Sie sind heiß begehrt, aber kaum zu bekommen: Reinigungskräfte, die einem bei der Haushaltsarbeit zur Seite stehen. Sollen sie dann auch angemeldet sein, wird es noch schwerer: Viele Putzhilfen arbeiten am liebsten schwarz. Und so lässt sich mancher Suchende trotz eines unguten Gefühls auf unlautere Abrechnungsmodelle ein, um überhaupt jemanden zu bekommen. Die Gefahr, erwischt zu werden, liegt dabei im Promillebereich, wie Experten wissen. Denn zum einen ist der Schutz der Privatsphäre ein sehr hochrangiges Rechtsgut, so dass die Kontrolleure nicht einfach an der Wohnungstüre Einlass begehren können. Zum anderen fehlen dem zuständigen Zoll schlicht die Kapazitäten. Damit die Beamten ausrücken, müsste der Hinweisgeber deshalb schon genau sagen, wo und wann sich der Betreffende etwas bar auf die Hand dazuverdiene, berichtet Thomas Meister, Sprecher des Hauptzollamts München.

Mehr als 3,3 Millionen Haushalte

Dominik Enste vom Institut der deutschen Wirtschaft Köln (IW) kann die Größenordnung der Schwarzarbeit bei Putzhilfen im privaten Bereich beziffern: 88,5 Prozent der deutschen Haushalte mit einer Reinigungskraft lassen ihr Bad illegal schrubben. Wie Enste ermittelte, beschäftigten 2017 mehr als 3,3 Millionen Haushalte gelegentlich oder regelmäßig eine Hilfe – knapp 2,9 Millionen davon schwarz.

Einfache Anmeldung

Dabei hat der Gesetzgeber versucht, Putzfrauen – etwa 90 Prozent der angemeldeten Reinigungskräfte im Privathaushalt sind weiblich – durch die steuerliche Absetzbarkeit von haushaltsnahen Dienstleistungen und eine einfache Anmeldung bei der Minijobzentrale aus der Schattenwirtschaft herauszuholen. Doch was die meisten Arbeitnehmer für sich selbst völlig selbstverständlich in Anspruch nehmen – etwa Rentenbeiträge oder Lohnfortzahlung im Krankheitsfall – gestehen sie ihrer gern gönnerhaft genannten „Perle“ oftmals ungern zu.

Das könnte Sie auch interessieren

Doch es sind bei weitem nicht nur unwillige Auftraggeber, die ihre Raumpfleger nicht anmelden wollen: Oft sind es auch die Haushaltshilfen selbst, die das Geld lieber ohne Abzüge einstreichen. „Die haben vielfach keinen Anreiz, da sie bei Krankenversicherung ihres Mannes mitversichert sind und eh nicht über die Mindesteinzahlung bei der Rente hinauskommen“, erläutert Enste. Seiner Recherche nach sei es deshalb vielerorts „nahezu unmöglich“, eine Putzkraft zu finden, die sich anmelden lasse.

Nachfrage steigt

Dabei nimmt die Nachfrage weiter zu – schon deshalb, weil die Erwerbstätigenquote laut Statistischem Bundesamt seit 2005 von 65 Prozent auf 76 Prozent im vergangenen Jahr gestiegen ist. Das heißt, mehr Menschen arbeiten, vor allem auch mehr Frauen. Und da einer Studie zufolge noch immer bei acht von zehn Paaren die Frau alleine die Wohnung putzt, wären viele für eine Unterstützung dankbar.