WER IST BETROFFEN?

Wie Scheuer sagte, sollen bundesweit 238.000 Mercedes-Diesel "unverzüglich" zurückgerufen werden. Betroffen ist zum einen der Kleintransporter Vito, von dem das Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) bereits Ende Mai den Rückruf von gut 1400 Fahrzeugen in Deutschland angeordnet hatte. Außerdem müssen die Mittelklasse-SUVs GLC 220d und Autos der C-Klasse 220d in die Werkstätten. 

Um welche Baujahre es sich handelt, ist Daimler laut einem Sprecher selbst noch nicht bekannt. Sobald der amtliche Rückrufbescheid erteilt ist, können Fahrzeughalter auf der Internetseite des KBA nachschauen, ob ihr Auto in die Werkstatt muss.

WAS SIND DIE NÄCHSTEN SCHRITTE?

Nach der Ankündigung von Scheuer wird das Verkehrsministerium nun das KBA anweisen, den amtlichen Rückruf vorzubereiten. Daimler muss dem KBA ein Software-Update vorlegen, mit dem es die Mängel in der Motorsteuerung beseitigen will. Dabei hat der Autobauer laut Scheuer "maximales Abarbeitungstempo" versprochen.

Sobald das KBA das Update freigegeben und die Adressen der betroffenen Fahrzeughalter an Daimler übermittelt hat, muss das Unternehmen diese anschreiben und in die Werkstatt bitten. Folgen die Halter der Aufforderung nicht, leitet das KBA den Fall laut einer Sprecherin nach eineinhalb Jahren an die örtliche Zulassungsbehörde weiter. Diese entscheidet dann, ob sie das Fahrzeug stilllegt. Volkswagen-Kunden, die ihr Auto nicht umrüsten ließen, ist dies zuletzt passiert.

WIE LANGE DAUERT ES BIS ZUM BEGINN DES RÜCKRUFS?

Im Fall des Rückrufs bei Volkswagen hatte es mehrere Monate gedauert, bis die Software-Updates vorlagen und freigegeben waren. Das könnte bei Daimler nach Einschätzung von Marion Jungbluth vom Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv) schneller gehen, weil der Autobauer schon länger mit den Behörden in Kontakt steht. 

WAS FORDERN VERBRAUCHERSCHÜTZER?

Jungbluth fordert, dass das KBA für das Software-Update eine Garantiezusage von Daimler einfordert. Darauf hatte die Behörde im Fall von Volkswagen nicht bestanden, sodass Kunden im Falle möglichen Mehrverbrauchs oder Motorschäden durch das Update keinen Schadenersatzanspruch haben.