Ein Kind großzuziehen ist teuer. Laut dem Statistischen Bundesamt in Wiesbaden kostest der Nachwuchs bis er sechs Jahre alt ist 6000 Euro im Jahr. Insgesamt sollen es fast 130 000 Euro bis zur Volljährigkeit sein. Wer zwei Kinder hat, schaut nach Führerschein, dem ersten Auto und der ersten Wohnung womöglich sorgenvoll auf den Sprössling, dem das alles noch bevorsteht. Die wichtigsten Fragen zum Thema „Sparen fürs Kind“:

  1. Ich habe von sogenannten Ausbildungsversicherungen erfahren. Was ist das? Mit einer Ausbildungsversicherung soll die spätere Berufsausbildung des Kindes abgesichert werden. Hierbei handelt es sich um eine Mischform aus Versicherung und Geldanlage. Die Ausschüttung findet auch dann statt, wenn die Eltern während der Versicherungszeit sterben sollten. Doch Stiftung Warentest rät von Ausbildungsversicherungen ab. „Sie sind unflexibel, mit hohen Kosten verbunden und oft ohne jede Rendite“, heißt es in einem Testbericht. Als Alternative wird ein Gang an die Börse vorgeschlagen.
  2. An der Börse kenne ich mich überhaupt nicht aus. Ist das nicht zu risikoreich? „Auch für Börsenmuffel“, soll diese Anlageart laut Stiftung Warentest geeignet sein. Hier werden Indexfonds gekauft. Das sind Aktienpakete, die einen bestimmten Markt wie etwa den deutschen Aktienindex in seiner Gänze abbilden. Mit dem Sparplan kann bequem eine monatliche Summe festgelegt werden, die in den Fonds fließt und zum Kaufen von Aktien verwendet wird. Der Anleger muss sich ansonsten um nichts kümmern. Für kurzfristige Anlagen eignet sich diese Variante jedoch nicht. Experten empfehlen für ETF-Sparpläne eine Laufzeit von 15 Jahren. Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Website finanztip.de, hält vor allem breit aufgestellte Indexfonds für eine gute Sparmöglichkeit. „Eine spezifische Aktie wäre in diesem Fall zu spekulativ. Wer allerdings in einen ETF investiert, der den Weltmarkt abbildet, wird von wirtschaftlichen Schwankungen nicht so empfindlich getroffen.“
  3. Wie funktioniert das mit den ETFs? Online-Depots werden beispielsweise von DKB, Comdirect oder der ING angeboten. Diese Banken bieten Sparpläne an, die unterschiedliche Indizes abbilden. Experten raten zum MSCI World: Er deckt die 1600 größten Aktien der Industrieländer ab. Für Sparer ist außerdem ein ETF sinnvoll, der die Dividende der Anlage sofort wieder investiert. Hier spricht man von thesaurieren. Schon ab 50 Euro im Monat kann so ein Sparplan festgelegt werden.
  4. Lohnt sich denn ein Sparbuch noch? Die niedrigen Zinsen haben das Sparbuch ins Abseits gedrängt. Wer auf Geldvermehrung aus ist, wird hier nicht fündig werden. Das Kinderkonto ist jedoch eine einfache Möglichkeit, um für Kinder kleine Geldgeschenke anzulegen. Die Kontoführung ist meistens bis zum 18. Lebensjahr kostenlos. Die Eltern übernehmen die Verwaltung für das Konto. Mit der Volljährigkeit erlischt allerdings die Kontovollmacht der Eltern.
  5. Zum Sparen ist es zu spät. Welche Fördermittel könnte mein Kind in Anspruch nehmen? Zu den bekanntesten Fördergeldern gehört das Bafög, mit dem Studenten unterstützt werden. Doch auch Auszubildende können Unterstützung vom Staat beantragen. Die Berufsausbildungsbeihilfe (BAB) fördert betriebliche und außerbetriebliche Ausbildungen. Hierfür muss ein Antrag bei der Agentur für Arbeit gestellt werden. Diese prüft dann unter der Berücksichtigung des Einkommens der Eltern, ob ein Anspruch auf finanzielle Unterstützung besteht. Wer noch die Meister-Ausbildung machen möchte, kann das Aufstiegs-Bafög beantragen. Dies ist allerdings an Bedingungen geknüpft, wie eine Mindestanzahl an Unterrichtsstunden.
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