1. Die Peso-Krise in Argentinien: Das südamerikanische Land hat in den letzten Jahren schon viele Finanz- und Währungskrisen durchstehen müssen. Nach dem erneuten Einbruch der Landeswährung Peso befürchtet die US-Ratingagentur Fitch nun sogar eine Staatspleite. Ausgelöst wurde der Peso-Absturz durch den Sieg des linken Präsidentschaftskandidaten Alberto Fernández bei den landesweiten Vorwahlen, die als wichtiger Stimmungstest für die Präsidentenwahl im Oktober gelten. Auch die Börsen in Argentinien gingen nach dem Wahltag um über 30 Prozent in die Knie. Viele Anleger fürchten offenbar einen Wahlsieg von Fernández und dessen Vizekandidatin, Ex-Präsidentin Cristina Kirchner. Die ehemalige Staatschefin (2007 – 2015) steht für eine protektionistische Wirtschaftspolitik. Der Argentinien-Fluch hat sich mittlerweile in einer Art Ansteckungseffekt auch auf andere Schwellenländer wie Brasilien, Mexiko und die Ukraine übertragen.

Frauen demonstrieren in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gegen die Wirtschaftkrise. Die Währung in dem südamerikanischen Land ist zuletzt abgestürzt. Diese und andere Krisen wie der Brexit oder der Handelsstreit belasten die Weltwirtschaft. Bilder: Imago und dpa
Frauen demonstrieren in der argentinischen Hauptstadt Buenos Aires gegen die Wirtschaftkrise. Die Währung in dem südamerikanischen Land ist zuletzt abgestürzt. Diese und andere Krisen wie der Brexit oder der Handelsstreit belasten die Weltwirtschaft. | Bild: Claudio Santisteban

2. Die Querelen rund um den Brexit: Schon seit Jahren belasten die Unsicherheiten rund um den Brexit die europäische Wirtschaft. Noch immer ist noch nicht endgültig klar, wann und unter welchen Bedingungen Großbritannien die EU verlassen wird. Zuletzt brachte der britische Labour-Chef Jeremy Corbyn ein zweites Referendum über den EU-Austritt ins Spiel. Premierminister Boris Johnson hält dagegen am Austrittsdatum 31. Oktober fest – egal ob mit oder ohne Abkommen. Bei einem ungeregelten Brexit rechnet die britische Regierung mit einem Mangel an Lebensmitteln, Medikamenten und Benzin. Darüber hinaus werde von einem mehrmonatigen Zusammenbruch in den Häfen, einer harten Grenze zur Republik Irland und steigenden Sozialkosten ausgegangen, berichtete die „Sunday Times“ unter Berufung auf bislang geheimgehaltene Regierungsdokumente.

Großbritanniens Premierminister Boris Johnson will raus aus der EU.
Großbritanniens Premierminister Boris Johnson will raus aus der EU. | Bild: DANIEL LEAL-OLIVAS

3. Die Unruhen am Finanzplatz Hongkong: Seit Juni erschüttern teils gewaltsame Demonstrationen die chinesische Sonderverwaltungszone Hongkong. Die Proteste in der ehemaligen britischen Kronkolonie waren ursprünglich durch ein – später auf Eis gelegtes – Auslieferungsgesetz ausgelöst worden, das die Überstellung von Verdächtigen an Festland-China erlaubt hätte. Die Demonstrationen weiteten sich danach zu einer Bewegung gegen den wachsenden Einfluss Pekings in Hongkong und für mehr Demokratie aus. Hongkong ist einer der wichtigsten Finanzplätze der Welt und gilt als kapitalistische Version des kommunistischen China. Die Börse ist auch für Unternehmen vom chinesischen Festland unverzichtbar, Staatskonzerne inbegriffen. Neun der zehn wichtigsten Börsengänge, die seit 1986 in Hongkong abgewickelt wurden, betrafen chinesische Unternehmen. Für westliche Investoren bietet Hongkong einen sicheren Zugang zum chinesischen Markt.

Demonstrationen und Proteste: In Hongkong beruhigt sich die Lage weiter nicht.
Demonstrationen und Proteste: In Hongkong beruhigt sich die Lage weiter nicht. | Bild: DON MACKINNON

4. Die Blockade von Handelswegen im Iran: Seit Monaten schwelt ein Streit zwischen dem Iran und mehreren westlichen Staaten, allen voran den USA, der auch auf internationalen Schifffahrtswegen ausgetragen wird. Noch immer halten iranische Revolutionsgarden den britischen Tankers „Stena Impero“ in der Straße von Hormus fest. Die Meeresstraße ist das wichtigste Nadelöhr für den Ölexport aus der arabischen Welt nach Asien, Westeuropa und in die USA. Aufgrund der Spannungen gab zuletzt der Ölpreis nach.

Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden umkreisen den britischen Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus.
Schnellboote der iranischen Revolutionsgarden umkreisen den britischen Öltanker „Stena Impero“ in der Straße von Hormus. | Bild: Morteza Akhoundi

5. Der weiter schwelende Zollstreit: Der von US-Präsident Donald Trump angezettelte Handelsstreit zwischen den USA und China ist ein Dauerthema seiner Präsidentschaft. Und seine Chancen für eine Wiederwahl stehen nicht schlecht. Immer wieder rückt auch Europa in den Fokus seines Zorns. Die deutsche Autoindustrie zittert vor Strafzöllen. Denn für sie sind die USA ein wichtiger Absatzmarkt. Deshalb gilt die Exportnation Deutschland als verwundbar.

US-Präsident Donald Trump droht der Welt weiter mit Zöllen.
US-Präsident Donald Trump droht der Welt weiter mit Zöllen. | Bild: NICHOLAS KAMM
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