Die Corona-Krise und konjunkturelle Unsicherheiten haben der Produktion von Autos in Deutschland einen herben Dämpfer erteilt. Wie aus einer Auswertung des Car Automotive Research Center der Universität St. Gallen hervorgeht, ist die Automobilfertigung im Inland bis Ende Mai auf einen historischen Tiefstand gesunken. „In den ersten fünf Monaten wurden in den Autowerken in Deutschland nur noch knapp 1,2 Millionen Pkw produziert“, schreibt der St. Gallener Autoexperte Ferdinand Dudenhöffer.

Einbruch um fast die Hälfte

Das sei ein Einbruch von 44 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Aufs Gesamtjahr gerechnet könne die Produktion auf rund 3,4 Millionen Pkw fallen – das wäre der niedrigste Wert seit 1976 als Deutschland mit der Ölkrise kämpfte, schreibt der Experte.

Dudenhöffer: Lange tiefes Produktionsniveau

Auch künftig müsse man „von einem tiefen Produktionsniveau in den nächsten Jahren ausgehen“, erklärt Ferdinand Dudenhöffer. Für die Autobauer und Zulieferer bedeute das den Abbau von Produktionskapazitäten. „Es sieht ganz so aus, als würde Deutschland von der Kurzarbeit in eine Entlassungswelle steuern. Nach unserer Einschätzung kostet die Krise in Deutschland gut 100 000 Arbeitsplätze in der Automobil- und Zulieferindustrie“, sagte der Experte. Die Automobilbranche ist der wichtigste Industriezweig Deutschlands mit rund 850 000 direkt Beschäftigten und mehreren Millionen abhängigen Jobs.

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