Cool bleiben, wenn es heiß wird: Einige Tiere haben sich mit erstaunlichen Tricks an extreme Temperaturen angepasst. Viele von ihnen leben in Wüsten, in denen das Thermometer auf atemberaubende 80 Grad Celsius in Bodennähe klettern kann.

  • Kamele: Natürlich dürfen auch die Kamele nicht fehlen, die vielleicht am besten an die heißen Temperaturen angepasst sind. Entgegen aller Gerüchte speichern sie zwar kein Wasser in ihren Höckern, sehr wohl aber können sie Unmengen davon auf einmal trinken, wenn sie erst einmal eine Wasserstelle gefunden haben, nämlich bis zu atemberaubende 200 Liter. Um so viel Wasser überhaupt schadlos aufnehmen zu können, haben Kamele keine runden Roten Blutkörperchen, sondern spezielle ovale, die sich bis zu 270-fach ausdehnen können und so dem Organismus bei der Wasserspeicherung helfen. Damit das kostbare Nass nicht gleich wieder verloren geht, haben Kamele noch einen weiteren Trumpf. Der norwegische Tierphysiologe Knut Schmidt-Nielsen fand heraus, dass die Tiere über spezielle Membranen in ihren Nüstern bis zu sechzig Prozent des Wasserdampfes ihrer Ausatemluft resorbieren können.
<strong>Wüstenfuchs: </strong>Warum der Fennek so große Ohren hat? Ja, damit er gut hören kann, aber sie dienen auch der Wärmeregulierung.
Wüstenfuchs: Warum der Fennek so große Ohren hat? Ja, damit er gut hören kann, aber sie dienen auch der Wärmeregulierung. | Bild: stock.adobe.com
  • Wüstenfuchs (Fennek): Wüstenfüchse fressen so ziemlich alles, was sie überwältigen können. Wüstenspringmäuse sind natürlich lecker, aber leider eben auch sehr schnell. Käfer lassen sich da schon leichter überwältigen und auch wenn sie vielleicht nicht ganz so gut schmecken mögen, versorgen sie die kleinen Wüstenfüchse doch mit der lebensnotwendigen Feuchtigkeit. Die auch Fennek genannten Wildhunde haben aber noch mehr Tricks auf Lager, um in ihrer lebensfeindlichen Umwelt bestehen zu können. Auf Nahrungssuche gehen sie vornehmlich in der Dämmerung oder nachts. Dabei helfen die wirklich riesigen Ohren, mit denen sie vorzüglich hören können. Die gutdurchbluteten Ohren dienen aber auch zur Wärmeregulierung. Das warme Blut kann auf dieser relativ großen Oberfläche unter der dünnen Haut sehr schnell abkühlen. Wenn das immer noch nicht genügt, kann der Fennek atemberaubend schnell hecheln, nämlich bei 38 Grad Celsius mit ganzen 690 Atemzügen pro Minute. Die Verdunstungskühle, die dabei an der Zunge und im Mund- und Rachenraum entsteht, reicht aus, um dem Wüstenfuchs einen kühlen Kopf zu bewahren.
<strong>Lungenfisch:</strong> Er kann Luft atmen.
Lungenfisch: Er kann Luft atmen. | Bild: stock.adobe.com
  • Afrikanischer Lungenfisch: Die Lebensbedingungen der Wüstenfische sind knüppelhart. Verdunstet das Nass mehr und mehr, haben sie ein großes Problem. Nicht nur, dass sich der Salzgehalt immer stärker konzentriert und der Sauerstoffgehalt immer weiter abnimmt – irgendwann ist ganz einfach kein Wasser mehr da. Lungenfische haben jetzt noch einen Trumpf. Trocknet Afrikanischen Lungenfischen ihr Gewässer aus, graben sie sich zunächst im kühlen Schlamm ein. Ein spezieller Schleimkokon schützt sie noch vor Austrocknung. Da die urtümlichen Tiere über Lungen verfügen, können sie den Luftsauerstoff atmen und müssen nicht ersticken, wenn kein Atemwasser mehr vorhanden ist. In ihrem Kokon fallen sie in einen tranceartigen Sommerschlaf. Kommt dann nach einigen Monaten die Regenzeit und das Wasser zurück, erwachen sie zu neuem Leben.
