Der Chemieriese Bayer will im Rahmen eines Konzernumbaus 12 000 seiner weltweit rund 118 000 Arbeitsplätze streichen. Ein „signifikanter Teil“ davon entfalle auf Deutschland, erklärte Bayer am Donnerstag. Der Stellenabbau solle allerdings „sozialverträglich erreicht werden“. Inwieweit der Bayer-Standort in Grenzach am Hochrhein betroffen ist, bleib zunächst unklar. Ein Bayer-Sprecher sagte unserer Zeitung, wie der Stellenabbau einzelne Standorte betreffe, könne man "noch nicht sagen". In Grenzach arbeiten derzeit rund 500 Beschäftigte. Das Werk ist auf die Herstellung und Verpackung von Salben und Cremes sowie Fertigspritzen, Kosmetika und Nahrungsergänzungsmittel spezialisiert. Hauptprodukt ist Bepanthen, das Anfang der 2000er-Jahre durch den Kauf einer Sparte des Baseler Roche-Konzerns zu Bayer kam.

Monsanto-Übernahme belastet das Unternehmen

Das Ziel von Bayer ist es nach eigenen Angaben, mit dem Umbau sein Kerngeschäft in der sogenannten Life-Science-Sparte zu stärken. Die Maßnahmen sollen einschließlich der erwarteten Synergien aus der Übernahme des US-Saatgutherstellers Monsanto ab 2022 Einsparungen von 2,6 Milliarden Euro pro Jahr bewirken. Der Bayer-Aufsichtsrat unterstütze die entsprechenden Plänen des Vorstands „einstimmig“. Bayer-Chef Werner Baumann erklärte: „Mit den Maßnahmen, die wir jetzt angehen, schaffen wir die Voraussetzung, um die Performance und Ertragskraft von Bayer nachhaltig zu steigern.“

Bayer hat gleich an mehreren Fronten zu kämpfen. In den USA sieht sich Bayer mit Klagen wegen des Unkrautvernichtungsmittels Glyphosat konfrontiert. Die Kläger werfen Monsanto vor, mit Glyphosat ein krebserregendes Mittel verkauft und nicht ausreichend informiert zu haben.