Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) hat in einem Papier Studien zur Virusübertragung zusammengetragen. Demzufolge beschreibt ein Forscherteam in einem so genannten Preprint-Artikel, einer Veröffentlichung, die noch nicht durch ein Gutachterverfahren geprüft wurde, dass in Laborversuchen das Coronavirus auf Fisch, Hühner- und Schweinefleisch nach drei Wochen Lagerung bei 4°C, -20°C und –80°C noch infektiös war und sich die Virusmenge dabei nur wenig reduziert hatte. Einzige Einschränkung: Für die Studie wurden sehr hohe Viruskonzentrationen genutzt.

Schweine und Hühner stecken sich nicht an

Allerdings gibt es laut BfR bislang keine Fälle, bei denen nachgewiesen ist, dass sich Menschen über den Verzehr kontaminierter Lebensmittel mit dem neuartigen Coronavirus infiziert haben. Das Bundeslandwirtschaftsministerium weist die chinesischen Vorwürfe außerdem mit dem Argument zurück, landwirtschaftliche Nutztiere wie Schweine oder Hühner seien nach gegenwärtigem Wissensstand nicht mit dem Coronavirus infizierbar. Sie können das Virus demnach über diesen Weg nicht auf den Menschen übertragen.

Keine Vermehrung in Lebensmitteln

Trotz aller Skepsis gegenüber der Verbreitung des Virus über importierte Waren, rät das BfR zur Einhaltung der Hygieneregeln: Coronaviren könnten sich in Lebensmitteln nicht vermehren; sie benötigten dazu einen lebenden tierischen oder menschlichen Wirt. Da die Viren hitzeempfindlich sind, kann das Infektionsrisiko durch das Erhitzen von Lebensmitteln zusätzlich weiter verringert werden.

Ab 70 Grad ist Schluss

Wärme setzt Viren generell zu. Laboruntersuchungen zufolge werden Coronaviren im Allgemeinen ab einer Temperatur von 60 Grad Celsius abgetötet. Da sich Coronaviren in ihrer Struktur kaum unterscheiden, gilt das Experten zufolge auch für das neuartige Virus. Forscher der Technischen Hochschule Ulm fanden heraus, dass bei 60 Grad rund eine halbe Stunde für eine fast vollständige Vernichtung der Coronaviren ausreicht.

Auch das Robert-Koch-Institut (RKI) verweist auf solche Studien, wobei sich die Angaben im höheren Temperaturbereich teils widersprechen. Zu Sars-CoV-2 direkt gibt es bislang nur wenige Daten – danach wird das Virus bei 70 Grad in fünf Minuten inaktiviert.