1. Masern sind keine harmlose Kinderkrankheit: Masern sind hochansteckend und übertragen sich in Kitas und Schulen rasant, wenn nur ein Kind infiziert ist, da es die anderen schon Tage vor den ersten Krankheitszeichen anstecken kann. Antibiotika sind wirkungslos, da Masern durch Viren ausgelöst werden. Man kann mit ihnen nur bakterielle Symptome behandeln, die begleitend auftreten, wie hohes Fieber, Bronchitis, eine Lungen- oder Mittelohrentzündung. Bei einem von 1000 Kindern entzündet sich das Gehirn. Geistige Behinderungen und Lähmungen können die Folge sein. „Besonders gefährlich ist eine Spätkomplikation: die Subakute Sklerosierende Panenzephalitis (SSPE). Sie ist leider viel häufiger als früher angenommen und kommt in etwa einem von 5000 Fällen vor“, sagt Thomas Mertens, Vorsitzender der Ständigen Impfkommission. Ein mutiertes Masernvirus zerstört dabei Jahre später unaufhaltsam und schleichend die Zellen des Gehirns und verläuft immer tödlich.
  2. Wer seine Kinder impfen lässt, schützt auch andere Kinder: Hoch gefährdet, an Masern zu erkranken, sind Säuglinge und Kleinkinder, die noch keinen Impfschutz haben. Die Erstimpfung wird im Alter von 11 bis 14 Monaten empfohlen, die zweite spätestens mit 23 Monaten. In der ersten Zeit verfügen Säuglinge zwar über den sogenannten Nestschutz, das heißt über Antikörper ihrer Mütter, die geimpft sind oder selbst Masern hatten. Diese Abwehrstoffe verschwinden aber, so dass bis zur Impfung eine Immunitätslücke entsteht. Säuglinge können vor Masern geschützt werden, wenn mindestens 95 Prozent der Bevölkerung einen Schutz gegen Masern haben. Man spricht dann von Herdenschutz. In der geimpften Masse erkranken selbst jene nicht, die noch keinen Schutz haben.
  3. Nur durch Impfungen schafft man es, gefährliche Krankheiten auszurotten: Ein Beispiel ist die Schluckimpfung gegen Kinderlähmung, die Anfang der 1960er Jahre in der Bundesrepublik eingeführt wurde. 4700 Kinder erkrankten 1960 an Kinderlähmung, fünf Jahre später waren es weniger als 50. Seit 1990 gibt es in Deutschland keine Kinderlähmung mehr. Auch die Pocken wurden durch Impfstoffe ausgerottet. Zwei Millionen Menschen weltweit starben noch bis in die 1960er Jahre jedes Jahr daran.
  4. Anhaltende Nebenwirkungen einer Impfung sind extrem selten: Bei zwei bis fünf von 100 Geimpften kann durch die Lebendimpfung eine abgeschwächte Form der Masern auftreten mit Fieber und Ausschlag, die aber nicht ansteckend sind und ohne Folgen wieder ausheilen. Allergische Reaktionen und länger anhaltende Gelenkentzündungen sind laut Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung sehr selten. Eine Gehirnentzündung nach Impfung sei weltweit nach Impfung in wenigen Einzelfällen beobachtet worden, heißt es. Ein Zusammenhang mit Impfung habe jedoch nicht belegt werden können.
  5. Mehrfachimpfstoffe schaden dem Immunsystem nicht: Bis zu sechs Impfstoffe enthalten die heutigen Mehrfachimpfungen, bei der Masern-Mumps-Röteln-Impfung sind es drei. In den modernen Impfstoffen sind meist nur einzelne Bestandteile der Erreger. So war früher im Keuchhusten-Impfstoff das vollständige Bakterium, und damit 3000 Antigene, wie das Robert Koch Institut schreibt. In allen heutigen Schutzimpfungen fänden sich zusammengenommen nur noch 150. Das kindliche Immunsystem sei gut gerüstet, um damit umzugehen. „Es setzt sich tagtäglich mit einer vielfach größeren Menge von Antigenen auseinander, als dies bei Impfungen der Fall ist.
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