Was sagen die Experten zum Tragen von Schutzmasken beim Einkaufen in Geschäften?

Die Meinung von Experten ist gleichlautend positiv. Bei mit dem Coronavirus Infizierten sei das Tragen eines Mund-Nasen-Schutzes „sinnvoll“, um andere Menschen vor einer Ansteckung zu schützen, sagte Lothar Wieler, Präsident des Robert-Koch-Instituts (RKI) gestern in Berlin. Andreas Podbielski, Direktor des Instituts für Medizinische Mikrobiologie, Virologie und Hygiene an der Universität Rostock, betonte gegenüber dieser Zeitung auf Anfrage: „Der Mund-Nasen-Schutz ist primär ein Schutz für die anderen, weniger ein Selbstschutz.“ Es handelt sich daher „eher um einen sozialen Akt“, sagte Pod-bielski.

Schutzmaske ist nicht gleich Schutzmaske. Das müssen Sie zur Wirkung einzelner Modelle wissen:

Was verhindert ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) und was kann er nicht?

Wer einen MNS trägt und möglicherweise – ohne es selbst zu wissen – mit dem Coronavirus infiziert ist, unterbindet mit der Maske eine Tröpfcheninfektion anderer Menschen, weil die kleinen Tröpfchen im Gewebe der Maske hängenbleiben. „Zugleich wirkt der MNS als Selbstschutz, weil er verhindert, dass man sich mit möglicherweise kontaminierten Händen ins Gesicht greift“, ergänzt der Virologe Podbielski. Gegen eine Ansteckung dagegen ist der MNS weniger wirksam, weswegen auch die Forderung, das Tragen zur Pflicht zu machen, umstritten ist. Grund: Der MNS liegt nicht überall dicht an und schützt auch die Augen nicht, an denen eine Coronainfektion über die Schleimhäute stattfinden kann. Daher schützt sich medizinisches Personal zusätzlich durch eine Brille oder einen Plexiglas-Vorsatz, der das ganze Gesicht vor einem Virenangriff bewahrt.

Mäßiger Schutz: Ein selbst genähter Mundschutz verhindert, als Infizierter andere anzustecken. Und er erschwert, dass man sich mit den Händen ins Gesicht greift.
Mäßiger Schutz: Ein selbst genähter Mundschutz verhindert, als Infizierter andere anzustecken. Und er erschwert, dass man sich mit den Händen ins Gesicht greift. | Bild: Sebastian Kahnert

Auf was sollte man beim Maskenschutz achten?

Der Virologe Andreas Podbielski rät Menschen, die sich schützen wollen, zunächst von Masken aus billigem einlagigen Papier ab. Der MNS sollte aus einem Vliesstoff bestehen wie etwa jene Masken, die das Personal beim Zahnarzt trägt. Diese Masken haben bei Tests sehr gut abgeschnitten, weil sie aus mehrlagigem Stoff bestehen, der durch seine elektrostatische Aufladung Partikel und Viren abhält. Zudem besitzen diese Masken einen elastischen Nasenbügel. „Dass die Nase möglichst gut abgedeckt wird, ist ganz wichtig“, erklärt Mediziner Andreas Podbielski.

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Wie lange ist ein Maskenschutz verwendbar?

Grundsätzlich gilt: Je wertiger der Schutz, desto länger kann man ihn benutzen. Ein einfacher Maskenschutz sollte, so die Experten, unter normalen Umständen zwar möglichst oft gewechselt werden. Da die Vorräte aber begrenzt sind und die Masken teuer geworden sind, rät der Virologe Podbielski zur Alternative des Selbernähens. Dazu eigne sich ein haltbarer Vliesstoff, der mehrmals in der Waschmaschine bei mindestens 60 Grad gewaschen werden kann. „Dazu kommen zwei Gummizüge, um die Maske hinter den Ohren zu fixieren, oder zwei Bänder, die am Hinterkopf zusammengebunden werden“, so der Rostocker Experte.

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Sollte ich mich um einen hochwertigen Mundschutz bemühen?

Hier sagen die Experten nein. Die Vorsitzende der Ärztegewerkschaft Marburger Bund, Susanne Johna, warnt davor, professionelle Atemschutzmasken für den privaten Gebrauch zu bestellen. Es wäre „fatal“, wenn nun auch vermehrt Privatpersonen Schutzmasken aufkaufen würden, die für den Gebrauch in Kliniken oder Pflegeeinrichtungen gedacht seien, sagte Johna. Atemschutzmasken seien derzeit in Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen Mangelware. Auch Andreas Podbielski rät von privaten Käufen ab.

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