Mit einer ungewöhnlichen Aktion versucht die Wirtschaft, das Thema Impfen voranzutreiben. Mehr als 150 Unternehmen haben sich in der Kampagne #ZusammenGegenCorona zusammengeschlossen und rufen mit unkonventionellen Slogans zum Impfen auf. Mit dabei sind viele Firmen aus Baden-Württemberg, etwa ZF, der Schokoladenhersteller Ritter, Mercedes-Benz oder der Schwarzwälder Badaustatter Hans Grohe.

Original ZF-Motto „See.Think.Act (deutsch: sehen, nachdenken, handeln). Davon gibt es jetzt eine neue Version.
Original ZF-Motto „See.Think.Act (deutsch: sehen, nachdenken, handeln). Davon gibt es jetzt eine neue Version. | Bild: zf
„See. Think. Impf“ – eigentlich heißt das ZF-Motto anders, aber im Kampf gegen die Corona-Krise muss auch der eigene ...
„See. Think. Impf“ – eigentlich heißt das ZF-Motto anders, aber im Kampf gegen die Corona-Krise muss auch der eigene Slogan herhalten. Viele andere Firmen denken ähnlich und ändern derzeit zeitweise ihre Firmen-Motti ab. | Bild: zf

Statt seines Mottos „See. Think. Act“ (deutsch: sehen, denken, handeln) wirbt der Autozulieferer ZF in der Kampagne mit dem augenzwinkernden Wahlspruch „See. Think. Impf.“ Ritter aus Waldenbuch macht mit „Quadratisch, Praktisch, Geimpft“ auf seine Schoko-Tafeln aufmerksam und die Parfümerie Douglas versucht Impf-Gegner mit dem Spruch „Come impf and find out“ zu überzeugen.

Mit Humor gegen die Corona-Krise – kann das gutgehen? „Marken haben Einfluss und Reichweite. Warum also nicht beides für die Botschaft nutzen, dass die eigene Impfung für uns alle der beste Weg aus der Pandemie ist“, sagt Sven Dörrenbächer, Partner bei der Berliner Werbeagentur Antoni, die sich die Kampagne ausgedacht hat. Ein ZF-Sprecher sagte dem SÜDKURIER, man versuche auf normalen Wegen alles, das Impfen voranzubringen und ergänze dies nun durch einen neuen Ansatz.

Der humoristische Ansatz scheint wenig kontrovers. Auf Twitter beispielsweise findet die Aktion mehrheitlich Zustimmung. Unterstützung gibt es auch von Seiten der Politik. Der designierte Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nannte die Kampagne ein „herausragendes Zeichen gesellschaftlicher Verantwortung und Eigeninitiative“.

WVIB veranstaltete Gute-Laune-Gipfel

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass die Wirtschaft der Corona-Trübnis mit Witz den Kampf ansagt. Im Mai veranstaltete beispielsweise der Freiburger Industrieverband WVIB einen Online-Gute-Laune-Gipfel.

Unter dem Motto „Das Virus ist zwar ansteckend, gute Laune aber auch“, sollten die Beteiligten Unternehmen zehn Minuten ausschließlich positive Entwicklungen vortragen. Es bleibe nicht viel mehr, als mit „guter Laune dagegenzuhalten“, sagte Christoph Münzer, WVIB-Hauptgeschäftsführer damals. Ein halbes Jahr später, scheint sich daran wenig geändert zu haben.