In Folge der Corona-Krise hat das Familienunternehmen Endress+Hauser (E+H) einen Großteil seiner Beschäftigten ins Homeoffice geschickt. „Derzeit arbeiten bis zu 10.000 Mitarbeiter von zu Hause aus“, sagte E+H-Chef Matthias Altendorf am Dienstag. Insgesamt hat der Anlagenbauer gut 14.300 Beschäftigte weltweit. Nahezu alle Büroangestellten seien ab Mitte März aus dem Homeoffice tätig.

Wochenlang die Wohnung nicht verlassen

Besonders hart hätte es Mitarbeiter in Ländern mit strengen Quarantänebestimmungen wie Frankreich, Spanien oder Dubai getroffen. Sie hätten ihre oft kleinen Wohnungen „praktisch über Wochen nicht verlassen können“. Das seien die „Helden des Alltags“, sagte Altendorf. Genauso wie jene Beschäftigten in Produktion, Service und Logistik, die zwar noch vor Ort, aber unter erschwerten Bedingungen den Betrieb aufrechterhielten. Derzeit sei man daran, die Teil-Rückkehr aus dem Homeoffice einzuleiten, sagte der E+H-Chef.

Kein Kurzarbeit nötig, Lieferketten intakt

Die Auswirkungen der Corona-Krise kommen erst allmählich bei dem auf Messinstrumente spezialisierten Unternehmen an. In den ersten vier Monaten liege man bei den Auftragseingängen „leicht unter Vorjahr“, sagte Altendorf. Eine Prognose für 2020 wage man nicht. Derzeit seien Kurzarbeit oder staatliche Hilfsmaßnahmen kein Thema.

E+H-Chef MatthiasAltendorf: Mit 2019 zufrieden
E+H-Chef MatthiasAltendorf: Mit 2019 zufrieden | Bild: endress hauser

Wenn nötig werde man aber Flexibilisierungen wie das Rückfahren von Arbeitszeitkonten nutzen um Nachfragerückgänge auszugleichen, sagte Firmeneigner Klaus Endress. In den vergangenen Wochen hätten alle Lieferketten gehalten. Das Personal, das regelmäßig zwischen Werken in Deutschland, der Schweiz und Frankreich pendeln muss, hätte an den Grenzen keinerlei Einschränkungen gehabt, hieß es.

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2019 sei „ein neues bestes Jahr“ für E+H gewesen, sagte er. Der Umsatz stieg gegenüber 2018 um 8 Prozent auf 2,65 Milliarden Euro. Operativ (Ebit) verdiente man 343 Millionen Euro (+3,9 Prozent). Unter dem Strich blieb 266 Millionen Euro Gewinn hängen. Darauf könne man stolz sein, sagte Endress. Aktuell arbeiten rund 5000 Beschäftigte in der Region am Hochrhein.

Risikofaktor schwacher Euro

Herausfordernd werde in den kommenden Monaten die Wechselkursentwicklung, die insbesondere durch eine Abwertung des Euro gegenüber dem Franken, aber auch den meisten anderen Währungen gekennzeichnet ist. „Das wird uns Gewinnmarge kosten“, sagte E+H-Finanzvorstand Luc Schultheiss. Dagegen setze man Einsparungen in anderen Bereichen. „Wir kommen aus einer Position der Stärke“, sagte er.