland?

    Ein aus Kundensicht wichtiger Punkt ist auch die Frage nach dem Preis intelligenter Brillen. Dieser ist stark davon abhängig, was die Brille bietet. Meta positioniert seine smarten Sehhilfen mit knapp unter 250 Euro am unteren Ende der Preisskala. Etwas darüber liegt mit 399 US-Dollar plus Steuern und Zoll die Brilliant-Labs-Brille. Spürbar höherpreisig ist die XREAL mit der Pro One unterwegs, die gegenwärtig 599 Euro kostet. Anders als Brillen des Facebook-Konzerns Meta kann diese aber auch hochwertige Einblendungen im Sichtfeld erzeugen und verfügt über eine komplexere Hardware.

    Wo kann man smarte Brillen kaufen?

    Alle Brillen lassen sich online erwerben. Die Modelle aus dem Hause Ray-Ban und Oakley gibt es auch im stationären Einzelhandel in Optikerläden. Auch von Mobilfunkanbietern werden sie teilweise angeboten. Es wird empfohlen, sich vor dem Kauf genau zu informieren.

    Smart Glasses mit Sehstärke – das ist möglich

    Bei Brillen ohne Projektionsfunktion in das Sichtfeld können oft die gleichen Gläser verwendet werden, wie bei einer normalen Brille. Komplizierter wird es bei Geräten, die eine dezidierte AR-Funktionalität vorweisen können. Dort sollte man im Vorfeld konkret bei dem Hersteller anfragen, welche Optionen für Gläser mit Sehstärke möglich sind.

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