Wenn es um die Adoption eines neuen Haustiers geht, stellen sich einige Menschen, ähnlich wie beim Hund, die Frage: Kann man eine Katze aus dem Tierheim gleich mitnehmen? Ob das einfach so möglich ist, erfahren Sie hier.
Kann man eine Katze aus dem Tierheim gleich mitnehmen?
Wenn Sie eine Katze aus einem Tierheim adoptieren möchten, gibt es einen Prozess, den Sie als zukünftiger Besitzer oder Besitzerin durchlaufen müssen. Sie können die Katze also nicht direkt mit nach Hause nehmen. Durch eine kontrollierte Vermittlung soll der Schutz des Tieres gewährt sein, aber auch herausgefunden werden, ob es für Sie die richtige Entscheidung ist.
Der Deutsche Tierschutzbund befürwortet die Adoption aus einem Tierheim und listet die möglichen Schritte auf, die Sie gehen müssen, bis das Tier bei Ihnen zu Hause einziehen kann – wobei der Prozess je nach Tierheim variieren kann:
- Vielleicht bittet Sie das Tierheim zunächst, einen kurzen Fragebogen auszufüllen. Das hat nichts mit Misstrauen zu tun: Die Mitarbeitenden möchten herausfinden, welches Tier wirklich zu Ihnen passt, damit es nicht später zurückgegeben werden muss.
- Anschließend folgt ein erstes Treffen im Tierheim. Dort sprechen Sie mit den Mitarbeitenden und sehen sich gemeinsam mögliche Tiere an. Das Team erzählt Ihnen, was bei den einzelnen Tieren besonders zu beachten ist, und erkundigt sich nach den Bedingungen, unter denen das Tier bei Ihnen zu Hause leben würde. Wenn ein geeignetes Tier dabei ist, können Sie und das Tier sich schon einmal beschnuppern und kennenlernen.
- Im Anschluss besprechen Sie gemeinsam, wie es weitergeht. Je nach Tierart und Tier gibt es noch weitere Treffen im Tierheim, gemeinsame Spaziergänge oder einen Besuch bei Ihnen zu Hause. So lässt sich prüfen, ob alles passt, und die Fachleute können Ihnen gegebenenfalls Tipps geben, wie Sie Ihr Zuhause auf den Einzug des Tieres vorbereiten. Ist das geschafft, sollte der Adoption, die per Vertrag besiegelt wird, nichts mehr im Weg stehen.
Um unüberlegten Tieradoptionen entgegenzuwirken, wird außerdem eine sogenannte Schutzgebühr veranschlagt. Wie hoch der Betrag letztlich ausfällt, hängt von der Tierart und vom Tierheim ab – auch das Alter des Schützlings spielt eine Rolle. Der Tierschutzverein München stellt auf seiner Website eine Übersicht zu den unterschiedlichen Gebühren zur Verfügung. Für ein Kitten bis sechs Monate müssen Sie hier etwa 200 Euro einplanen, ab sechs Monaten werden 150 Euro fällig. Im Tierheim München würde die Abgabe einer Katze ab 15 Jahren oder mit besonderen Anforderungen nach Absprache erfolgen.
Sie wollen eine Katze adoptieren? Das sollten Sie beachten
Wenn Sie mit dem Gedanken spielen, eine Katze zu sich nach Hause zu holen, sollten Sie nicht unüberlegt handeln. Die Tierschutzorganisation PETA hat für die Katzen-Adoption Tipps veröffentlicht, die hier zitiert werden:
- Katzen nur aus dem Tierschutz adoptieren – allein in Deutschland warten Jahr für Jahr tausende Tiere in Tierheimen.
- Treffen Sie eine langfristige Entscheidung, denn Katzen können bis zu 20 Jahre oder sogar älter werden.
- Katzen kosten Geld: Unterschätzen Sie die Kosten nicht, denn im Laufe der Jahre summieren sich die Kosten für Nahrung, tierärztliche Behandlungen, Spiel- und Pflegeprodukte schnell auf mehrere Tausend Euro.
- Sprechen Sie sich mit Vermietern und Nachbarn ab – viele Vermieter:innen erlauben keine Haustiere.
- Wählen Sie die richtige Umgebung – fragen Sie sich, ob Sie der neuen Katze wirklich ein tiergerechtes Zuhause bieten können.
Falls Sie schon eine oder mehrere Katzen daheim haben, stehen die Chancen deutlich besser, dass sich die Tiere mit dem neuen Mitbewohner anfreunden oder zumindest friedlich auskommen, wenn Sie sie behutsam und Schritt für Schritt aneinander gewöhnen. Setzt man sie dagegen einfach ohne Vorbereitung zusammen, geht das deutlich häufiger schief, so PETA.
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