Test auf Corona-Erkrankung

  • Wann sollte ich mich auf Covid-19 testen lassen? Wenn Sie Krankheitssymptome spüren, die auf Covid-19 hindeuten – etwa Geschmacks- und Riechverlust, Fieber, Husten – sind Sie ein Verdachtsfall und sollten Ihren Hausarzt anrufen, der sie an Testzentren oder Labors verweist, bei denen Sie sich testen lassen können. Gehen Sie nicht einfach ohne telefonische Ankündigung zum Arzt. Der Versuch, sich beim Gesundheitsamt Hilfe zu holen oder einen Test zu vereinbaren, ist oft schwierig. Die Ämter sind teils überlastet. Wenn der Hausarzt zu denjenigen gehört, die Patienten mit Symptomen, die auf Covid-19 hindeuten, nicht behandeln, kann man sich an die Notrufnummer der Kassenärztlichen Vereinigung wenden, unter der 116.117. Wer sich bedrohlich krank fühlt, sollte gleich den Notruf unter der 112 informieren. Auch Angehörige, denen andere – etwa ältere oder geschwächte Menschen – solche ernsten Symptome schildern, sollten den Rettungsdienst rufen.
  • Wann habe ich ein Recht auf einen Test? Wenn Sie mit Covid-19-Symptomen in eine Klinik kommen, werden Sie selbstverständlich getestet. Schwierig ist es mit den Personen, die (noch) keine Symptome vorweisen und daher als „asymptomatisch“ bezeichnet werden. Wer meint, dass er eventuell infiziert sein könnte, weil er Kontakt mit einer erkrankten oder positiv getesteten Person hatte, sollte auch hier den Hausarzt konsultieren und alles Weitere mit diesem besprechen. Wer aus einem Risikogebiet nach Hause kommt, kann sich frühestens fünf Tage nach seiner Rückkehr testen lassen.
  • Habe ich durch eine Warnung der Corona-App ein Recht auf einen Test? Nein. Auch wenn mich die Warn-App darüber informiert, dass ich mehr als 15 Minuten in der Nähe eines Corona-Infizierten verbracht habe, bedeutet das nicht, dass ich automatisch Anspruch auf einen Test habe. „Es obliegt weiterhin dem Arzt bzw. Gesundheitsamt zu entscheiden, ob ein Test durchgeführt wird“, erklärt das Robert-Koch-Institut dazu.
  • Welche Arten von Tests gibt es inzwischen? Seit dem 14. Oktober sind zwei Testverfahren möglich: ein PCR-Test zum Nachweis der Virengene oder ein Antigen-Schnelltest, der die Proteine auf der Oberfläche des Coronavirus feststellt. Für den PCR-Test werden aus dem Mund-, Nasen- oder Rachenraum Astriche mit Wattestäbchen entnommen. Der Abstrich kann Erbgut des Virus enthalten. Bis ein relativ aufwändiger PCR-Test im Labor durchgeführt ist und ein Ergebnis bringt, dauert es mindestens 24 Stunden, je nach Auslastung des Labors bis zu zwei Tage. Hinzu kommt die Zeit für den Transport der Proben nach einem Rachenbbstrich und die Übermittlung des Ergebnisses. Dafür ist das Ergebnis beim PCR-Verfahren sehr genau. Ein Antigenschnelltest liefert hingegen zwar schon nach etwa 15 Minuten ein Ergebnis, ist aber nicht so genau wie ein PCR-Test.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Kann ich einen Schnelltest kaufen? Nein, die neu entwickelten Präparate, die wie ein Schwangerschaftstest funktionieren, werden nur an Arztpraxen, Kliniken und Pflegeheime abgegeben. Wichtig zu wissen: Ein negatives Ergebnis im Antigentest schließt eine Infektion nicht aus! Denn insbesondere zu einem frühen Zeitpunkt der Infektion, wenn eine niedrige Viruslast vorliegt oder ab der zweiten Woche nach Symptombeginn, kann der Test ein negatives Ergebnis bringen. Schnelltests weisen im Gegensatz zu PCR-Tests kein Erbmaterial nach, sondern Virusproteine. Auch für den Schnelltest wird eine Probe aus dem Nasenrachenraum gesammelt. Anschließend wird das Probenmaterial in eine Flüssigkeit gegeben, um die Proteine zu lösen. Danach werden wenige Tropfen in das Testkit gegeben und wandern über einen Papierstreifen.
  • Wer testet überhaupt und wo passiert das? Grundsätzlich können Sie sich an unterschiedlichen Orten testen lassen. Dazu zählen Hausarztpraxen, Kliniken und speziell eingerichtete Testzentren, mit denen eine Verbreitung in den Wartezimmern verhindert werden soll. Sowohl PCR-Tests als auch die Antigen-Schnelltests sollen ausschließlich von geschultem, medizinischen Personal durchgeführt werden. Das ist insofern sinnvoll, als dass bei einem positiven Befund weitere Maßnahmen nötig sind.

