Die Europäische Zentralbank (EZB) in Frankfurt hat am Donnerstag die Leitzinssätze angesichts der galoppierenden Inflation um 0,75 Prozentpunkte erhöht. Der Hauptrefinanzierungssatz, zu dem sich Banken bei der EZB Geld leihen können, steigt somit auf 1,25 Prozent.

EZB erwartet 2022 und 2023 deutlich höhere Inflation

Die Teuerungsrate im Euroraum wird im laufenden Jahr nach Einschätzung der Europäischen Zentralbank (EZB) noch deutlich höher ausfallen als vor drei Monaten erwartet. Die Notenbank rechnet inzwischen mit 8,1 Prozent Inflation im Gesamtjahr 2022, wie die EZB mitteilte. In ihrer Juni-Prognose hatte die EZB noch eine Teuerungsrate von 6,8 Prozent für das laufende Jahr vorhergesagt.

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Für das kommende Jahr rechnet die Notenbank im Jahresschnitt nun mit einer durchschnittlichen Preissteigerung von 5,5 Prozent (Juni-Prognose: 3,5 Prozent). Für 2024 sagt die EZB eine Inflationsrate von 2,3 (2,1) Prozent voraus.

EZB erwartet keine schnelle Besserung

Die Notenbank strebt für den gemeinsamen Währungsraum mittelfristig ein stabiles Preisniveau bei einer jährlichen Teuerungsrate von zwei Prozent an. Getrieben wird die Inflation seit Monaten vor allem von steigenden Energie- und Lebensmittelpreisen, die nach dem russischen Angriff auf die Ukraine nochmals kräftig anzogen. Die Inflation sei „nach wie vor deutlich zu hoch“ und werde „voraussichtlich für längere Zeit über dem Zielwert bleiben wird“, teilte die EZB mit.

Die Wirtschaft im Euroraum wird nach einem starken ersten Halbjahr der neuesten EZB-Vorhersage zufolge in diesem Jahr um 3,1 (Juni-Prognose: 2,8) Prozent zulegen. 2023 soll das Bruttoinlandsprodukt (BIP) im Währungsraum demnach um 0,9 (2,1) Prozent wachsen und ein Jahr später um 1,9 (2,1) Prozent. (dpa)