Zumindest einen Vorteil hat der Rücktritt von ZF-Chef Stefan Sommer: Nach einer wochenlangen Hängepartie haben die fast 140 000 ZF-Beschäftigten nun endlich Klarheit, dass Sommer sie nicht ins digitale Zeitalter führen wird. Doch der Abschied des Vordenkers stellt den Konzern vor neue Probleme. Zunächst muss ein neuer Chef gefunden werden. Das ist angesichts des begrenzten Kandidatenkreises keine einfache Aufgabe. Manager mit einer klaren Vision und dem nötigen technologischen know-how, die zur Unternehmenskultur des Stiftungsunternehmen passen würden und zudem sofort verfügbar wären, sind rar gesät.

Selbst wenn ZF schon bald einen Wunschkandidaten aus dem Hut zaubern sollte, bleibt eine zweite Baustelle offen: Die Reform des Stiftungsmodells. Der Streit mit Friedrichshafens Oberbürgermeister Andreas Brand hat gezeigt, dass die heutige Struktur viel Konfliktpotenzial birgt. Diesen Grundsatzkonflikt aufzulösen ist noch schwieriger, als einen neuen Chef zu finden.