In den landesweit 56 Heilbädern und Kurorten sprudeln nicht nur die Mineralwasserquellen nachhaltig, sondern auch die Einnahmen. Fast ein Viertel (23 Prozent) aller touristischen Übernachtungen in Baden-Württemberg entfiel 2018 auf Kurorte und Heilbäder. Und weil auch die Baden-Württemberger zunehmend selbst im Südwesten Urlaub machen, dabei gerne Erholungsangebote, Naturerlebnisse und Wellness verknüpfen und bereit sind, dafür gut zu bezahlen, sollen die Kur- und Heilbäder im Land jetzt noch weiter gestärkt werden.

Dies gaben Tourismusminister Guido Wolf (CDU) und Fritz Link, Präsident des Heilbäderverbands Baden-Württemberg, jetzt in Stuttgart bekannt. „Die neue Tourismuskonzeption wird der großen Bedeutung des Gesundheitstourismus Rechnung tragen“, sagte Wolf. „Der Bädertourismus ist auch mit Blick auf den demographischen Wandel und den anhaltenden Wellnesstrend ein Wachstumsmarkt mit großem Potential.“

Urlauber genießen entspannte Momente im Thermalbad in Bad Krozingen.
Urlauber genießen entspannte Momente im Thermalbad in Bad Krozingen. | Bild: Patrick Seeger

Riesiger Wachstumsmarkt

Allein 3,53 Milliarden Euro an Bruttoumsatz hatte die Gesundheitsbranche in Baden-Württemberg nach Zahlen des Münchener dwif-Instituts bereits 2017 in den Kurorten und Heilbädern erwirtschaftet, 2018 dürfte es mit einem weiteren Rekordjahr noch mehr gewesen sein, wie Link ausführte. Den Löwenanteil – 1,8 Milliarden Euro – erwirtschafteten dabei die gewerblichen Betriebe wie Hotels, Gasthöfe und Pensionen, die Einnahmen aus Tagesreisen summierten sich auf 1,45 Milliarden Euro.

Der überwiegende Teil der Besucher kommt aus dem Inland.

Ausländische Gäste sorgten 2018 nur für 17 Prozent der Übernachtungen in den Kurorten und Heilbädern. Link hob zudem auch die Bedeutung des Gesundheitstourismus für den baden-württembergischen Arbeitsmarkt im ländlichen Raum hervor: Hochgerechnet knapp 60000 Arbeitsplätze kämen allein auf die 56 Heilbäder und Kurorte.

Naturerlebnis, klares Wasser und gute Luft locken viele Urlauber an den Schluchsee.
Naturerlebnis, klares Wasser und gute Luft locken viele Urlauber an den Schluchsee. | Bild: Patrick Seeger

Um dieser wachsenden Bedeutung gerecht zu werden, ist der Gesundheitstourismus in der neuen Tourismuskonzeption des Landes, die in den kommenden Wochen von der Landesregierung beschlossen werden soll, neben dem Natur-, Genuss und Kulturtourismus als eines von vier Kernthemenfeldern definiert. Neu ist, dass Heilbäder und Kurorte das Themenfeld Gesundheit und Wellnessurlaub künftig unter dem Dach der eigenen Marketinggesellschaft – der Heilbäder und Kurorte Marketing GmbH (HKM) – federführend neben der Tourismus Marketing Baden-Württemberg (TMBW) selbst vermarkten sollen. „Das gemeinsame Ziel von Land und Heilbäderverband ist, den wirtschaftlichen Erfolg der Heilbäder für die Zukunft zu sichern und auszubauen“, sagte Wolf. Dazu müssten TMBW und die HKM eng zusammenarbeiten.

Der Boom hält an

Die ersten Quartalszahlen der Tourismusbranche für 2019 lassen auch nach mehreren Rekordjahren in Folge kein kein Ende des Booms befürchten: Von Januar bis März gab es gegenüber dem Vorjahreszeitraum erneut ein Plus von 2,3 Prozent bei den Übernachtungen, teilte Wolf mit.