Herkömmliche Autos stehen wegen Kohlendioxid- und Stickoxid-Emissionen in der Kritik. Deshalb fordern Aktivisten und viele Politiker die Umstellung auf Elektro-Mobilität und wollen, dass gar keine Verbrennungsmotoren mehr gebaut werden. Viele Hersteller wollen dem nachkommen. Es entstehen inzwischen leistungsstarke Modelle mit zunehmend größerer Reichweite.

Wirklich die saubere Zukunft?

Vermarktet werden Elektro-Autos als saubere Zukunft – gerade in den Industrieländern. Allerdings fehlt oft das Bewusstsein dafür, dass die vermeintliche Lösung andere Probleme schafft. Denn die Batterie-Technik ist keinesfalls der Weisheit letzter Schluss. Manche sagen, sie sei umweltschädlicher als der Bau herkömmlicher Wagen.

Batterie-Bau braucht Wasser

Warum? Der Akku braucht Lithium. Dieses chemische Element gilt als essenziell für den größten Bauteil eines Elektro-Autos – die Batterie. Doch zu seiner Herstellung wird nicht nur vergleichsweise viel Wasser benötigt. Beim Lithium-Abbau werden auch Chemikalien verwendet, die zusammen äußerst aggressiv wirken. Der giftige Staub beeinträchtigt in den Abbauregionen der Anden-Staaten Südamerikas Landwirtschaft und Tiere, die mit ihrer Wolle und ihrem Fleisch die Lebensgrundlage für die indigene Bevölkerung liefern.

Belastung durch Kohlendioxid

Lithium ist aber nur ein Rohstoff unter vielen, die für die Produktion eines Elektro-Autos notwendig sind. Um sie zu gewinnen, wird so viel Kohlendioxid freigesetzt, dass Experten wie die Forscher des Wuppertaler Instituts für Klimaforschung davon ausgehen, E-Mobilität stelle im Vergleich zu Verbrennungsmotoren eine viele höhere Belastung dar, zumindest, wenn die Autos eine ähnliche Reichweite haben.

Raubbau an der Landschaft

Politiker und Tesla-Fahrer glauben, etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Doch der Kampf um saubere Energie, das sprechen die Bauern in Südamerika deutlich aus, wird auf ihrem Rücken ausgetragen. Wie ungleich diese zwei Welten sind, wurde bereits in TV-Dokumentationen gezeigt. Während auf den großen Automessen luxuriöse E-Modelle glänzen, zeugen karge, staubige Landschaften in der argentinischen Provinz Jujuy von existenzieller Not.

Erhöhter Ausstoß von CO2

Die Kritik an der Batterie-Technik findet auch in Deutschland das Echo von Experten: Elektroautos entlasten die deutsche Klimabilanz nach einer Studie des Kölner Physikprofessors Christoph Buchal nur auf dem Papier – in Wirklichkeit erhöhten sie den CO2-Ausstoß sogar. Sobald der CO2-Ausstoß bei der Herstellung der Batterien und der deutsche Strommix in der Rechnung berücksichtigt werde, belaste ein E-Auto das Klima um 11 bis 28 Prozent mehr als ein Dieselauto, heißt es in einer Studie des Münchner Ifo-Instituts.

Vergleich mit Diesel

Lithium, Kobalt und Mangan für die Batterien würden mit hohem Energieeinsatz gewonnen und verarbeitet. Eine Batterie für einen Tesla Model 3 belaste das Klima mit 11 bis 15 Tonnen CO2. Bei einer Haltbarkeit des Akkus von zehn Jahren und einer Fahrleistung von 15.000 Kilometern im Jahr bedeute allein das schon 73 bis 98 Gramm CO2 je Kilometer, rechneten die die Studienautoren Buchal, Hans-Dieter Karl und Hans-Werner Sinn vor. Dazu kommen noch die CO2-Emissionen des Stroms. In Wirklichkeit stoße der Tesla zwischen 156 und 181 Gramm CO2 pro Kilometer aus und damit deutlich mehr als ein vergleichbarer Diesel-Mercedes.