McDonald tut es, Kaufland ist mit von der Partie, Rewe ebenso, auch Nestlé ist eingestiegen – und demnächst wird ein 100-prozentiges Tochterunternehmen der genossenschaftlich organisierten Freiburger Schwarzwaldmilch-Gruppe auf den Veggie-Zug springen. Jetzt präsentierte das Management der neu gegründeten „Black Forest Nature GmbH“ das Geschäftsmodell. Demnach stellt das Start-up mit Sitz in Offenburg in der Mitte des ersten Quartals 2020 – zunächst in Baden-Württemberg – unter dem Markennamen „Velike!“ ein Sortiment an veganenen Bio-Getränken auf Hafer-Basis in die Handelsregale. Die Produktneuheit sei bereits für zahlreiche Märkte im gesamten Südwesten gelistet, sagte Marketingchefin Carolin von Ehrenstein.

Steigende Nachfrage

Andreas Schneider, Schwarzwaldmilch-Chef und Geschäftsführer des jungen Unternehmens, sprach von einer stark zunehmenden Nachfrage nach Haferdrinks. Ausgehend von einem noch überschaubaren Mengenniveau betrage das Wachstum 5 Prozent, Tendenz steigend. „Das ist keine kurze Modeerscheinung“, ist Schneider überzeugt. „Die Ernährungsgewohnheiten verändern sich derzeit rasant.“ Neben Bio und Regionalität hätten Verbraucher ihre Vorliebe für pflanzliche Milchalternativen entdeckt.

Auch Flexitarier im Blick

Ohnehin dominiert Deutschland den veganen Markt, stellt der international agierende gemeinnützige Verein ProVeg (Berlin) fest. Hierzulande gebe es mehr vegane Produktneuheiten als in jedem anderen europäischen Land. Dem Marktforschungsunternehmen Mintel zufolge kamen zwischen Juli 2017 und Juni 2018 rund 15 Prozent der weltweit neuen veganen Produkte aus Deutschland. Etwa 8 Millionen Menschen ernährten sich hier mit Verzicht auf Fleisch (vegetarisch). Weitere 1,3 Millionen lehnten jegliche Zutaten tierischen Ursprungs ab, beispielsweise Milchprodukte. Das Start-up peilt aber auch die Zielgruppe der Flexitarier an. Laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung lehnen letztere Massentierhaltung ab, möchten die Umwelt schützen, ihre Gesundheit fördern, aber nicht ganz auf Fleisch verzichten.

„Auf Entwicklungen reagieren“

Noch verzeichnet Schwarzwaldmilch laut Schneider Zuwachsraten von zuletzt 12 Prozent. Der allgemeine Branchentrend aber sei rückläufig. „Deshalb muss man beizeiten auf solche Entwicklungen reagieren.“ Dies hätten auch die rund 1000 genossenschaftlich organisierten Milchbauern in der Gruppe erkannt.

Verarbeitung in Offenburg

Und warum Haferdrinks? „In unserer Region wächst Soja nicht in der Qualität, die wir wollen“, sagte Geschäftsleiter Andreas Helm. Für die Zukunft schließt der technische Leiter Waldemar Wilt aber nichts aus. Verarbeitet werde das Haferprodukt am Schwarzwaldmilch-Standort in Offenburg. Die Grundstoff-Vorgaben seien: Bio aus der Region, nachhaltig angebaut. Außerdem sollen die Drinks weitgehend naturbelassen bleiben, etwa ohne Zucker. Die Abfüllung in Tüte oder Flasche erfolge in Freiburg. Alle Prozesse würden streng getrennt von der Milchproduktion.