Strickladen-Besitzerin Sabine Bornemann blickt am 22.02.2017 in ihrem Laden in Berlin mit einer lilafarbenen Wollmütze für ein Porträt in die Kamera. Mit dieser Art Mützen ("Pussy Hats") protestieren Frauen weltweit gegen die Politik von Donald Trump. (zu dpa: "Pinke Mützen – und sonst?" vom 05.03.2017) Foto: Monika Skolimowska/dpa +++(c) dpa – Bildfunk+++ | Verwendung weltweit
Pussy Hat: US-Präsident Donald Trump beschäftigt die ganz Welt – selbst die Wolle-Verkäuferinnen. Das liegt an den „pussy hats“, den rosa Strickmützen mit Katzenohren, die Frauen zum Protest gegen Trump tragen. Der US-Präsident ist ein bekennender Chauvi, der Sprüche darüber machte, Frauen ungebeten an die „pussy“, also in den Schritt, zu fassen. Trotzdem wurde er zum mächtigsten Mann der Welt gewählt, auch mit Millionen Stimmen von Frauen – mit 52 Prozent der Stimmen weißer Wählerinnen, um genau zu sein. Was dann wiederum Millionen Frauen zum Protest treibt. Kurz nach seiner Amtseinführung hatten sich im Januar hunderttausende Frauen und ihre Unterstützer in Washington zum „Women’s March“ versammelt. Damals tauchten auch erstmals die „pussy hats“ als Protestsymbol auf. | Bild: Monika Skolimowska
Bilder: Ljapco<sup></sup>smokovski – fotolia; dpa; afp; Margit Hufnagel
Das Palästinenser-Tuch: Das Palästinenser-Tuch ist zwar für viele längst zum normalen modischen Accessoire geworden. Wer es sich um den Hals schlingt, muss aber seine politische Bedeutung kennen. Das Baumwolltuch „Kufiya“ wurde in Palästina ursprünglich von der bäuerlichen Bevölkerung als Schutz vor Staub oder Hitze getragen. Später wurde es zum Symbol des Widerstandes der Palästinenser gegen Israel. Populär machte es vor allem Yassir Arafat, Gründer der Bewegung zur Befreiung Palästinas (Fatah) und später Palästinenser-Präsident. Nach Deutschland kam das Tuch über linke Studenten nach dem Sechs-Tage-Krieg, in dem Israel palästinensische Gebiete besetzte. Es hatte etwas von Revoluzzer-Schick. In den 2000er-Jahren entdeckten Neonazis das Tuch als politisches Statement gegen Juden. | Bild: UPI
<b>Sunnah-Hose:</b> Wenn es um islamische Kleidervorschriften geht, rücken häufig die Frauen mit ihren Schleiern und der Burka in den Mittelpunkt. Der Burkini erhitzt regelmäßig die Gemüter. Doch auch strenggläubige muslimische Männer meinen bisweilen, dass sich der Glaube in Stoff bemessen lässt. Wer denkt, Salafisten sei die Mode egal, der täuscht sich also. Die männlichen Anhänger der sehr konservativen Form des Islam tragen nicht nur einen Vollbart als sichtbares Zeichen ihrer religiösen Gesinnung, sondern häufig auch Hosen, die kurz über den Knöcheln enden. Sie berufen sich dabei direkt auf den Propheten und grenzen sich bewusst vom westlichen Kleidungsstil ab. Schließlich soll Mohammed gesagt haben: „Was vom Lendentuch über die beiden Knöchel hinweg nach unten hängt, ist im Höllenfeuer!“
Sunnah-Hose: Wenn es um islamische Kleidervorschriften geht, rücken häufig die Frauen mit ihren Schleiern und der Burka in den Mittelpunkt. Der Burkini erhitzt regelmäßig die Gemüter. Doch auch strenggläubige muslimische Männer meinen bisweilen, dass sich der Glaube in Stoff bemessen lässt. Wer denkt, Salafisten sei die Mode egal, der täuscht sich also. Die männlichen Anhänger der sehr konservativen Form des Islam tragen nicht nur einen Vollbart als sichtbares Zeichen ihrer religiösen Gesinnung, sondern häufig auch Hosen, die kurz über den Knöcheln enden. Sie berufen sich dabei direkt auf den Propheten und grenzen sich bewusst vom westlichen Kleidungsstil ab. Schließlich soll Mohammed gesagt haben: „Was vom Lendentuch über die beiden Knöchel hinweg nach unten hängt, ist im Höllenfeuer!“ | Bild: Markus Scholz
Herrscher-Hemd: Zimbabwean President Robert Mugabe admires a cake made for his 93rd birthday celebrations hosted at Rhodes Preparatory School in Matopos, Matabeleland South Province, on February 25, 2017. Mugabe celebrated his 93rd birthday with a lavish party, addressing his own mortality in a speech, but showing no signs of stepping down. / AFP PHOTO / Jekesai NJIKIZANA
