Etwa 25 Langholz-Lastwagen beliefern das Werk von Schwörer Haus täglich mit neuen Baumstämmen. Die Produktionswege sollen kurz gehalten werden, weswegen das Einzugsgebiet für das Holz etwa 60 Kilometer beträgt. Die bevorzugte Holzart ist Fichte, die in der Regel schnell und gerade wächst. Von dem angelieferten Materialien wird allerdings nur 40 Prozent für das Fertighaus verwendet – der Rest fließt in den Holzhandel. Würden die Holzlieferungen aus irgendeinem Grund ausfallen, würde der Bestand dem Unternehmen für fünf Monate ausreichen.

Bild: Kipar, Sandro

Eine Maschine sortiert die Stämme nach Stärke und Länge, nachdem die Rinde entfernt wurde. Diese und andere Holzreste werden allerdings nicht weggeworfen: Als Biomasse werden sie für das firmeneigene Kraftwerk genutzt, um Strom und Wärme für die Anlage zu produzieren. Damit wird das Holz zum Beispiel getrocknet. Die Reste werden zerkleinert, bevor sie in das Kraftwerk kommen.

Video: Kipar, Sandro

Das Holz muss vor der Weiterverarbeitung getrocknet werden, sonst bekommt es im weiteren Verlauf Risse. Eine Maschine kontrolliert in der fast 30 Grad warmen Halle die Qualität des Holzes, wie etwa die sogenannte Rohdichte die besagt, wie trocken das Material ist. Ein Mitarbeiter kann an einem Bildschirm jederzeit die Messwerte einsehen.

Bild: Jürgen Lippert/Schwörer Haus

In die neueste Halle hat das Unternehmen elf Millionen Euro investiert. Hier entstehen unter anderem die Deckenteile für das Haus. Auf einer langen Produktionsstraße werden die Teile von den Mitarbeitern bearbeitet: Rohre und Belüftungssysteme werden hier installiert und das Isoliermaterial eingebaut.

Bild: Kipar, Sandro

Auch die Hauswände werden wie das Dach nur teilweise automatisiert produziert. Details werden von Fachkräften erledigt: Rohre verlegen, Elektrik installieren oder Fliesen verlegen. Die Arbeiten, die eigentlich vor Ort auf der Baustelle stattfinden, werden so in das Werk verlegt.

Video: Kipar, Sandro

Die vorläufige Endstation für die einzelnen Bauteile ist die Verladehalle. Je nach Größe des Hauses werden fünf bis sechs Lastwagen benötigt, um alle Teile auszuliefern. Insgesamt 600 Monteure sind für Schwörer dafür im Einsatz.

Video: Kipar, Sandro

Der Kunde kann aus etwa 8000 Teilen seine Inneneinrichtung für das Fertighaus wählen, etwa im sanitären Bereich. Ein Haus verbringt dann ungefähr drei Tage in der Produktion, bevor es das Werk verlässt. Der Bauherr sorgt auf seinem Grundstück nur noch für das Fundament. Die verschiedenen Teile für das Fertighaus werden schließlich vom Unternehmen angeliefert, aufgestellt und installiert.

Bild: Jürgen Lippert/Schwörer Haus