Übertragung und Ansteckung

  • Wie verbreitet sich das Virus? Das Coronavirus wird im gesellschaftlichen Umgang in der Bevölkerung hauptsächlich über virushaltige Partikel übertragen, die von infizierten Personen vor allem beim Husten und Niesen sowie beim Atmen, Sprechen und Singen freigesetzt werden. Je nach Partikelgröße und Eigenschaften wird zwischen größeren Tröpfchen und kleineren Aerosolen unterschieden. Der Übergang zwischen beiden Formen ist fließend. Während größere Tröpfchen schneller zu Boden sinken, können Aerosole auch über längere Zeit in der Luft schweben und sich in geschlossenen Räumen verteilen. Beim Atmen und Sprechen, vor allem bei höherer Lautstärke, werden Aerosole ausgeschieden. Beim Husten und Niesen entstehen zusätzlich deutlich mehr Tröpfchen. Grundsätzlich ist im Umkreis von ein bis zwei Metern um eine infizierte Person die Wahrscheinlichkeit erhöht, mit virushaltigen Tröpfchen und Aerosolen in Kontakt zu kommen.
  • Kann man sich auch über eine Berührung etwa einer Tür anstecken? Eine Übertragung über Oberflächen ist insbesondere in der unmittelbaren Umgebung von infizierten Personen ebenfalls nicht auszuschließen, weshalb regelmäßiges Händewaschen wichtig ist. Die Coronaviren wurden auch in Stuhlproben Betroffener gefunden. Ob Sars-CoV-2 auch über den Stuhl verbreitet werden kann, ist noch nicht abschließend geklärt.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Ab wann ist ein Corona-Erkrankter ansteckend? Die Inkubationszeit, also die Dauer von der Ansteckung bis zum Beginn der Erkrankung, beträgt beim Coronavirus im Schnitt fünf bis sechs Tage. In verschiedenen Studien wurde berechnet, dass nach 10 bis 14 Tagen 95 Prozent der Infizierten Krankheitszeichen entwickelt hatten. Vor allem, wenn man Krankheitszeichen hat, ist man ansteckend. Die höchste Ansteckungsfähigkeit besteht im Zeitraum um den Beginn von Krankheitszeichen. Ein Übertragungsrisiko besteht aber auch schon Tage vor Auftreten von Krankheitszeichen (präsymptomatisch). Ein hoher Anteil von Personen steckt sich bei Infizierten innerhalb von ein bis zwei Tagen vor deren Krankheitsbeginn an. Vermutlich gibt es auch Übertragungen von Personen, die zwar infiziert und ansteckend sind, aber selbst gar nicht erkranken (asymptomatische Übertragung). Diese Ansteckungen spielen jedoch wahrscheinlich eine untergeordnete Rolle.
  • Wie lange ist ein Erkrankter infektiös? Der genaue Zeitraum, in dem eine mit dem Coronavirus infizierte Person andere anstecken kann, ist noch nicht klar festgelegt. Als sicher gilt, dass die Ansteckungsfähigkeit im Zeitraum um den Beginn der Krankheitszeichen am größten ist und dass ein erheblicher Teil der Übertragungen bereits vor dem Auftreten erster Krankheitszeichen erfolgt. Gesichert ist auch, dass die Ansteckungsfähigkeit in der Regel im Lauf der Erkrankung geringer wird. Bei milder bis moderater Erkrankung ist die Möglichkeit einer Ansteckung anderer nach mehr als zehn Tagen nach Beginn der Krankheitszeichen erheblich reduziert. Bei schweren Erkrankungen gibt es Hinweise, dass die Betroffenen auch noch deutlich länger ansteckend sein können. Die offizielle Entscheidung, ob eine Person als genesen und nicht mehr ansteckend gilt, trifft das Gesundheitsamt.
  • Kann man Corona haben, ohne etwas zu spüren? Ja. Wie hoch jedoch die Anzahl der Corona-Inifzierten ist, die nichts davon spüren (asymptomatische Fälle), ist umstritten. Eine Studie der Uni Bern kam zum Schluss, dass jede fünfte Infektion ohne Symptome verläuft.
