Baden-Württembergs größter Energieversorger EnBW erhöht die Gaspreise für Hunderttausende Haushalte bundesweit deutlich. Wie ein EnBW-Sprecher dem SÜDKURIER sagte, stiegen die Tarife in der Gas-Grundversorgung ab Anfang 2022 um 18,7 Prozent. Die Preise für die meisten Sonderverträge außerhalb der Grundversorgung änderten sich in ähnlichem Umfang, so der Sprecher.

Yello-Kunden ebenfalls betroffen

Für einen Musterhaushalt mit einem Jahresverbrauch von 20.000 Kilowattstunden Gas bedeute das einen Aufschlag von rund 22 Euro pro Monat. Kunden der EnBW-Tochter Yello müssen sich ebenfalls auf eine Preiserhöhung einstellen. Ab Januar steigen hier die Preise nach Angaben des Sprechers um „durchschnittlich 15,9 Prozent“.

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Deutschlandweit hat die EnBW nach eigenen Angaben noch rund 70.000 Kunden in der Gas-Grundversorgung. Das ist sozusagen der Standard-Tarif. Wer seinen Energieversorger noch nie gewechselt hat, bezieht Grundversorgungs-Gas. Der baden-württembergische Staatskonzern stellt die Grundversorgung in großen Teilen des Landes, auch teilweise im Bodensee-Gebiet und im Schwarzwald.

Auch Tarife der Sonderverträge steigen

Im Markt relevanter als die Grundversorgung sind indes die Gas-Sonderverträge. Die EnBW nennt hier zwar keine Kundenzahlen, laut Energie-Monitoringbericht der Bundesnetzagentur haben aber rund 80 Prozent der Gas-Kunden branchenweit mittlerweile einen Gasvertrag außerhalb der Grundversorgung. Das ist eine Folge des immer härter werdenden Preiswettbewerbs.

Konzern gibt steigende Preise im Großhandel zum Teil weiter

Die EnBW macht für die Tarifanpassung insbesondere die Preisentwicklung an Energiebörsen und im Großhandel verantwortlich. Für Gas, das von den Versorgern im Jahr 2022 bezogen wird, habe sich der Preis „um den Faktor 3,5“ erhöht, hieß es. Gleichzeitig führten die ab Januar steigenden CO2-Abgaben zu höheren Kosten, so der Konzern. Trotz einer „vorausschauenden Beschaffungsstrategie“ sei es der EnBW nur zum Teil gelungen, die Preissprünge aufzufangen.

Heizstrom leicht günstiger

Die EnBW-Tarife für Verbraucher, die mit Wärmepumpen oder Nachtspeicheröfen heizen, sinken indes. Für einen Standard-Haushalt mit einem Jahresverbrauch von 7600 Kilowattstunden sänken die Stromkosten um 1,8 Prozent, beziehungsweise 2,75 Euro pro Monat, so der Konzern. Normale Stromtarife sind davon unberührt.