Arbeitnehmer mit Kindern im Vorschulalter sind die emotionalen Verlierer der Corona-Krise. Wie aus einer Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervorgeht, hat die Lebenszufriedenheit von Müttern und Vätern mit Kleinkindern unter allen Bevölkerungsgruppen am meisten gelitten.

Junge Mütter leiden am meisten unter der Corona-Ausnahmesituation

Insbesondere die Mütter verkrafteten nach DIW-Daten die Ausnahmesituation schwer und haben im Vergleich zu Voruntersuchungen an Lebenszufriedenheit eingebüßt, heißt es vom DIW. „Es zeigt sich, dass vor allem Mütter von einer geringeren Zufriedenheit mit ihrem Leben berichten“, sagte Katharina Spieß, Leiterin der Abteilung Bildung und Familie am DIW. Bei Vätern war die Unzufriedenheit geringer ausgeprägt. „Die Ergebnisse unterstützen die Vermutung, dass die zusätzlichen Belastungen öfter von Müttern getragen werden“, so Spieß.

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Bemerkenswert ist, dass Eltern mit kleinen Kindern gewöhnlich sehr zufrieden sind. In einer vor zwei Jahren durchgeführten DIW-Untersuchung zählten sie zu den zufriedensten Bevölkerungsgruppen.

Eine Frau sitzt an ihrem Laptop und telefoniert, während ihr Kind neben ihr in einem Kinderstuhl am Tisch sitzt. Junge Mütter haben laut einer DIW-Studie durch die Coronazeit am meisten Lebenszufriedenheit verloren.
Eine Frau sitzt an ihrem Laptop und telefoniert, während ihr Kind neben ihr in einem Kinderstuhl am Tisch sitzt. Junge Mütter haben laut einer DIW-Studie durch die Coronazeit am meisten Lebenszufriedenheit verloren. | Bild: Christian Beutler, dpa

Dass die Unzufriedenheit der jungen Eltern in Zeiten von Corona massiv zugenommen hat, erklären sich die DIW-Forscher vor allem durch die Doppelbelastung, die durch Job und Kinderbetreuung entsteht. In Baden-Württemberg waren viele Betreuungseinrichtungen wie Kindergärten von Mitte März bis Ende Juni geschlossen. Die angebotene Notbetreuung konnten Eltern nur in Ausnahmefällen in Anspruch nehmen. „Der Wegfall von institutionellen Betreuungs- und Bildungsangeboten scheint Eltern von Kindern in einem Alter von unter sechs Jahren am härtesten zu treffen“, sagt denn auch Studienautor Mathias Huebener, Bildungsökonom am DIW.

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Weiterer Effekt: Insbesondere die Zufriedenheit von Eltern mit hohen Schulabschlüssen wie Abitur sank überproportional. Normalerweise sind sie deutlich zuversichtlicher als Menschen mit niedrigem Bildungsabschluss.

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