Entspannt urlauben in der Südsee, Sightseeing im Big Apple, fremde Kulturen erleben in Asien – dass Pläne wie diese in diesem Jahr noch Wirklichkeit werden, ist sehr unwahrscheinlich. Zwar werden die Corona-Maßnahmen in Deutschland und anderswo zum Teil langsam wieder gelockert. Ob und wann Urlaubsreisen möglich sind, ist aber noch unklar.

Bundesaußenminister Heiko Maas hatte erst kürzlich gewarnt: „Es darf nicht passieren, dass Menschen in einen Urlaubs-Hotspot fahren, der auch ein Infektions-Hotspot ist, und wieder zurückkommen und das Virus wieder einschleppen.“

Auch Urlaub im Ausland soll möglich sein

Ganz auf Urlaub verzichten müssen die Deutschen aber wohl trotzdem nicht, denn Maas sagte auch: „Es gibt Chancen für Sommerurlaub – aber der wird anders sein.“ Es werde etwa Beschränkungen und Abstandsgebote geben.

Der Tourismus-Beauftragte der Bundesregierung, Thomas Bareiß, der der Tourismusbeauftragte der Bundesregierung ist, hatte eben erst Hoffnung auf Urlaub im Ausland gemacht. Gegenüber Medien sagte der CDU-Bundestagsabgeordnete für den Wahlkreis Zollernalb-Sigmaringen: „Ich glaube, die große Fernreise fällt in diesem Sommer aus, aber das gilt nicht für den ganzen Urlaub.“

Wenn die Entwicklung der Pandemie so weitergehe, werde auch Urlaub in europäischen Nachbarländern wie Österreich, Frankreich, Belgien, Polen und den Niederlanden möglich sein. Entsprechende Gespräche mit den Regierungen werden bereits geführt. Und: „ich würde auch andere Regionen in Europa noch nicht abschreiben, etwa die Balearen oder die griechischen Inseln.“

Wann und für wen das gilt, ist aber noch unklar. Maas hofft, dass im August keine Reisewarnungen mehr ausgesprochen werden müssen. Aktuell gelten diese aber noch – sie wurden erst kürzlich bis mindestens zum 14. Juni verlängert.

Konkret bedeutet das, dass bis dahin vom Auswärtigen Amt vor allen „nicht notwendigen, touristischen Reisen in das Ausland“ gewarnt wird. Reisende ohne dringenden Reisegrund dürfen weder aus Deutschland ausreisen, noch einreisen.

Ein nahezu menschenleerer Flughafen in Hamburg. Ob und wohin in diesem Jahr noch Urlaubsreisen möglich sein werden, ist aktuell noch unklar.
Ein nahezu menschenleerer Flughafen in Hamburg. Ob und wohin in diesem Jahr noch Urlaubsreisen möglich sein werden, ist aktuell noch unklar. | Bild: Christian Charisius

TUI ist optimistisch

Der Reiseanbieter TUI hofft auf einen baldigen Beginn der Urlaubssaison. Das Unternehmen geht aktuell davon aus, „dass der Sommerurlaub möglich sein wird“, wie ein Sprecher auf Anfrage mitteilt. „Wir sind gut vorbereitet, haben uns über die eigenen Hotels hinaus frühzeitig ausreichend externe Hotelkapazitäten gesichert und unser Deutschland-Programm ausgebaut.“ TUI sei auch optimistisch, dass Reisen im Sommer auch in europäische Länder möglich sein wird und stehe „im engen Austausch mit den Regierungen wichtiger Destinationen wie den Balearen, Zypern, Griechenland, Kroatien und Bulgarien.“

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Es lasse sich erkennen, dass die Deutschen ihren Urlaub bald nachholen möchten. „Gäste, deren Reisen von März bis Mitte Juni abgesagt worden sind, buchen zu großen Teilen um. Viele in einen späteren Sommer- oder einen Herbstmonat“, so der Sprecher. Auf der Internetseite von TUI finden weiterhin „rege Suchen nach Urlaubsoptionen statt – das Volumen liegt bei 90 Prozent.“ Es sei davon auszugehen, dass aus den Suchen entsprechende Buchungen werden. „Die Urlauber, die noch keinen Sommerurlaub gebucht haben, werden dies ebenfalls nachholen wollen, sobald erkennbar ist, dass die Reisewarnung nicht für europäische Ziele verlängert wird.“

Vorerst bleibt aber abzuwarten, wann und in welcher Form Urlaub möglich sein wird. Dabei bereiten sich einige Länder in Europa bereits auf den Start einer verspäteten Tourismus-Saison vor: Griechenland etwa will ab Juli wieder ausländische Touristen willkommen heißen, Österreich hofft ebenfalls, dass ab dem Hochsommer der Tourismus mit Gästen etwa aus Deutschland wieder anlaufen kann. Auch Kroatien kündigte an, notwendige Schutzmaßnahmen zu ergreifen, um möglicherweise Urlauber auf Deutschland empfangen zu können.

