Die Übernahme des Lkw-Zulieferers Wabco durch Deutschlands drittgrößten Automobilzulieferer ZF Friedrichshafen steht nichts mehr im Wege. Wie Wabco am Wochenende mitteilte, lägen alle behördlichen Genehmigungen vor, so dass die Übernahme am 29. Mai vollzogen werden könne. Ein ZF-Sprecher bestätigte dies der „Schwäbischen Zeitung“. Zuletzt hatte eine nicht vorliegende Genehmigung chinesischer Behörden den Vollzug des Geschäfts ausgebremst.

Wabco-Gebäude in Hannover. Der US-belgische Konzern gehört ab Ende Mai zu ZF.
Wabco-Gebäude in Hannover. Der US-belgische Konzern gehört ab Ende Mai zu ZF. | Bild: dpa

ZF hatte 2019 bekannt gegeben, den Spezialisten für Nutzfahrzeugsicherheitssysteme, etwa Sensoren oder Bremsanlagen, übernehmen zu wollen. Die Kaufsumme beträgt rund 6,3 Milliarden Euro.

Schon Ex-ZF-Chef Sommer wollte Wabco haben

Interesse an Wabco – Umsatz 2019 rund 3,1 Milliarden Euro – hatte der Konzern vom Bodensee schon länger. Bereits Ex-ZF-Chef Stefan Sommer wollte bei Wabco einsteigen, stolperte letztendlich aber über den Übernahmeversuch. Heute arbeitet er als Vorstand für Volkswagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Durch Wabco will ZF mehrere Fliegen mit einer Klappe schlagen. Insbesondere geht es darum, zum Systemanbieter für Nutzfahrzeuge zu werden und damit gleichzeitig die Abhängigkeit von den reinen Automobilmärkten zu senken. Zudem sieht ZF in Elektronik- und Sicherheitstechnik, wie etwa Bremsen, wichtige Zukunftsfelder. Sie sollen den stark vom Getriebebau abhängigen Stiftungskonzern auch in der Nach-Verbrenner-Ära im Geschäft zu halten.

Mit Wabco und TRW ist ZF gut aufgestellt

Durch die Übernahme vom US-Konkurrenten TRW ist ZF dies im Automobilbereich schon gelungen. Wabco stellt nun die entsprechende Ergänzung bei Nutzfahrzeugen dar.

Unser bestes Angebot ist wieder da: die Digitale Zeitung + das neuste iPad für 0 €