  • Was sollten Eltern tun, die den Verdacht haben, dass ein Kita- oder schulpflichtiges Kind an Corona erkrankt ist? Die Fachgesellschaften der Kinderärzte haben eine Stellungnahme zum Schulstart veröffentlicht. Darin gehen sie darauf ein, bei welchen Symptomen ein Kind noch in die Schule darf und wann es eben nicht losgeschickt werden sollte. Es heißt ganz klar: „Kranke Kinder oder Jugendliche in reduziertem Allgemeinzustand mit Fieber, Husten, Hals- oder Ohrenschmerzen, starken Bauchschmerzen, Erbrechen, Durchfall oder unklarem Hautausschlag gehören weder in die Kita noch in die Schule.“ Schule oder Kita sind dann berechtigt, das erkrankte Kind abholen zu lassen. Über einen Arztbesuch entscheiden allein die Erziehungsberechtigten. Nur ein Arzt oder die Gesundheitsbehörden dürfen die Indikation für einen Coronatest stellen. Gemeinschaftseinrichtungen wie Schulen oder Kitas sind nicht berechtigt, eine Testung (oder die Vorlage eines negativen Testergebnisses) einzufordern.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Kann das Virus auf Nutztiere übertragen werden? Es gibt nach Auskunft des hier forschenden Friedrich-Loeffler-Instituts bisher keine Hinweise darauf, dass bei uns übliche Nutztiere oder lebensmittelliefernde Tiere eine Rolle bei der Verbreitung von SarsS-CoV-2 spielen oder als Infektionsquelle für den Menschen relevant sein könnten. Daher ist auch eine Untersuchung von Schlachttieren auf Sars-CoV-2 zum jetzigen Zeitpunkt nicht sinnvoll. Das Friedrich-Loeffler-Institut hat Studien zur Empfänglichkeit von Tieren gegenüber Corona durchgeführt. Diese Tierversuche sind wichtig, um eine mögliche Gefährdung für Mensch und Tier abschätzen zu können und zu testen, ob sie sich zum Virusreservoir entwickeln könnten. Die Studien zeigen, dass sich weder Schweine noch Hühner, Enten und Puten mit Sars-CoV-2 infizieren lassen. Rinder weisen eine geringe Empfänglichkeit für Sars-CoV-2 auf und können das Virus nicht weitergeben. Bekannt sind hingegen Übertragungen auf Frettchen, zuletzt in Farmen in Dänemark – dabei ist das Virus sogar mutiert.
  • Kann das Coronavirus auf Haustiere übertragen werden? Bisher erwiesen sich Hunde, Katzen, Kaninchen, Goldhamster und Frettchen laut Friedrich-Loeffler-Institut als empfänglich für Sars-CoV-2. Meerschweinchen ließen sich nicht mit dem Virus infizieren. Trotzdem gibt es bisher keine Hinweise darauf, dass Haustiere wie Hunde oder Katzen eine Rolle bei der Verbreitung von Coronaviren spielen. Bei der Covid-19-Pandemie ist die Übertragung von Mensch zu Mensch ausschlaggebend für die Verbreitung.
Für Hunde ist Corona wie für andere Haustiere auch wohl keine Gefahr.
Für Hunde ist Corona wie für andere Haustiere auch wohl keine Gefahr. | Bild: Christoph Schmidt/dpa
  • Haben sich Menschen bereits mehrfach mit dem Virus infiziert? Lange Zeit wurden Meldungen über eine erneute Infektion von Experten auf falsche Tests oder das Wiederaufflammen einer bestehenden Erkrankung zurückgeführt. Doch inzwischen sind mehrere Fälle bekannt, bei denen es definitiv zu einer Zweitinfektion gekommen ist. In diesen Fällen untersuchten Forscher das komplette Virus-Genom – mit Probenmaterial vom ersten und vom zweiten Test. Dabei fanden sie kleine Unterschiede, die belegen: Hier handelt es sich um verschiedene Virenstämme – und damit tatsächlich um eine erneute Infektionen. Wie oft Zweitinfektionen auftreten, lässt sich im Moment schlecht abschätzen. Da bisher nur wenige Fälle bekannt wurden, könnte es sich um seltene Ereignisse handeln. Es ist aber auch denkbar, dass man bisher einiges übersehen hat.
  • Wie lange ist man nach einer Erkrankung gegen Corona immun? Zu Beginn der Pandemie rätselten Wissenschaftler, ob überhaupt eine Immunität besteht – und ob sie Wochen, Monate oder gar Jahre andauert. Aber gerade, um Letzteres nachzuweisen, braucht es Zeit. Bisher vertraut man für die Einschätzung auf Versuche an Affen. So hat man Tiere etwa gezielt ein zweites Mal infiziert. Das Resultat: Sie haben keine Lungenerkrankung mehr ausgebildet. Im Moment zeigt sich aber: Ja, viele Patienten scheinen eine Immunantwort auszubilden, insbesondere diejenigen, die einen schweren Verlauf hatten. Eine aktuelle Studie deutet derzeit auf rund fünf Monate hin, die der Schutz bestehen bleibt. Gleichzeitig wird deutlich: Das Immunsystem reagiert nicht bei jedem gleich.

