Es sei ein guter Tag für seine Gemeinde, hat der Bad Säckinger Bürgermeister Alexander Guhl das Aus für das milliardenschwere Kraftwerksprojekt in Atdorf kommentiert. Beim Blick auf die Verhältnisse vor Ort mag die Einschätzung stimmen. Aber ist es auch ein guter Tag für das große Ganze? Für das Land? Für die Energiewende? Ganz im Gegenteil.

Dass Projekte wie das Pumpspeicherkraftwerk in Atdorf scheitern, ist eine Katastrophe. Und es ist ein Offenbarungseid für die Politik, die einerseits gebetsmühlenhaft betont, wie wichtig der Umstieg Deutschlands auf erneuerbare Energien ist, die aber andererseits durch Fehlanreize den Bau flankierender Vorhaben wie im Hotzenwald erschwert.

Dabei ist unstrittig, dass deutlich mehr Ökostrom ohne mehr Speicher nicht gehen wird. Dass entsprechende Kraftwerke überall in der Republik scheitern und nicht in alternative Technologien investiert wird, zeigt, wie unausgegoren und politisch undurchdacht das Projekt der Energiewende nach wie vor ist.