Pünktlich zu Beginn des G7-Gipfels bleibt US-Präsident Donald Trump sich treu. Er richtet das maximale Chaos an. Russland will er in den Kreis der wichtigsten Wirtschaftsnationen zurückholen und provoziert damit die Europäer. Deren Gegenmaßnahmen im Zollstreit bezeichnet er sinngemäß als idiotisch, weil sich am Ende eh die USA durchsetzen würden. Und dass sich grade mit China, Russland und dem Iran eine robuste Anti-USA-Koalition zu formieren scheint, findet er nicht einmal einen Twitter-Eintrag wert.

Hinter dem Verhalten steckt Strategie. Statt jedes Einzelproblem langwierig auszuverhandeln, provoziert Trump Widerstände wo es nur geht. In die aufbrechenden Allianzen stößt er hinein und macht verlockende Gegenangebote. Wichtig ist, dass Europa auf diese Taschenspielertricks nicht hereinfällt. Fatal wäre es, sich auseinanderdividieren zu lassen und wichtige Weichenstellungen in Frage zu stellen. Sei es mit Blick auf Russland, China oder den Iran. Nur so kann man Trump Paroli bieten.