Risikogruppen

  • Wer gehört zu einer Covid-19-Risikogruppe? Das Risiko, schwer zu erkranken und zu sterben, steigt mit dem Alter und dem Gesundheitszustand. Generell gehören Menschen ab 50 bis 60 Jahren zur Risikogruppe. Das Risiko steigt stetig mit dem Alter an. In Baden-Württemberg waren nach Auskunft des Landes-Sozialministeriums bisher knapp 99 Prozent der Verstorbenen über 50 Jahre alt. 95 Prozent der Verstorbenen waren älter als 60 Jahre und 65 Prozent älter als 80 Jahre. Besonders ältere Menschen können schwer erkranken, da ihr Immunsystem weniger gut reagiert. Außerdem kann es sein, dass sie erst spät zum Arzt gehen, da Krankheitssymptome wie Fieber im Alter schwächer ausfallen oder fehlen. Zur Risikogruppe gehören auch Personen mit Grunderkrankungen wie Herzkreislauferkrankungen, Diabetes, Erkrankungen des Atmungssystems, der Leber, der Niere oder Krebserkrankungen. Weitere Risiko-Faktoren sind Adipositas oder Rauchen. Patienten mit einem aus medizinischen Gründen unterdrückten Immunsystem sind auch stärker gefährdet: Beispielsweise wegen einer Erkrankung mit einer Immunschwäche oder wegen der Einnahme von Medikamenten, die die Immunabwehr unterdrücken, etwa Cortison. Das Risiko für einen schweren Krankheitsverlauf ist bei älteren Menschen mit einer Grunderkrankung höher, als wenn nur das Alter oder eine Grunderkrankung vorhanden sind.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Wie gefährlich ist Covid-19 für Schwangere? Experten raten nach neuesten Studien Frauen während einer Schwangerschaft zu den üblichen Maßnahmen, mit denen sich das Infektionsrisiko minimieren lässt. Dazu gehört die Vermeidung eines Kontakts zu Personen, die möglicherweise dem Coronavirus ausgesetzt waren oder infiziert sind, einschließlich Personen im eigenen Haushalt. Schwangere sollten beim Ausgehen oder beim Kontakt mit anderen Menschen eine Maske tragen, soziale Distanz wahren, Personen meiden, die keine Maske tragen, und häufig ihre Hände waschen. Außerdem wird ihen empfohlen, ihre Influenza-Impfung aufzufrischen. Auch über das Erkrankungsrisiko für die ungeborenen Kinder wurde spekuliert. Schwere Fehlbildungen, wie sie bei Infektionen mit dem Röteln- und zuletzt auch mit dem Zika­virus beschrieben wurden, sind bei Sars-CoV-2 bisher nicht bekannt geworden.
  • Sind Männer stärker gefährdet? Ja. Einer niederländischen Studie zufolge haben Männer höhere Konzentrationen von „Angiotensin-konvertierendes Enzym 2“ – kurz ACE2 – im Blut als Frauen. Da dieses Enzym es dem Coronoa-Virus ermöglicht, gesunde Zellen zu infizieren, kann das erklären, warum Männer anfälliger für Covid-19 sind. ACE2 ist ein Rezeptor auf der Oberfläche von Zellen und bindet das Coronavirus. Dadurch kann es in gesunde Zellen eindringen und sie infizieren.

