Friedrichshafen/Washington – Der Autozulieferer ZF profitiert enorm von der Übernahme des amerikanischen Konkurrenten TRW. Denn neben der Erweiterung des Produktportfolios um Sicherheitstechnik wie Airbags oder Elektronikkomponenten spielt die Übernahme ZF auch vor dem Hintergrund des Zollstreits zwischen den USA und Europa in die Karten. Dank TRW kommt ZF mittlerweile in den USA auf 40 Produktionsstandorte mit 13 000 Beschäftigten, die vor allem für den lokalen Markt produzieren und insofern kaum von Zöllen betroffen sind.

Auch die Vorgabe von US-Präsident Donald Trump, dass in den USA hergestellte Produkte der Automobilwirtschaft zu mindestens 75 Prozent aus lokaler Fertigung stammen sollten, bereitet ZF keine Kopfschmerzen. "Wir streben in unseren US-Werken einen lokalen Wertschöpfungsanteil von 100 Prozent an", sagte ein ZF-Sprecher. Freilich sei dieser nicht immer erfüllbar. So kämen beispielsweise die Kamerasysteme vom israelischen Zulieferer Mobileye. Man sei aber kein Krisengewinnler, betonte der Sprecher. Grundsätzlich sei ZF für einen freien Welthandel ohne Einschränkungen, so der Sprecher weiter. Ähnlich hatte sich zuvor ZF-Chef Wolf-Henning Scheider in einem Interview mit dem "Handelsblatt" geäußert. "Protektionismus führt am Ende zum Nachteil aller", sagte er.

Unterdessen gibt es Signale der Entspannung im Handelsstreit: China hat nach Angaben von US-Präsident Donald Trump zugesagt, Zölle auf US-Autos „zu reduzieren und abzuschaffen“. Chinas Außenministerium bestätigte diese Angaben zunächst nicht, verwies aber auf die „wichtige“ Einigung in Handelsfragen, die anlässlich des G20-Gipfels erreicht worden sei. Trump schrieb bei Twitter, dass ein „GROßER Satz vorwärts“ erreicht worden sei.