Der exportorientierte Sanitärhersteller Geberit leidet unter dem starken Schweizer Franken. Wie das Unternehmen mit Sitz in Rapperswil am Zürichsee mitteilte, sank der Umsatz der Geberit-Gruppe in den ersten sechs Monaten des Jahres 2020 um fast zehn Prozent auf knapp 1,47 Milliarden Franken (rund 1,4 Milliarden Euro).

Darin eingerechnet seien 87 Millionen Franken wegen „negativer Währungseffekte“, wie das Unternehmen mitteilte. Diese gingen vor allem auf die starke Schweizer Landeswährung zurück – ein Effekt, der sich im Jahresverlauf noch verstärkt habe. Das Unternehmen bilanziert in Franken, macht einen Gutteil seines Geschäfts aber in anderen Währungen, etwa dem Euro. Diese verlieren derzeit gemessen am Franken an Wert.

Harsche Umsatzeinbrüche in Südeuropa

Allerdings ist Geberit, das seinen Deutschlandsitz mit rund 1500 Mitarbeitern in Pfullendorf nahe des Bodensees hat, auch durch die Corona-Krise getroffen. Der Grund: Das Unternehmen liefert der Baubranche zu. In vielen europäischen Ländern – etwa in Italien, Frankreich, Großbritannien und Spanien – waren Baustellen aber für Monate wegen der Pandemie geschlossen. In diesen Ländern musste Geberit im ersten Halbjahr Umsatzrückgänge bis zu einem Drittel hinnehmen.

Im deutschsprachigen Raum und in den Benelux-Staaten legten die Geschäfte indes sogar leicht zu.

Keine Kurzarbeit in Pfullendorf

Eine Prognose für das Gesamtjahr machte Geberit nicht. Auch zum Gewinn äußerten sich die Schweizer nicht. Ein Sprecher sagte aber, am Standort Pfullendorf werde nicht kurzgearbeitet. Auch nehme Geberit wegen der Pandemie keine Staatshilfen in Anspruch.