Behandlung

  • Gibt es Medikamente für die Behandlung von Covid-19? Es gibt kein Allheilmittel – aber hoffnungsvolle Ansätze und Erprobungen. Dazu muss man wissen: Auch wenn die Entwicklung von Impfstoffen gegen das neue Coronavirus mit nie gekannter Geschwindigkeit vorangeht, richten sich Hoffnungen auch darauf, dass es gelingt, Medikamente zur Behandlung bereits Infizierter zu finden. Im Fokus stehen Arzneimittel, die schon gegen eine andere Krankheit zugelassen oder zumindest in Entwicklung sind. Denn sie umzufunktionieren kann schneller gelingen als eine Neuentwicklung. Pharmaforscher sprechen von einem „Repurposing“.
  • Welche Medikamente werden erprobt? Zu den dutzenden Wirkstoffen, die zurzeit weltweit getestet werden, gehört Remdesivir. Es wurde von Gilead Sciences ursprünglich gegen Ebola-Infektionen entwickelt, zeigte aber auch Wirksamkeit gegen Mers-Viren. In Studien war das Medikament imstande, bei Patienten in bestimmten Krankheitsstadien die Krankheitsdauer um einige Tage zu verkürzen. Daraufhin erhielt das Medikament für die Covid-19-Behandlung eine Zulassung in den USA, in Japan und im Juli auch eine bedingte Zulassung in der EU. In einer multinationalen Studie wurde jedoch vorläufigen Ergebnissen zufolge kein solcher Effekt beobachtet. Wie diese Diskrepanz zu verstehen ist, wird untersucht: Möglicherweise zeigt sich, dass die Krankheitsstadien noch genauer gefasst werden müssen, in denen das Medikament eine Wirkung zeigt. Das Medikament Favipiravir von Fujifilm Chemical verspricht ebenfalls Hoffnung. Nach entsprechenden Studien wurde ein darauf beruhendes Medikament des russischen Unternehmens Khimrar in Russland für die Covid-19-Therapie zugelassen. Fujifilm Toyama Chemical will nun ebenfalls nach positiven Studienergebnissen eine Zulassungserweiterung in Japan beantragen. Ebenfalls ursprünglich gegen Grippe in Entwicklung ist ATR-002 des Unternehmens Atriva Therapeutics in Tübingen. Man konnte in Laborversuchen zeigen, dass der Wirkstoff auch die Vermehrung von Sars-CoV-2 hemmt. Insgesamt wird eine lange Reihe von Medikamenten – auch Herz-Kreislauf-Mittel – klinisch an Corona-Patienten erprobt.
  • Wann kommt endlich der erste Impfstoff? Im Grunde ist er bereits da. In Russland wird der Impfstoff „Sputnik V“ schon flächendeckend eingesetzt, auch China setzt seinen Impfstoff bereits breit ein. Deutsche Entwickler und Hersteller sind bereits sehr weit, aber man ist noch im Stadium der Reihentests mit Freiwilligen. Denn in Deutschland kann ein Impfstoff nur nach erfolgreichem Abschluss des umfangreichen Erprobungs-Verfahrens, nach allen drei klinischen Testphasen, zugelassen werden. Da sich derzeit verschiedene Impfstoffkandidaten in der letzten Prüfphase befinden, ist gut möglich, dass mehrere Impfstoffe zugelassen werden. Die Zulassung eines Impfstoffs heißt aber noch nicht, dass dieser sofort für die gesamte Bevölkerung zur Verfügung stehen wird. Er muss noch in ausreichender Menge produziert und verteilt werden. Die Vorbereitung dafür laufen. Zuerst geimpft werden Risikogruppen sowie Klinik- und Pflegepersonal.
  • Wird eine Impfung überhaupt dauerhaft schützen? Wird man bei einer zweiten Infektion wieder schwer krank – oder wehrt der schon vorbereitete Körper den Erreger gut ab? All das wird man erst klären können, wenn weitere Daten vorliegen. Beim Thema Impfen bleiben aber die meisten Experten optimistisch. „Die Fähigkeit zur erneuten Infektion bedeutet nicht, dass ein Impfstoff gegen Sars-CoV-2 nicht wirksam sein kann“, sagt Richard Malley vom Boston Children‘s Hospital in Massachusetts. Mit Auffrischungsimpfungen könne man für eine solide Immunantwort sorgen. Ansonsten raten Experten, die AHA-Regeln einzuhalten – auch dann, wenn man schon Covid-19 hatte. Im Moment geht man davon aus, dass zwei Impfungen notwendig sind.

