Die Zeiten, in denen der Südwesten beim Thema Windkraft unter den Bundesländern die rote Laterne trug, sind vorbei. Mit 123 neuen Anlagen im vergangenen Jahr belegt der Südwesten im Bundesländervergleich mittlerweile Platz fünf. Und es ist gut möglich, dass man sich in diesem und im kommenden Jahr noch etwas nach vorne schiebt. Allerdings ist es unwahrscheinlich, dass diese Entwicklung von Dauer sein wird.

Die Windräder, die jetzt errichtet werden, sind meist Altprojekte und stammen aus einer Zeit, in der die Förderbedingungen für Windräder im Südwesten günstig waren. Seit sich die süddeutschen Windstandorte im knallharten Ausschreibungsverfahren mit Windparks im Norden direkt messen müssen, herrscht bei den Baugenehmigungen Flaute. Die aktuellen Zahlen deuten darauf hin, dass in den nächsten Jahren südlich der Main-Linie gerade noch drei Prozent aller deutschen Windräder ans Netz gehen werden. Dass der Südwesten Windkraftland wird, liegt somit in weiter Ferne.