Die Zeiten, in denen einzig Apples iPhone als Statussymbol und technischer Vorreiter galt, sind vorbei. Wer ein leistungsstarkes und damit sehr flexibel einsetzbares Smartphone sucht, wird auch bei anderen Herstellern fündig. Die interessantesten Alternativen zum neuen iPhone stellen wir Ihnen vor. Aktuelle Betriebssysteme und die Unterstützung aller wichtigen Funkstandards einschließlich LTE sind in dieser Klasse eine Selbstverständlichkeit.

Google Pixel: Der Internet-Riese Google will Apple erneut auf dem Smartphone-Markt Konkurrenz machen. Seit Oktober sind das neue Google Pixel 2 und die größeren Variante Pixel 2 XL zu haben. Das Pixel 2 hat einen Fünf-Zoll-Bildschirm, die größere Variante gibt es mit sechs Zoll. Ähnlich wie bei den Geräten der Konkurrenten umfasst der Bildschirm mittlerweile fast das gesamte Handy. Google setzt bei seinem neuen Smartphone auch auf seine Expertise bei maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz. So ist in die Geräte der sprechende Google Assistent integriert. Eine neue Anwendung für seine lernenden Maschinen findet Google bei der automatischen Musikerkennung: Bei eingeschalteter Funktion identifiziert das Telefon alle Songs, die in seiner Umgebung laufen, und blendet die Titel ein. Über die Benachrichtigungen können sie dann zum Beispiel bei YouTube abgerufen werden. Die neue Funktion „Google Lens“, bei der Inhalte im Bild erkannt werden können, funktioniert zunächst nur in der Foto-App – später soll es aber reichen, einfach die Smartphone-Kamera auf ein Objekt oder ein Gebäude zu richten.

Bei der Kamera bekommen die Pixel-Smartphones nun auch die zuvor von Apple eingeführte Porträt-Funktion, bei der der Hintergrund per Software verschwommen dargestellt wird. Dadurch sollen die Smartphone-Fotos denen einer Spiegelreflexkamera ähnlich sehen. Apples iPhones nutzen dafür eine Doppel-Kamera – Google erklärt, dank eines Bildsensors mit kombinierten Pixeln mit einer Linse auszukommen. Zusätzlich wird der Porträt-Effekt auch für die Selfie-Kamera eingeführt – allerdings per Software erstellt. Das Pixel 2 gibt es in einigen Ländern ab 649 Dollar (gut 550 Euro), das Pixel 2 XL ist für 849 Dollar zu haben.

Die neuen Pixel 2 und Pixel 2 XL Smartphones.
Die neuen Pixel 2 und Pixel 2 XL Smartphones. | Bild: AFP

Samsung Galaxy S8: Der wohl bekannteste und wichtigste iPhone-Konkurrent heißt seit Jahren Galaxy und stammt von Samsung. Die beiden aktuellen Varianten S8 und S8+ sind seit Ende April auf dem Markt. Markant sind die nach außen gebogenen Bildschirme, die 5,8 beziehungsweise 6,2 Zoll groß sind und jeweils 2960 mal 1440 Bildpunkte zeigen. Auf physikalische Knöpfe hat Samsung gänzlich verzichtet. Neben diesem auffälligen Design bieten die Geräte der S8-Generation serienmäßig eine Speicherkapazität von 64 GByte, die sich mit einer Micro-SD-Karte kostengünstig um bis zu 256 GByte erweitern lassen. Das ist zweifellos ein Plus gegenüber der Apple-Konkurrenz, bei der sich der Käufer vorab auf die Kapazität festlegen muss, da keine Erweiterung möglich ist. Neben der 12-Megapixel-Kamera an der Rückseite bieten die S8-Modelle auch eine leistungsstarke Frontkamera mit acht Millionen Bildpunkten.

Mit Preisen ab rund 800 Euro sind auch die S8-Modelle kein Schnäppchen.

Sony Xperia XZ Premium: Hatte Sony in den vergangenen Jahren vor allem auf Vielfalt und Smartphones der Mittelklasse gesetzt, so erhebt der Hersteller mit dem Xperia XZ Premium zu Recht den Anspruch, wieder in High-End-Gerät im Angebot zu haben. Das staubgeschützte und wasserbeständige Gehäuse verfügt über einen 5,5-Zoll-Bildschirm mit beachtlichen 3840 mal 2160 Bildpunkten. Auch die Auflösungen der beiden Kameras sind mit 19 beziehungsweise 13 Millionen Bildpunkten überdurchschnittlich. Damit lassen sich unter anderem 4K-Videos aufnehmen. Der interne Speicher ist mit 64 GByte bestückt und lässt sich um bis zu 256 GByte aufrüsten. Und mit dem Snapdragon 835 verbaut Sony auch einen der schnellsten Smartphone-Prozessoren. Mit einem Preis von rund 600 Euro ist das Xperia XZ Premium eine Alternative in der High-End-Klasse.

