Wer vor dem Hauptsitz der Nexus AG in Donaueschingen steht, der sucht zunächst vergeblich nach einer Klingel. Stattdessen hängt rechts neben dem Eingang ein modernes Touchscreen, über das man mit dem Empfang Kontakt aufnehmen kann. Kein Wunder, Nexus ist ein Digitalunternehmen der ersten Stunde. Schon 1989, als das Internet im Alltag der Menschen noch keine Rolle spielte, wurde die Firma gegründet. Anfangs – als das Nexus noch ein 7-Mann-Unternehmen war – ging es noch um Archivierungsdienstleistungen aller Art.

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Gut zehn Jahre später entschied sich das Unternehmen nach einer Finanzspritze von Investoren, ausschließlich Software-Lösungen für das Gesundheitssystem zu entwickeln. Im Jahr 2000 – auf dem Höhepunkt des Neuen Marktes – ging Nexus an die Börse. Seitdem ging es stetig bergauf. Hätte der Konzern am Anfang noch einen Börsenwert von 40 Millionen Euro, so sind es heute 510 Millionen Euro. Auch die Mitarbeiterzahl steigerte sich von Jahr zu Jahr. Heute sind fast 1300 Menschen für Nexus tätig – davon 180 in Donaueschingen und 20 in Singen. Neben Standorten in deutschen Großstädten wie Berlin, Frankfurt oder München kamen im Laufe der Jahre auch Auslandsstandorte in Spanien, Frankreich, den Niederlanden und Polen hinzu.

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Erfolgskritisch für den Aufstieg der Nexus AG war, dass der Konzern schon früh auf das Boom-Thema Gesundheit gesetzt hat. Vor allem aufgrund der demografischen Entwicklung rollt der Rubel in diesem Segment. Und in der Digitalisierung von bisher analogen Prozessen in Krankenhäusern und Pflegeheimen steckt viel Potenzial. „Die technischen Möglichkeiten sind noch längst nicht ausgereizt“, sagt Nexus-Chef Ingo Behrendt.

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Dabei setzt das Unternehmen vor allem auf eine Vernetzung der Patientendaten in Krankenhäusern – daher auch der Unternehmensname Nexus, der aus dem lateinischen stammt und mit Verbindung übersetzt werden kann. Patientendaten sollen so sparsam wie nötig erhoben und in einer digitalen Patientenakte gebündelt werden, so dass keine Doppelerfassung mehr nötig sind. Das erspart dem Patienten unter Umständen unnötige Röntgenaufnahmen. Und Ärzte und Krankenschwester können sich wieder um ihre eigentliche Arbeit statt um lästigen Papierkram und Dokumentationen kümmern.

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Im Idealfall ist so auch kein Ausdrucken von Patientendaten mehr nötig. So hat in diesem Jahr das Arona Klinikum in Berlin mit Hilfe von Nexus-Software alle Prozesse digitalisiert. Statt Papier setzt man dort nun auf Tablets. „Die Digitalisierung in Krankenhäusern macht sich schnell bezahlt. Man spart nicht nur Papier, es fällt auch der gesamte Aktentransport weg und die Arbeit wird erleichtert“, sagt der Betriebswirt und Informatiker Behrendt.

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Und anders als viele denken, seien digitale Daten sicherer als bedrucktes Papier. „Der Datenschutz ist für uns erfolgskritisch“, sagt der 53-Jährige gebürtige Hamburger, der seit dem Jahr 2000 im Unternehmen ist. Zudem eröffnet die Digitalisierung auch in der Diagnose neue Möglichkeiten. So können Algorithmen in einer Vorstufe von Künstlicher Intelligenz Bilddaten analysieren und so dem behandelnden Arzt erste Hinweise auf eine mögliche Erkrankung geben. Auch hierfür hat Nexus Lösungen parat.

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Für die Zukunft hat sich das Unternehmen hohe Ziele gesteckt. Bis 2022 soll der Umsatz von aktuell 136 Millionen Euro auf 220 Millionen Euro steigen. Das Gewinnziel für 2022 liegt bei 50 Millionen Euro.

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