Kanzleramt

Wo jetzt das Kanzleramt steht, war früher Grenzgebiet. Der Bau war Teil des städtebaulichen Plans für den Spreebogen in Berlin: Als „Band des Bundes“ reihen sich die Gebäude für Regierungschef und Abgeordnete dort so aneinander, dass sie wie eine Spange über den Fluss hinweg Ost und West der ehemals geteilten Stadt verbinden. Die Entwürfe stammen von den Berliner Architekten Axel Schultes und Charlotte Frank. In der Mitte des lang gestreckten Komplexes ragt das 36 Meter hohe Leitungsgebäude als großer weißer Würfel empor. Im fünften und sechsten Geschoss liegen die Büros der Staatsminister im Bundeskanzleramt sowie die Empfangsräume und ein Bankettsaal. Der Chef des Bundeskanzleramtes und die Bundeskanzlerin haben ihre Büros im siebten Obergeschoss mit Blick auf den Reichstag.

Weißer Palast

Als „Dienstgebäude des Ministerpräsidenten“ war der Prunkbau in der türkischen Hauptstadt Ankara konzipiert. Als er 2014 fertig wurde, war Recep Tayyip Erdogan aber schon wieder vom Ministerpräsidenten zum Präsidenten geworden – und zog eben in den umbenannten Palast. 1000 Zimmer soll der rund 400 Milliarden Euro teure Amtssitz laut türkischen Medien haben. In ihn würde das Weiße Haus sechsmal und der Amtssitz des französischen Präsidenten gar 27 Mal passen. Kritiker monieren, der Bau sei illegal in einem Naturschutzgebiet errichtet worden. Der Architekt sollte einen Palast im Stil der Seldschuken bauen, jener Dynastie, die 1071 die Eroberung der heutigen Türkei durch türkische Stämme eingeleitet hat.

Ministerpräsident Yildirim bewohnt derweil den Çankaya-Palast, bis 2014 Sitz des Präsidenten.

Weißes Haus

Als Folge des Protests einiger Spieler hat US-Präsident Donald Trump die Einladung an den Super-Bowl-Gewinner Philadelphia Eagles zurückgezogen.
Als Folge des Protests einiger Spieler hat US-Präsident Donald Trump die Einladung an den Super-Bowl-Gewinner Philadelphia Eagles zurückgezogen. | Bild: Arno Burgi, dpa

Das Weiße Haus in der Pennsylvania Avenue der Hauptstadt Washington gilt als erste Adresse der USA. Die pompöse Villa ist seit mehr als 200 Jahren Amtssitz und Residenz des US- Präsidenten. Der gesamte Komplex ist Arbeitsplatz für rund 470 Bedienstete. Die Arbeiten für den Präsidenten-Sitz begannen 1792. James Hoban hatte den Bau nach dem Vorbild eines Herrenhauses im neoklassizistischen Stil entworfen. Der Ostflügel (East Wing) beherbergt unter anderem das Büro der First Lady. Im Westflügel (West Wing) liegt das 1909 eingerichtete Präsidentenbüro, das bekannte „Oval Office“. Das durfte Präsident Donald Trump umgestalten. Obamas Sofas waren in einem grünlichen Farbton gehalten, die Vorhänge waren rostrot. Nun stehen dort zwei mit goldenem Brokat bespannte Couches, auch die Gardinen sind golden.

Kreml

 Die russische Hauptstadt Moskau ist das politische, kulturelle und wirtschaftliche Zentrum des Landes. „Wer Moskau regiert, regiert Russland“, heißt es. Gegründet vor mehr als 860 Jahren, regierten bereits die russischen Zaren über Jahrhunderte ihr Reich meist vom heutigen Kreml aus. Dort hat heute der Präsident seinen offiziellen Amtssitz. Die Festung stammt aus dem 15. Jahrhundert und ist mit einer mächtigen Mauer umgeben. Der seit 1990 als Unesco-Welterbe geschützte Kreml ist mit seinen Kirchen und Museen auch ein wichtiger Teil des Kulturlebens der Hauptstadt.

Der große Kremlpalast zählt rund 700 Zimmer, Räume und Säle. Wer die Vorhalle zum Georgs-Saal betritt, den begrüßt ein episches Schlachtengemälde. „Wer mit dem Schwert zu uns kommt, wird durch das Schwert umkommen“, heißt das Werk.