<strong>Kompasstermiten:</strong> Ihr Bau ist natürlich klimatisiert.
Kompasstermiten: Ihr Bau ist natürlich klimatisiert. | Bild: stock.adobe.com
  • Australische Kompasstermiten: Über die ausgeklügeltsten Klimaanlagen im Tierreich verfügen die Termiten. Australische Kompasstermiten richten ihre meterhohen Bauten exakt in Nord-Süd-Richtung aus, so dass nur die schmale Seite von der Sonne beschienen wird. Im Inneren der Termitenhügel züchten sie einen feuchtigkeitsliebenden Pilz, von dem sie sich ernähren, und der dementsprechend gut umsorgt werden will. Die Temperatur und Luftfeuchtigkeit regulieren die kleinen Insekten mit Hilfe eines ausgeklügelten Systems von Luftschächten und Isolationsschichten, die sich durch den gesamten Bau erstrecken. Sozusagen im Keller ihres architektonischen Meisterwerks graben die nur wenige Millimeter kleinen Tiere Stollen in bis zu 20 Meter Tiefe herab, um so an das erfrischende Grundwasser zu gelangen.
<strong>Nebeltrinker-Käfer: </strong>Er sammelt Trinkwasser aus der Wüstenluft.
Nebeltrinker-Käfer: Er sammelt Trinkwasser aus der Wüstenluft. | Bild: Didier Descouens
  • Nebeltrinker-Käfer: Schwarzkäfer graben sich zwar tagsüber ein, um nicht in der heißen Mittagsglut brutzeln zu müssen, aber bis zum Grundwasser gelangen sie so nicht. Die Insekten haben einen anderen Trick drauf, der sie nicht verdursten lässt. In der Nacht und in den frühen Morgenstunden machen sie eine Art Kopfstand und verharren so eine ganze Zeit lang still. Der Nebel, der zu dieser Zeit auch in den Wüsten in der Luft liegt, schlägt sich nun auf dem Chitinpanzer der Käfer ab. In speziellen Rillen sammeln sich die Tautropfen und laufen dem kopfstehenden Käfer sozusagen direkt in den Mund.
<strong>Flughuhn:</strong> Im Gefieder kann es Wasser transportieren.
Flughuhn: Im Gefieder kann es Wasser transportieren. | Bild: Nico Smit (stock.adobe.com)
  • Flughühner: Es gibt eine ganze Reihe von größeren Tieren und Vögeln, die ihren Durst in Oasen stillen können. Flughühner legen bei der Wassersuche Distanzen von 70 und mehr Kilometern zurück. Um auch ihre im Nest zurückgebliebenen Nachkommen mit Wasser versorgen zu können, haben sie einen ganz besondern Trick entwickelt: In ihrem vollgesogenen Brust- und Bauchgefieder nehmen sie das Wasser ganz einfach mit. Immerhin etwa ein Drittel des so getankten Wassers kommt auch wirklich bei den Küken an.
<strong>Afrikanischer Elefant:</strong> Das sprichwörtliche Elefantengedächtnis hilft beim Überleben: Die Dickhäuter wissen genau, wo so einmal Wasser gefunden haben.
Afrikanischer Elefant: Das sprichwörtliche Elefantengedächtnis hilft beim Überleben: Die Dickhäuter wissen genau, wo so einmal Wasser gefunden haben. | Bild: Alexander Joe (afp)
  • Afrikanischer Elefant: Elefanten setzen auf ihr hervorragendes Gedächtnis und merken sich sehr gut, an welchen Stellen es einmal Wasser gab, bevor es weggetrocknet ist. Mit ihren sprichwörtlichen Elefantenkräften buddeln sie an diesen Stellen dann so gut sie nur können und werden dabei auch durchaus fündig. Da auch Afrikanische Elefanten den Abkühltrick mit den großen Ohren beherrschen, ist selbst beim Buddeln für die notwendige Erfrischung gesorgt.