Herrscher-Hemd: Ein T-Shirt mit dem Antlitz von Angela Merkel dürfte sich in Deutschland nur schwer verkaufen, ein Hemdchen mit Donald Trumps Konterfei in den USA schon besser. Besonders beliebt sind die Gesichter der Mächtigen auf der eigenen Kleidung aber in Afrika. Das hat seinen Grund: Der Personenkult ist unter Afrikas Herrschern deutlich stärker ausgeprägt als in Europa. Weniger die Partei steht im Mittelpunkt, als vielmehr der Präsident selbst. Und der ist bisweilen so von sich überzeugt, dass er gleich selbst in den politischen Kleiderschrank greift. Ein gutes Beispiel hierfür ist Robert Mugabe, Oberhaupt von Simbabwe. Zur Feier anlässlich seines 93. Geburtstages trug Mugabe ein Jackett mit den Umrissen Simbabwes in den Nationalfarben und seinem eigenen Konterfei. | Bild: JEKESAI NJIKIZANA
Mohnblume/Großbritannien. British Prime Minister Theresa May tries to attach her remembrance poppy to her jacket during a photo call after she made a donation to the Royal British Legion's Poppy Appeal in Downing Street, central London on October 31, 2016. In the run up to Remembrance Sunday, a commemoration of the contribution of British and Commonwealth servicepeople in the two World Wars and later conflicts, The Royal British Legion distributes remembrance poppys in return for donations to their "Poppy Appeal", which supports all current and former British military personnel. / AFP PHOTO / Daniel Leal-Olivas
Poppy-Anstecker: Wer jemals in England war, wird sie an vielen Revers gesehen haben: die Poppy – die Mohnblume. Die rote Klatschmohn-Blüte, die viele Briten vor allem rund um den Remembrance Day im November an ihrer Kleidung tragen, erinnert an den Waffenstillstand im Ersten Weltkrieg. Im vergangenen Jahr sorgte das Symbol für Ärger, weil schottische und englische Fußballspieler eine Armbinde mit Poppy trugen. Der Fifa missfiel dies, sie verhängte eine Strafe. Die Mohnblume soll – in Anlehnung an das Gedicht „In Flanders Fields“ des Kanadiers John McCrae – an die vom Blut der Soldaten des Ersten Weltkrieges geröteten Felder erinnern. In Frankreich gibt es eine ähnliche Tradition: Jedes Jahr schmücken Millionen Franzosen ihre Brust mit einer blauen Kornblume (Bleuet de France.) | Bild: DANIEL LEAL-OLIVAS
Black Power
Black Pride: Das amerikanische Sprinter-Duo Tommie Smith und John Carlos sorgte im Jahr 1968 nach einem Triumph über 200 Meter für eine der bekanntesten Protestaktionen des 20. Jahrhunderts. Bei der Siegerehrung senkten Smith (Gold) und Carlos (Bronze) ihre Köpfe und hoben jeweils eine mit einem schwarzen Handschuh bekleidete Faust. Das Duo symbolisierte den „black pride“, den schwarzen Stolz. Olympiasieger Smith sagte später: „Wenn ich siege, bin ich Amerikaner, kein schwarzer Amerikaner. Aber wenn ich etwas Schlechtes mache, sagen sie, ich sei ein Neger. Wir sind schwarz und wir sind stolz darauf.“ Auf dem Podium in Mexiko-Stadt wurden sie vom Publikum ausgebuht. Ausdruck von „black pride“ war auch der Afro, der sich vom weißen Schönheitsideal absetzen sollte.
Schwarzer Block
Schwarzer Block: Der Name leitet sich aus der meist einheitlich schwarzen Kleidung der Demonstranten ab, die auch ihr Gesicht oft mit schwarzen Tüchern verhüllen. Hervorgegangen ist der Schwarze Block nach Erkenntnissen des Verfassungsschutzes aus der militanten Szene der Hausbesetzer und Kernkraftgegner Ende der 70er-Jahre. Anders als die Bezeichnung vermuten lässt, ist der „Schwarze Block“ keine einheitliche, homogene Gruppierung. Vielmehr handelt es sich um ein Sammelsurium linksextremer, anarchistischer und autonomer Gruppen. Deren Angehörige fallen vor allem bei Demonstrationen aber auch anlässlich des 1. Mais etwa in Berlin regelmäßig durch Krawalle und Straßenschlachten mit der Polizei auf. Ziel ist es, durch die schwarze Kleidung eine optische Einheit zu bilden.