Wer bietet Fleischersatzprodukte an?

Laut einer Studie der Unternehmensberatung A. T. Kearney könnte der Marktanteil der Alternativen im Jahr 2040 bis zu 60 Prozent betragen. Verstärkt wurde der Trend in den vergangenen Monaten besonders durch Beyond Meat: Das 2009 gegründete US-Unternehmen stellt Fleischersatz auf pflanzlicher Basis her und startete 2019 an der Börse und in Deutschland durch.

Vegane Burgerpattys wollen ihrem Pendant aus Fleisch weder im Geschmack, noch in der Konsistenz in nichts nachstehen.
Vegane Burgerpattys wollen ihrem Pendant aus Fleisch weder im Geschmack, noch in der Konsistenz in nichts nachstehen. | Bild: dpa

Hier werden die Burger-Patties von der Wiesenhof-Mutter PHW vertrieben. Marktführer bei Fleischersatz in Deutschland ist Rügenwalder Mühle. Das Familienunternehmen stellt seit 2014 vegetarische und vegane Fleisch- und Wurstwaren her. Auch andere Wurstfabrikanten wie Meica oder Gutfried bieten fleischfreie Alternativen an. Tiefkühlkosthersteller Iglo will in wenigen Wochen neun Fleischersatzprodukte in den Handel bringen.

Umkämpft ist der Markt bei Burgern: Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé kontert Beyond Meat unter der Marke Garden Gourmet mit Patties und Hack auf Sojabasis. Auch Fast-Food-Ketten bieten fleischfreie Burger an, und bei den Discountern Lidl und Aldi liegen unter Eigenmarken die Wonder Burger und die Next Level Burger in den Kühlregalen.

Wie gut ist Fleischersatz?

Die Hersteller sprechen besonders sogenannte Flexitarier an, die Umwelt und Tierwohl zuliebe ihre Essgewohnheiten ändern möchten. Der gängigen Expertenmeinung zufolge kann Fleischersatz dabei einen positiven Beitrag leisten – obwohl für Soja mitunter brasilianischer Regenwald gerodet wird und in vielen vegetarischen Produkten auch Eier oder Milchprodukte enthalten sind, hinter denen unbekannte Haltungsbedingungen stecken.

Die gesündere Alternative sind die Produkte laut Verbraucherschützern nicht unbedingt: „Fleisch- und Wurstersatzprodukte enthalten zwar weniger gesättigte Fettsäuren als herkömmliche Produkte, doch ist in den meisten Fällen der Salzgehalt sehr hoch“, erklären die Verbraucherzentralen. In der Regel sind nicht wenige Konservierungs- und Zusatzstoffe enthalten, teilweise auch potenziell schädliche Mineralölbestandteile. Allergiker haben es wegen der Verwendung von Soja oder Milch schwer.

Worauf sollten Verbraucher achten?

Im Zweifel hilft der Blick auf die Zutaten. Ist diese sehr lang, ist das schon kein gutes Zeichen. Wer nicht bloß vegetarische, sondern vegane Produkte sucht, sollte außerdem auf Nachweise wie das V-Label achten. In jedem Fall empfehlen Experten wie beim Konsum von echtem Fleisch: Auch Fleischersatzprodukte sollten nicht jeden Tag auf dem Teller landen.