Entwickelt wurde das Powerline-Getriebe bei ZF in Friedrichshafen, jetzt hat der Konzern damit einen milliardenschweren Auftrag in Nordamerika an Land gezogen. Für die Produktion, die ab 2023 starten soll, will der Konzern seinen Standort in den USA ausbauen. Nach eigenen Angaben investiert ZF gut 150 Millionen Euro in das Getriebewerk in Gray Court, South Carolina und will damit 500 neue Arbeitsplätze schaffen.

Einsatz der Getriebe vor allem in Pickups

Nach Angaben eines Konzernsprechers sollen die Acht-Gang-Getriebe vor allem in schweren Pickups, die in Amerika beliebt sind, verbaut werden. Eine andere Verwendung werden sie in „leichten bis mittelschweren“ Nutzfahrzeugen finden. Wer die Fahrzeughersteller sind, wollte ZF noch nicht bekannt geben. Das ginge erst, wenn die Produkte auf dem Markt seien. Es sei ein sehr großer Hersteller.

Das könnte Sie auch interessieren

„Ein Durchbruch auf dem US-Markt“

Auch über die genaue Höhe des Auftragsvolumens schwieg er. Alleine bei einem Einzelauftrag gehe es um Milliarden. Dazu kommen weitere große Aufträge. Das gesamte Auftragsvolumen betrage „mehrere Milliarden Euro“. „Für die Nutzfahrzeugsparte ist das ein Meilenstein, ein großer Durchbruch im US-Markt“, bewertete der Sprecher das Geschäft.

So sieht es aus: Das ZF-Getriebe Powerline.
So sieht es aus: Das ZF-Getriebe Powerline. | Bild: ZF

Powerline-Getriebe wurde in Friedrichshafen entwickelt

Weltweiter Produktionsstart für Powerline-Getriebe war im Oktober 2020 in Friedrichshafen. Hier wurde es im Bereich Nutzfahrzeugtechnik entwickelt und wird am Bodensee auch für den europäischen Markt gefertigt. Kleinere Stückzahlen können von hier aus auch für Amerika produziert werden, erklärte der Sprecher auf Anfrage des SÜDKURIER.

Das könnte Sie auch interessieren

Die Aufträge würden auch positive Effekte auf den Standort in Friedrichshafen haben. Als Leitwerk für Nutzfahrzeuge sind hier beispielsweise Vertrieb, Entwicklung und Verwaltung angesiedelt. Von den rund 10.000 Mitarbeitern in Friedrichshafen arbeiten gut 4.500 im Bereich Nutzfahrzeuge.

Kraftstoffverbrauch um zehn Prozent reduziert

Das Getriebe soll nach Angaben von ZF den Kraftstoffverbrauch um bis zu zehn Prozent reduzieren und kann auch in Hybrid-Fahrzeugen verwendet werden. „Dank seiner flexibel einsetzbaren Technologie können wir mit Powerline die Erfolgsgeschichte dieses Produktes nun auch im Nutzfahrzeugsegment fortschreiben“, sagt Wilhelm Rehm laut Pressemitteilung, der im ZF-Vorstand unter anderem die Nutzfahrzeugtechnik verantwortet.

An dem Standort Gray Court in South Carolina (USA) investiert ZF gut 150 Millionen Euro.
An dem Standort Gray Court in South Carolina (USA) investiert ZF gut 150 Millionen Euro. | Bild: ZF

„Damit sind wir mit unseren Nutzfahrzeuggetrieben nach Europa und China nun auch im wichtigen Markt Nordamerika präsent. Aufträge wie diese tragen mit dazu bei, jene Erlöse zu erwirtschaften, die wir für Investitionen in weitere Zukunftstechnologien und den Wandel unseres Unternehmens brauchen“, so Rehm.

Das könnte Sie auch interessieren

Powerline eigne sich durch die modulare Bauweise mit unterschiedlichen Anfahrelementen für die Nutzfahrzeugsegmente der mittelschweren Lkw bis 26 Tonnen Gewicht und Busse sowie Pickups, teilte das Unternehmen mit. Ebenfalls möglich sei eine Elektrifizierung des Getriebes als Mild- oder Plug-in-Hybrid. Das Getriebe könne den Kraftstoffverbrauch um bis zu zehn Prozent senken. Außerdem seien 30 Prozent schnellere Schaltzeiten als mit anderen automatisierten Getrieben möglich.