Dänemark dagegen hat deutschen Touristen erst einmal eine Abfuhr erteilt: Laut Justizminister Nick Hækkerup sollen sie nicht nach Dänemark einreisen dürfen, da sie eine Corona-Infektion ins Land bringen könnten. Vor weiteren Lockerungen der Corona-Maßnahmen im Land müssen erst einmal die Auswirkungen der bisherigen Veränderungen abgewartet werden.

Ein Strand auf Mallorca. Dicht gedrängte Menschenmassen wie auf diesem Bild werden in diesem Jahr vermutlich nirgendwo zu sehen sein.
Ein Strand auf Mallorca. Dicht gedrängte Menschenmassen wie auf diesem Bild werden in diesem Jahr vermutlich nirgendwo zu sehen sein. | Bild: CLARA MARGAIS

Hotel-Öffnungen in Deutschland kommen

Besser sieht es bei Urlauben innerhalb von Deutschland aus. In einem Interview sagte Thomas Bareiß: „Ich glaube schon, dass touristische Übernachtungen im Sommer deutschlandweit möglich sein werden. Allerdings mit den Vorsichtsmaßnahmen, die wir gelernt haben. Und möglicherweise mit verschärften Schutzauflagen für Gegenden mit höheren Infektionszahlen.“ Deutschland sei groß. „Mit etwas Kreativität findet in diesem Sommer jeder ein schönes Ziel, das er noch nicht kennt.“

Der Weg zu einem Deutschland-Urlaub wird jedenfalls geebnet: Nach wochenlanger Corona-bedingter Zwangspause sollen bald auch Hotels, Pensionen oder Ferienwohnungen öffnen können. Wann es soweit ist, sollen die jeweiligen Länder entscheiden. Die Wirtschaftsminister der Länder hatten eine Öffnung von Hotels und Pensionen bis Ende Mai empfohlen – unter der Bedingung, dass Hygienevorschriften und Abstandsregeln eingehalten sowie ein Plan zum Schutz der Beschäftigten vorgelegt wird.

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Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein und Sachsen-Anhalt etwa lassen die Öffnung von Hotels ab dem 18. Mai zu. In Sachsen ist die Öffnung von Hotels und Ferienwohnungen am 15. Mai vorgesehen, auch für Gäste aus anderen Bundesländern. Am 18. Mai will Mecklenburg-Vorpommern den Hotelbetrieb wieder zulassen – erst einmal nur für einheimische Gäste, eine Woche darauf auch für Urlauber aus anderen Bundesländern. Allerdings gilt eine Kapazitätsgrenze von 60 Prozent. Auch in Niedersachsen, wo am 25. Mai wieder Hotels, Pensionen und Jugendherbergen geöffnet werden dürfen, soll die Gästezahl reduziert werden. Unter Auflagen dürfen am 11. Mai Campingplätze öffnen.

In Baden-Württemberg dürfen ab dem 18. Mai wieder Campingplätze für Übernachtungen in Wohnwagen, Wohnmobilen oder festen Mietunterkünften öffnen. Auch Ferienwohnungen dürfen wieder vermietet werden – allerdings nur, wenn eine Selbstversorgung möglich ist. Gemeinschaftseinrichtungen dürfen nicht genutzt werden. Hotels sollen ab dem 29. Mai wieder öffnen dürfen.

Thomas Bareiß mahnt aber, dass es das sonst übliche „ausgelassene, unbefangene Zusammenkommen“ im Urlaub in diesem Jahr nicht geben wird – auch nicht innerhalb von Deutschland. „Wir werden weiterhin Abstand halten müssen und Mundschutz tragen“, sagte er. „Bei den Hotspots wie Neuschwanstein oder dem Brandenburger Tor werden wir zudem die Besucherströme so steuern müssen, dass nicht zu viele Besucher gleichzeitig da sind.“ Es werde Obergrenzen geben müssen.

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