Bis man einen Hund vom Züchter abholen kann, können Wochen bis Monate vergehen. Geht eine Tier-Adoption aus dem Tierheim schneller und kann man einen Hund aus dem Tierheim sogar direkt mitnehmen?
Kann man einen Hund aus dem Tierheim direkt mitnehmen?
Die Kurzantwort lautet: Nein. Bevor Sie einen Hund aus dem Tierheim adoptieren können, müssen Sie einige Dinge beachten. Grundsätzlich gilt häufig, dass Sie für eine Adoption mindestens 18 Jahre alt sein müssen, ein stabiles Einkommen vorweisen können und einen geeigneten Wohnraum haben – im Falle einer Mietwohnung benötigen Sie die schriftliche Zustimmung des Vermieters. Für manche Hunderassen sollten Sie außerdem Erfahrung mit Hunden mitbringen. Das schreibt zumindest die Tiervermittlungswebsite Balu.
Der Deutsche Tierschutzbund hat außerdem eine Übersicht zu den gängigen Schritten bis zur endgültigen Haustier-Vermittlung veröffentlicht. Bevor Sie ein Tier mit nach Hause nehmen können, sind noch Formalitäten zu erledigen. Zudem prüft das Tierheim, ob es in ein sicheres und verantwortungsvolles Zuhause vermittelt wird.
- In erster Instanz kann es sein, dass das Tierheim mittels eines Fragebogens herausfinden möchte, ob das Tier zu Ihnen passt oder das passende Tier für Sie finden.
- Beim ersten Termin im Tierheim folgt ein Gespräch mit dem Team vor Ort und Sie schauen sich gemeinsam verschiedene Tiere an. Die Mitarbeitenden geben Ihnen Hinweise zu den Besonderheiten der Schützlinge und erkundigen sich nach den Haltungsbedingungen bei Ihnen zu Hause. Wenn ein passendes Tier dabei ist, besteht auch die Möglichkeit, einander kennenzulernen.
- Im Anschluss besprechen Sie den weiteren Ablauf der Vermittlung. Je nach Tierart und Tier können noch zusätzliche Kennenlerntermine im Tierheim, Spaziergänge mit dem Hund oder ein Hausbesuch bei Ihnen stattfinden. So lässt sich überprüfen, ob alles gut zusammenpasst oder ob die Fachkräfte Ihnen noch dabei helfen können, Ihre Wohnung vorzubereiten.
- Sollten alle Schritte abgehakt und die Bedingungen geklärt sein, steht einer Adoption, die mit einem Vertrag festgehalten wird, nichts mehr im Weg.
Übrigens: Die Annahme, dass Hunde bzw. Tiere aus dem Tierheim kostenlos übernommen werden können, ist falsch. Für Ihr neues Haustier müssen Sie eine sogenannte Schutzgebühr zahlen.
Checkliste für die Tier-Adoption – so kann sie aussehen
Auf der Website des Tierschutzvereins München gibt es eine Checkliste mit Fragen und Aspekten, die für eine erfolgreiche Adoption notwendig sind. Einen Auszug der Liste zitieren wir hier exemplarisch:
- „Hatten Sie bereits einen Hund oder sind Sie Anfänger? Haben Sie sich bereits Fachwissen angelesen und/oder stehen Sie im Kontakt mit anderen Hundebesitzern? Nicht jede Rasse hat dieselben Ansprüche. Hier gilt es, sich vorab zu informieren.“
- „Haben Sie ausreichend Zeit, um den Hund zu versorgen und ihm die nötige Aufmerksamkeit zu schenken? Haben Sie Lust, für die nächsten Jahre, bei jedem Wetter mit Ihrem Hund mehrmals täglich spazieren zu gehen, sich mit ihm zu beschäftigen sowie seinen Bedürfnissen und Ansprüchen gerecht zu werden?“
- „Sind Sie bereit, die Verantwortung für den Hund bis zu seinem Lebensende zu übernehmen? Hunde können 12–16 Jahre alt werden.“
- „Haben Sie vor, eine Hundeschule zu besuchen?“
Ein Tierheim ist kein Zoofachgeschäft, in dem Tiere einfach ausgesucht und gekauft werden. In Tierschutzeinrichtungen leben überwiegend Hunde und andere Tiere, die häufig eine bewegte oder schwierige Vorgeschichte haben. Deshalb ist es besonders wichtig, sich ausreichend Zeit für das gegenseitige Kennenlernen zu nehmen. Eine ausführliche Kennenlernphase ermöglicht es sowohl dem Vierbeiner als auch dem potenziell neuen Besitzer, Vertrauen aufzubauen, die jeweiligen Bedürfnisse besser einzuschätzen und herauszufinden, ob sie wirklich zueinanderpassen.
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