Élysée-Palast

Der prachtvolle Palast inmitten von Paris ist seit 1873 Sitz der französischen Präsidenten. Das Gebäude mit 365 Räumen ist auch Machtzentrale Frankreichs: Hier tritt einmal wöchentlich das Kabinett zusammen. Unter dem Palast liegt der Atombunker, von dem aus der Präsident im Kriegsfall den Einsatz von Kernwaffen befehlen kann. Der Hausherr hat neben 300 Quadratmetern Privatgemächer auch einen großen Weinkeller. Jeder Präsident prägt den Élysée-Palast mit seinem Stil. So holte Jacques Chirac afrikanische Stammeskunst in die Räume voller Goldstuck und Brokat. Der Palast wurde 1718 für den Grafen von Evreux gebaut. Später übernahm Napoleon das Schloss. Der Kaiser unterzeichnete hier 1814 seine Abdankung – im selben Salon, in dem 1899 Präsident Felix Faure in den Armen seiner Geliebten starb.

Palazzo Chigi

 Der Palazzo Chigi ist Amtssitz des italienischen Ministerpräsidenten Mateo Renzi, der Staatspräsident sitzt im Quirinalspalast. Der Palazzo Chigi ist ein weißer Prachtbau und liegt im Zentrum von Rom an der Piazza Colonna. Errichtet wurde der Palast in den Jahren 1578 bis 1587 von Familie Aldobrandini. Nicht alle empfanden ihn als standesgemäß. Silvio Berlusconi weigerte sich einst, in die Dienstwohnung des Palazzo Chigi zu ziehen.

Sie sei „potthässlich“. Schließlich entschied sich der Premier, den Palast teilweise erneuern zu lassen. Dazu engagierte er den Wohndesigner Giorgio Pes, der für die Ausstattung des Filmes „Der Leopard“ zuständig war. Die Arbeiten haben ungefähr so lange gedauert wie die erste Regierungszeit – Berlusconi war nach sieben Monaten Ende 1994 als Ministerpräsident gestürzt worden.

Ballhausplatz

Die Adresse Ballhausplatz steht als Synonym für das Bundeskanzleramt in Wien, den Sitz des österreichischen Kanzlers. Am 13. September 1717 wurde der Grundstein zur Errichtung des Hauses am Ballhausplatz gelegt. Als Bauplatz wurde ein Areal gewählt, das sich unmittelbar neben der Hofburg befindet. Clemens Wenzel Fürst Metternich (1773–1859, Außenminister 1809–1848, ab 1821 Staatskanzler) gefiel das Gebäude so gut, dass er gleich seine ganze Familie mit einquartierte. 1814 und 1815 wurde das Haus am Ballhausplatz zum politischen Zentrum Europas und erlebte eine Sternstunde seiner Geschichte. Infolge der Niederlage Napoleon Bonapartes strömten im Spätsommer 1814 Monarchen und Diplomaten aus rund 200 europäischen Staaten und Städten nach Wien, um die Machtverteilung in Europa neu zu ordnen.

Istana Nurul Iman

 

Der größte und wohl protzigste Präsidentenpalast der Welt gehört dem Sultan von Brunei.

200 000 Quadratmeter misst das Anwesen, das „Istana Nurul Iman“ genannt wird – „Palast des Lichts und des Glaubens“. Es hat insgesamt 1788 Zimmer, darunter 257 Bäder, eine Festhalle und eine Moschee, in die rund 1500 Personen passen. Dabei ist das Land selbst winzig, zweimal so groß wie Luxemburg, aber reich durch Öl. Sultan Hassanal Bolkiah (71) gehört zu den reichsten Menschen der Welt. Der Sultan ist Staatsoberhaupt, Premier-, Verteidigungs-, Außen-, Handels- und Finanzminister in einer Person. Im Palast wohnt nicht nur er, sondern auch seine Großfamilie. Sultan Hassanal Bolkiah hat eine Königin, eine geschiedene und eine aktuelle Zweitfrau sowie bislang zwölf Kinder. Das Jüngste wurde 2008 geboren.