Grippe und Corona

  • Welche Symptome sind für Corona typisch? Das RKI nennt in seinem „Corona-Steckbrief“ als häufigste Anzeichen bei Covid-19 Husten (bei 45 Prozent der erfassten Fälle) und Fieber (38 Prozent). Daneben würden von vielen Patienten auch Schnupfen (20 Prozent) und ein Verlust des Geruchs- und Geschmackssinns (15 Prozent) gemeldet.
Typisches Symptom von Corona: Fieber.
Typisches Symptom von Corona: Fieber. | Bild: Ronny Hartmann/dpa
  • Wie unterscheiden sich die Symptome von Grippe und Corona? Das Gesundheitsportal „aponet.de“ hat im Auftrag von Apotheken verglichen, welche Symptome bei Covid-19 und welche bei Grippe besonders häufig festgestellt werden. Typisch für beide Krankheiten sind demnach plötzlich auftretender Husten und Fieber sowie allgemeine Schwächegefühle. Hals, Kopf- und Gliederschmerzen sowie laufende Nasen würden deutlich häufiger bei Grippe-Patienten gemeldet, Geruchs- und Geschmacksverlust kämen hingegen bei Covid-Erkrankten öfter vor.
  • Kann man auch eine Erkältung mit Corona verwechseln? Kaum. Erkältungen sind leichter abzugrenzen gegen Corona. Die typischen Erkältungssymptome wie Halsschmerzen, Schnupfen, Abgeschlagenheit und Kopfschmerzen träten meist schleichend über mehrere Tage auf. Man fühlt sich zwar krank, aber nicht so vollkommen kraftlos wie bei einer echten Grippe.

Hygiene

  • Können Luftreinigungsgeräte die Hygienemaßnahmen ersetzen? Nein, aber sie können helfen. Generell ist das Risiko der Übertragung von einer Person auf eine andere auf kurze Distanzen und bei längerem Kontakt am höchsten. Halten sich viele Personen in kleinen, schlecht oder nicht belüfteten Räumen längere Zeit auf, kann eine Übertragung durch luftgetragene Partikel, sogenannte Aerosole, auch über eine größere Distanz als 1,5 Meter erfolgen. Solche Aerosole können am besten durch regelmäßiges Lüften (bei raumlufttechnischen Anlagen durch einen Austausch der Raumluft unter Zufuhr von Frischluft oder durch eine entsprechende Filtrierung) reduziert bzw. entfernt werden. Doch Vorsicht: Selbst eine effiziente Reduzierung von Aerosolen in der Raumluft kann das Risiko einer Übertragung auf kurze Distanz, also bei face-to-face Kontakt bei einem Abstand von weniger als 1,5 Meter nicht effektiv verringern.
  • Können Klimaanlagen gegen das Virus helfen? Ja, wenn es sich um professionell installierte und gewartete Anlagen mit Frischluftzufuhr handelt. Lüftungs- und Klimaanlagen stellen sicher, dass alle vorliegenden Belastungen in der Raumluft verdünnt werden. Dadurch kann auch die Gefahr einer möglichen Übertragung von Viren durch Aerosole gemindert werden. „Ein Abschalten der Anlagen kann hingegen zu einer Erhöhung der Konzentration von Viren in der Atemluft führen“, sagt Dirk Müller, Professor für Gebäude- und Raumklimatechnik an der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule (RWTH) Aachen. Ein weiterer Vorteil: In den Wintermonaten sorgt die Klimaanlage dafür, dass die Luft durch die Heizsysteme nicht zu trocken wird. Und feuchtere Luft behindert zusätzlich die Ausbreitung feiner Tröpfchen aus der Atemluft, der Aerosole. Diese können die Viren zumindest potenziell mehrere Meter weiter über den üblichen Corona-Sicherheitsabstand von 1,5 bis 2 Meter hinaus transportieren.

