Konstanz und Kreuzlingen wären dem Erdboden gleich gemacht. Nur die wenigsten Menschen überleben. Petershausen-West, die Niederburg, das Paradies und ein Großteil des Industriegebietes sind nur noch ein dampfender Krater. Der Rest der Stadt sieht nicht viel besser aus. Alle Gebäude sind entweder durch die Druckwelle zerstört worden, oder stehen durch die Hitze lichterloh  in Flammen. Bis nach Radolfzell gehen noch Scheiben zu Bruch, vom nachfolgenden „Fallout“, also dem giftigen Niederschlag der danach folgt, ganz zu schweigen.

In Waldshut, Friedrichshafen oder Villingen-Schwenningen würde die Situation nicht anderes aussehen. Ganz Waldshut ist nur noch ein Loch im Boden, in einem Umkreis von drei Kilometern steht nichts mehr. In Friedrichshafen steht ebenfalls kein Stein mehr auf dem anderen. Was von der Stadt nicht durch die erste Explosion weggefegt wurde, verbrennt. In großen Teilen von Lindau, Romanshorn und Ravensburg kommt es zu massiven Schäden an den Gebäuden.

Villingen-Schwenningen ist eine einzige Ruine. Je nachdem, auf welchen Stadtteil die Bombe abgeworfen wird mit totaler Zerstörung in Villingen, oder in Schwenningen.

Die Auswirkungen bleiben jedoch die Gleichen: Nur mit viel Glück könnte man diese Katastrophe überleben – um dann mit den katastrophalen Nachwirkungen kämpfen zu müssen.

Wir sprechen hier von folgendem, erschreckenden Szenario: Was würde passieren, wenn eine Atombombe auf Städte in der Region fiel? In diesen Zeiten ist die Gefahr einer solchen Tragödie zum Glück nicht mehr so präsent wie sie es zum Beispiel in den sechziger Jahren war - zum Glück.

Eine Hiroshimabombe auf Konstanz hätte ungefähr 92 000 Tote zur Folge – in den ersten 24 Stunden. Direkt beim Einschlag kämen wohl 31 000 Menschen ums Leben, ebenso viele wären teils schwer verletzt.
Die Daten stammen aus dem Simulator des Wissenschaftshistoriker und Programmierer Alex Wellerstein.
 

Videoaufnahmen aus Hiroshima. Entstanden 1946, gedreht von der US-Armee


 
 
Darin hat er, basierend auf Google-Maps Karten und Einwohnerzahlen aus dem Jahr 2011 über drei Jahre eine Simulation entworfen, die vor allem eines soll: Zeigen, wie verheerend Atomwaffen sind.
Dazu hat er berechnet, was für einen Schaden bekannte, abgeworfene Atombomben, so wie „Little Boy“ über Hiroshima oder „Fat Man“ über Nagasaki, anrichten könnten.

Zwei Arbeiter stehen hinter der scharfen Atombombe mit Spitznamen "Fat Man" (Archivbild US-Militär vom 16.07.1945).
Zwei Arbeiter stehen hinter der scharfen Atombombe mit Spitznamen "Fat Man" (Archivbild US-Militär vom 16.07.1945). | Bild: - (DoD)


Die Geschichte wird umso realer und beängstigender, wenn man diese Waffen auf den eigenen Heimatort anwendet. So würde zum Beispiel eine 9 Kilotonnenbombe, 160 000 Tote in 24 Stunden bedeuten – Fiele sie auf Konstanz. Memmingen, Kempten sogar München und Teile von Passau wären verstrahlt. Erschreckend? Es wird noch erschreckender, wenn man sich klar macht, dass sich Bomben mit solch einer Sprengkraft noch aktuell im Arsenal der russischen Armee befindet. So eine Bombe würde Berlin fast komplett auslöschen – mit 2,2 Millionen Toten in 24 Stunden. Je nach Windrichtung würde die Strahlung und der folgende Fallout dann noch weite Teile Polens, Lübeck, Schwerin, Hamburg, Hannover, Bielefeld, Erfurt, Dresden oder Leipzig teils tödlich verstrahlen.

Atomwaffen in den Arsenalen der USA und der Sowjetunion, bzw. Russlands in den Jahren 1945 bis 2015; Zahl der Sprengköpfe der neun ...
Atomwaffen in den Arsenalen der USA und der Sowjetunion, bzw. Russlands in den Jahren 1945 bis 2015; Zahl der Sprengköpfe der neun Atommächte im Jahr 2015. | Bild: dpa-infografik (dpa-Grafik)

Die Darstellung der Simulation ist einfach gehalten, aber das schmälert die Eindrücklichkeit keinen Deut. Wenn man auf den „Detonate“ Knopf drückt und die Zahlen für die Toten und Verletzen rasend schnell nach oben steigen, merkt man, wie gefährlich solche Waffen sind – und warum eine atomare Abrüstung wichtig und richtig ist. 


Hier können Sie die Simulation ausprobieren