Der auf Ökostrom aus Wasserkraft spezialisierte Energieversorger Energiedienst hat im abgelaufenen Geschäftsjahr dank eines Booms bei erneuerbaren Energien und steigender Preise im Strom-Großhandel gut verdient. Obwohl das Jahr durch negative Corona-Effekte geprägt worden sei, sei man mit dem Jahresergebnis „sehr zufrieden“, sagte Energiedienst-Chef Jörg Reichert.

Jörg Reichert, Chef vom Energieversorger Energiedienst.
Jörg Reichert, Chef vom Energieversorger Energiedienst. | Bild: Enegiedienst

Den deutlichen Rückgang des Stromabsatzes bei Geschäftskunden während des Lockdowns habe man durch „viele positive Effekte kompensieren können“.

Blockheizkraftwerke und Solarfarmen

2020 verdiente die EnBW-Tochter, die zwischen Rhein und Schwarzwald 54 Wasserkraftwerke betreibt, unter dem Strich knapp 44 Millionen Euro und damit fast vier mal mehr als im Vorjahr. Der Zuwachs geht vor allem aufs Konto von Einmaleffekten, die den Gewinn 2019 auf unter zehn Millionen Euro drückten. Auch beim Umsatz legte der Energieversorger, dessen Kerngebiet in Südbaden liegt, zu und knackte erstmals die Schwelle von einer Milliarde Euro (1,037 Milliarden Euro).

Das könnte Sie auch interessieren

Insbesondere das Geschäft mit Ökostrom, den man unter der Markte Natur-Energie vermarktet, boomte. Zudem baut Energiedienst beispielsweise schlüsselfertige Blockheizkraftwerke oder Solaranlagen. Der Umsatz legte um 60 Prozent zu. 43 neue Blockheizkraftwerke, die ihre Effizienz aus einer Kombination von Strom- und Wärmeerzeugung schöpfen, brachte das Unternehmen 2020 ans Netz. Die Zahl der installierten Photovoltaikanlagen stieg um gut 60 Prozent auf fast 550.

Grüner Wasserstoff vom Hochrhein

Deren Leistung ist mit 14 Megawatt indes nicht vergleichbar mit der Energie, die die konzerneigenen Wasserkraftwerke bereitstellen. Ihre Erzeugung blieb 2020 mit gut 3 Milliarden Kilowattstunden nahezu konstant. Zum Vergleich: Das ist etwa so viel wie eine Dreiviertel Million Haushalte pro Jahr verbrauchen.

Firmensitz ist in der Schweiz

Wasserkraft bildet auch die Grundlage für die Erzeugung grünen Wasserstoffs, die Energiedienst am Standort Whylen in Baden-Württembergs größter Power-to-Gas-Anlage vorantreibt. Die Erzeugung des CO2-freien Brennstoffs soll in den kommenden Jahren versechsfacht werden, sagte ein Energiedienst-Sprecher. Konzernsitz des Energieversorgers ist Laufenburg in der Schweiz. Dort liegen auch große Teile des Netzgebiets.