Das britische Vergleichsportal comparethemarket.com hat im vergangenen Jahr eine Auflistung der 34 weltweit reichsten Tiere veröffentlicht. Unangefochten auf Platz eins wird dort Gunther IV. geführt. Das Vermögen des deutschen Schäferhundes belaufe sich auf 375 Millionen Dollar. Proftiert hat der Vierbeiner von Gräfin Karlotta Liebenstein. Sie vermachte ihren Reichtum nach ihrem Tod im Jahr 1991 an Gunther III. – dem mittlerweile verstorbenen Vater von Gunther IV.. Liebenstein ist ein Adelsgeschlecht aus dem Elsass, das seit dem 13. Jahrhundert seinen Sitz auf dem gleichnamigen Schloss bei Neckarwestheim hatte.

97 Millionen Dollar wegen Werbung für Cola und Schuhe heimst die Katze von Taylor Swift ein: Olivia Benson.
97 Millionen Dollar wegen Werbung für Cola und Schuhe heimst die Katze von Taylor Swift ein: Olivia Benson. | Bild: Getty / Raymond Hall

Eine Rechtsstreitigkeit mit Württemberg brachten die Liebensteins in finanzielle Not. In der Folge verkauften sie 1789 ihre Anteile an Eschenbach, Lotenberg und Schlat an Württemberg. Dadurch und durch den Verkauf weiterer Ländereien beherbergten die Liebensteins letztlich wieder beachtliche Summen.

Nicht durch ein Erbe, aber durch Werbeverträge ist Grumpy Cat reich. Gesamtvolumen der Verträge: 100 Millionen Dollar.
Nicht durch ein Erbe, aber durch Werbeverträge ist Grumpy Cat reich. Gesamtvolumen der Verträge: 100 Millionen Dollar. | Bild: dpa / Barbara Munker

Das ursprüngliche Vermögen, das Gräfin Karlotta Liebenstein hinterließ, habe sich durch geschickte Geldanlage der Nachlassverwalter auf die jetzige Höhe vervielfacht. Nach Angaben des US-Magazins "Time" soll die an Gunther III. vererbte Summe 80 Milllionen Dollar gewesen sein. Mittlerweile gehören zum Vermögen von Gunther IV. mehrere Häuser in Italien und auf den Bahamas sowie die ehemalige Villa der Pop-Diva Madonna in Miami. Mehrere Personen kümmern sich um die Belange des Tieres und die Verwaltung des Geldes und der Immobilien.

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  1. Was ist mit Lagerfelds Katze? Doch Choupette, die Katze des verstorbenen Karl Lagerfeld, könnte am Thron des Schäferhundes kratzen. Viele fragen sich, wer das Vermögen des berühmten Modeschöpfers erben wird. Eine aussichtsreiche Anwärterin ist seine geliebte Birma-Katze Choupette. Wer seinen Besitz in Deutschland seinem Haustier hinterlassen möchte, muss allerdings Recht und Gesetz gut kennen. Das Vermögen von Karl Lagerfelds wird in verschiedenen Medienberichten auf 800 Millionen Euro geschätzt. Sollte Lagerfeld tatsächlich seine Katze bedacht haben, würde diese einen großen Sprung machen und wäre schlagartig das mit Abstand reichste Tier der Welt. „Sie hat ihr eigenes kleines Vermögen. Wenn mir etwas zustößt, wird die Person, die sich um sie kümmert, keine Not leiden“, sagte Karl Lagerfeld einmal über seine treue Begleiterin. Der Modezar hat bereits vor seinem Tod die Pfleger für Choupette namentlich bestimmt. Rund um die Uhr betreuen zwei Pfleger und ein Bodyguard die Katze.
  2. Tiere als Erben – geht das? Das deutsche Erbrecht sieht grundsätzlich keine Möglichkeit vor, Tiere als Erben einzusetzen. Wenn der Erblasser dennoch den geliebten Zwei- oder Vierbeiner als Begünstigten einsetzt, ist das Testament unwirksam. Folglich wäre es der größte Fehler zu schreiben: "Ich vererbe alles meinem Haustier." Über Umwege kann das Tier dennoch vom Reichtum des Besitzers profitieren. "Es handelt sich um eine Art indirekten Schutz", erklärt Professor Rüdiger Wilhelmi, Inhaber des Lehrstuhls für Bürgerliches Recht an der Universität Konstanz. Zwei Möglichkeiten stehen dem Erblasser offen, wenn er sichergehen möchte, dass das Haustier auch nach dem eigenen Ableben weiterhin gut versorgt ist.
  3. Welche Hintertüren gibt es? Die "kleine Lösung" ist es, die Erbschaft unter eine Bedingung zu stellen. Dabei kann dem Vermächtnisnehmer beispielsweise zur Auflage gemacht werden, dass er sich um das hinterbliebene Tier kümmern muss. "Problematisch ist natürlich, dass das Tier nicht selbst klagen kann", macht Wilhelmi deutlich. Um die Umsetzung des letzten Willens zu gewährleisten, ist es sinnvoll, mehrere Erben einzusetzen, die sich gegenseitig kontrollieren. Um sich abzusichern, kann der Verfasser auch einen Testamentsvollstrecker benennen. Dieser sorgt dann dafür, dass etwa ein vorher bestimmter Pfleger eine monatliche Vergütung erhält, damit er sich nach dem Tod des Frauchens oder Herrchens um den Liebling kümmert. Eine entsprechende Bedingung kann sehr detailliert formuliert sein, auch wenn es sich abwegig anhört. "Ich kann zur Auflage machen, dass meine Katze alleine in meinem Schloss wohnen soll und jeden Tag um Punkt zwölf ihr Essen vom Drei-Sterne-Koch bekommt", macht Wilhelmi deutlich.
  4. Wie geht der Stiftungstrick? Die alternative Vorgehensweise ist die Einrichtung einer Stiftung. "Es gibt die Variante, eine Stiftung von Todes wegen einzurichten mit dem Zweck der Pflege des Tieres", so Wilhelmi, "das ist im Ausland mitunter einfacher als in Deutschland". Besonders die Niederlande stellen vergleichsweise geringe Anforderungen an die Gründung einer Stiftung. Der Jura-Professor vermutet, dass auch Karl Lagerfeld die Methode gewählt hat, eine Stiftung ins Leben zu rufen. Grundsätzlich könne bei beiden Varianten eine Vor- und Nacherbfolge angeordnet werden.