Huawei P10 Plus: Mit dem P10 Plus ist es auch Huawei gelungen, sich als Anbieter auch in der Premium-Klasse zu etablieren. Das fällt schon bei der Optik auf. So ist das P10 Plus aus einem Alu-Block gefertigt. Auf der Rückseite befinden sich gleich zwei Kameras – eine liefert Schwarz-Weiß-Bilder, die andere Farbfotos. Das soll insbesondere Porträt-Fotografen ansprechen. Die Auflösung liegt bei 20 Millionen Bildpunkten. Die Darstellung erfolgt auf einem 5,5-Zoll-Bildschirm mit 2560 mal 1440 Bildpunkten.

Das P10 Plus verfügt wahlweise über einen internen Speicher mit 64 oder 128 GByte, der sich mittels Speicherkarte um 256 GByte erweitern lässt. Als Prozessor setzt Huawei eine Variante mit acht Kernen ein, die mit bis zu 2,4 GHz arbeiten. Das sorgt für ausreichende Rechengeschwindigkeit. Gut 700 Euro kostet das Huawei-Spitzenmodell.

LG G6: Seit dem Sommer ist das G6 von LG auf dem deutschen Markt erhältlich. Es kostete mal 750 Euro, jetzt teilweise nur noch 400 Euro. Aber es ist durchaus ein Hochleistungs-Smartphone, das mit dem Snapdragon-821-Prozessor arbeitet, der über vier Kerne verfügt. Der interne Speicher ist mit 64 GB bestückt, lässt sich aber mittels einer Micro-SD-Karte erweitern. Der Bildschirm misst 5,7 Zoll in der Diagonalen und zeigt 2880 mal 1440 Bildpunkte. Die Kamera an der Rückseite nimmt 13, jene an der Frontseite fünf Millionen Bildpunkte auf. Das Gehäuse ist staubdicht und gegen Wasser geschützt. So sind es nicht die einzelnen Werte, die für Aufsehen sorgen, sondern das Gesamtpaket. Vor allem mit Blick auf den sinkenden Preis ist das Gerät ein interessantes Angebot.

Nokia 8: Einst war Nokia Marktführer bei den Mobiltelefonen. Dann begann der Siegeszug der Smartphones und Nokia verschwand von der Bildfläche. Erste Versuche des neuen Eigentümers Microsoft, die Marke wiederzubeleben, waren nicht von Erfolg gekrönt. Nun soll es das neue Nokia 8 richten. Es ist zweifellos hervorragend ausgestattet.

So arbeiten acht Prozessorkerne im Innern, gehören 64 GByte Arbeitsspeicher (um bis zu 256 GByte erweiterbar) zum Lieferumfang und stecken gleich zwei 13-Megapixel-Kameras mit Zeiss-Optik im Gerät. Die Darstellung erfolgt auf einem 5,3-Zoll-Bildschirm mit 2560 mal 1440 Bildpunkten. Der Preis von 599 Euro ist in jedem Fall beachtlich.

Gebrauchte Smartphones

Wer ein Smartphone gebraucht kauft, kann viel Geld sparen. Bei der Suche im Internet gibt es Angebote von Privatpersonen und von Händlern – mitunter sind die Geräte fast wie neu. "Wer bei einer Privatperson kauft, sollte vorsichtig sein und genau auf die Bewertungen des Verkäufers achten", rät Bettina Seute von teltarif.de. Grundsätzlich müssen Privatpersonen zwar auf Mängel am Gerät wahrheitsgemäß hinweisen. Sie müssen Käufern aber kein Gewährleistungsrecht zugestehen. Händler sind hingegen gesetzlich dazu verpflichtet, Käufern eine Gewährleistung einzuräumen – 24 Monate auf Neuware und zwölf auf Gebrauchtware. Das bedeutet: Der Käufer kann in der Regel verlangen, dass der Händler innerhalb dieser Frist Mängel repariert, die schon beim Kauf bestanden und dem Käufer nicht bekannt waren. "Wenn es um ein hochpreisiges Gerät geht, kann es sich also lohnen, das Smartphone bei einem Händler zu kaufen", sagt Seute. (dpa)