Zu heiß, zu trocken und zu viel Sonnenschein: Die hohen Temperaturen im April und Mai wirkten sich stark auf die diesjährige Spargelsaison aus. Dennoch konnten sich Spargelfreunde über eine besonders ertragsreiche Spargelernte freuen: "Die Saison begann mit Anfang April etwas später als im vergangenen Jahr", sagte Isabelle Bohnert vom Verband Süddeutscher Spargel- und Erdbeeranbauer (VSSE). Die hohe Erntemenge ist der fehlenden Kältephase Anfang April geschuldet, die erstmals deutschlandweit ausblieb.

Die geerntete Menge wird nach Schätzung der Bundesvereinigung der Erzeugerorganisationen Obst und Gemüse mindestens auf Vorjahresniveau liegen: 2017 wurde die Rekordmenge von rund 11 300 Tonnen in Baden-Württemberg geerntet. Deutschlandweit wurden 127 800 Tonnen in den deutschen Anbaugebieten erwirtschaftet. "Die Nachfrage in Baden-Württemberg war bei den Konsumenten in den ersten Wochen sehr gut, ließ aber mit den heißen Temperaturen und zu Saisonende etwas nach", sagte Simon Schumacher, Vorstandssprecher des Verbandes im Hinblick auf die diesjährige Ernte.

Die sommerlichen Temperaturen rückten den Erntezeitpunkt der frühen und späten Spargelsorten zusammen. Die hohen Tageserntemengen führten dazu, dass die pflanzenbaulich vertretbare Erntemenge- und dauer bereits frühzeitig erreicht war: "Die große Menge war die Herausforderung dieser Saison", resümiert Ludger Aldenhoff, Spargelberater in Süddeutschland. In Nord- und Ostdeutschland hatten die Spargelerzeuger zusätzlich mit extremer Trockenheit zu kämpfen.

Was besonder die Verbraucher gefreut haben dürfte, ist die negative Preisentwicklung der aktuellen Spargelsaison. Der durchschnittliche Verbraucherpreis rutschte bis auf 5,48 Euro pro Kilo und war somit so niedrig wie seit Jahren nicht mehr. 2017 kostete das Kilo in Baden Württemberg im Schnitt noch acht Euro. Laut Agrarmarkt Informations-Gesellschaft ließen Angebotsaktionen den durchschnittlichen Preis im Vergleich zu den beiden Vorjahren schnell und stark sinken. Nach Pfingsten sind die Preise wieder etwas gestiegen, lagen aber im Mittel noch unter sechs Euro und damit unter dem Vorjahresniveau.

Obwohl die Spargelzeit noch bis zum 24. Juni läuft, haben erste Spargelerzeuger ihre Saison im Juni vorzeitig beendet. Jedoch konnten einige Felder nicht abgeerntet werden, da nicht genügend Hilfskräfte verfügbar waren: "90 Prozent der Landwirte haben in einer Umfrage angegeben, dass es für die Ernte zu wenig Saisonhilfskräfte gab", erklärt Bohnert. "Die Saison war stressig und eine hohe belastung für die Arbeitskräfte."

Die Situation könnte sich in der kommenden Saison weiter verschlechtern, denn für 2019 ist die Rückkehr zur zwei Monate-Regelung geplant. Der VSSE sieht in diesem Punkt bereits seit Jahren Handlungsbedarf. Um die Situation nicht zusätzlich zu verschärfen, setzt er sich für die Beibehaltung der drei Monate-Regelung für die kurzfristige, sozialversicherungsfreie Beschäftigung ein.