Vorsorge

  • Wie funktioniert die Corona-Warn-App? Nutzer laden die App auf ihr Handy und aktivieren Bluetooth. Bisher wurde die App 20 Millionen Mal heruntergeladen. Das Handy verbindet sich automatisch mit Geräten in der Nähe. Experten sprechen auch von einem digitalen Handschlag. Das Prinzip: Wenn die Handys feststellen, dass sie 1,50 Meter oder weniger voneinander entfernt sind und das mindestens 15 Minuten lang, dann tauschen die Geräte individuell erzeugte IDs aus. Diese IDs erlauben keinen direkten Rückschluss auf die Besitzer der Handys. Wird jemand positiv auf Covid-19 getestet, kann er das in der App hinterlegen. Das Handy informiert dann Menschen, die ihm zuletzt für eben mehr als eine Viertelstunde nahe waren. Die App weist sie dann darauf hin, dass sie sich angesteckt haben könnten. Achtung: Die Tracing-App kontrolliert nicht, ob Quarantäne-Maßnahmen eingehalten werden. Sie kontrolliert auch nicht, ob Kontaktverbote eingehalten werden. Die Entwickler versprechen übrigens, dass sich der Akku durch die Nutzung nicht schneller entlädt.
  • Was macht man, wenn die Warn-App Rot zeigt? Zunächst: Nicht in Panik geraten! Jetzt ist Folgendes zu tun: Nicht mehr in größere Gruppen begeben, wo man andere anstecken kann. Um einen Termin beim Arzt oder beim Gesundheitsamt (überlastet) bemühen, um einen Abstrich vornehmen zu lassen. Zeigt die App Rot, kann man sich kostenlos testen lassen – auch ohne Symptome. Eine Pflicht, sich bei einer roten Ampel auf der Corona-Warn-App in Quarantäne zu begeben, besteht nicht. Eine rote Ampel ist nur ein Hinweis, dass möglicherweise eine Infektion erfolgt ist. Ein eindeutiges Indiz ist es aber nicht. Betroffene können sich aber freiwillig in Quarantäne begeben.
  • Wie groß ist die Wahrscheinlichkeit, dass die App auch wirklich warnt? Rein rechnerisch liegt bei einem Kontakt eines Infizierten mit einem Unbekannten die Wahrscheinlichkeit, dass beide Personen die App haben, bei sechs Prozent“, sagte Gert Wagner, Mitglied des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen. Die Wahrscheinlichkeit, dass die App möglicherweise nicht vor einem möglichen Risiko warnt, ist also sehr hoch. Selbst bei einer Verdoppelung der Nutzerzahl sei die Wirksamkeit der App noch begrenzt: 25 Prozent der Infektionen könnten dann aufgedeckt werden – sofern alle Betroffenen eine Ansteckung auch über die Anwendung melden, was oft nicht der Fall ist. Veronika Grimm, Mitglied im Sachverständigenrat zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung, sagte, eine Kontaktverfolgung über Apps sei erst dann ohne weitere Maßnahmen erfolgversprechend, wenn 80 Prozent der Bevölkerung die Anwendung wirklich nutzten.
Das könnte Sie auch interessieren
  • Welche Masken schützen am besten vor Corona? Zunächst: Wer seine Maske nicht richtig trägt, geht ein höheres Risiko ein, sich und andere mit dem Coronavirus zu infizieren. Wie gut eine Maske schützt, hängt außerdem vom verwendeten Material ab. Wichtig: Die Maske muss die Nasenlöcher bedecken, denn in der Nase sitzen die meisten Viren. Tests ergaben: Während eine einlagige Schutzmaske nur eine Filterleistung von 35 Prozent hatte, verringert eine dreilagige Maske die Anzahl der Partikel um 89 Prozent. Entscheidend ist auch die Größe der Poren: Je mehr Stofflagen eine Maske hat und je kleiner die Poren des Stoffs sind, umso größer ist die Schutzwirkung der Maske. Als Mund-Nasen-Schutz werden auch Kunststoff-Visiere verwendet. Sie sind bequemer zu tragen, das Gegenüber sieht zudem das Gesicht und die Mimik. Allerdings werden Gesichtsvisiere nicht mehr überall als ausreichende Mund-Nasen-Bedeckung anerkannt. Wer mit Menschen arbeitet, die ein besonderes Risiko haben, an Covid-19 schwer zu erkranken, oder selbst zu dieser Risikogruppe gehört, sollte eine professionelle FFP-Maske der Schutzklasse 2 oder 3 tragen, mindestens aber eine OP-Maske. Das gilt zum Beispiel für Menschen, die an einer Herzerkrankung leiden. Wie Stoffmasken können auch FFP-Masken mehrfach verwendet werden, wenn sie zuvor desinfiziert wurden – zum Beispiel bei 80 Grad Celsius im Backofen.