Friedrichshafen – Die European Outdoor Group (EOG), Verband der Outdoor-Branche und Veranstalter der Messe Outdoor, hat ihren Vertrag mit der Messe Friedrichshafen gekündigt. 2018 findet der Branchentreff noch in Friedrichshafen statt, an welchem Messestandort die Outdoor ab 2019 zu finden sein wird, ist derzeit offen. Sowohl die Messe Friedrichshafen als auch die EOG bestätigten die Kündigung und die Neuausschreibung der Outdoor.

Arne Strate, Sprecher der EOG, erläuterte auf Nachfrage des SÜDKURIER die Hintergründe: „Das Konzept der Messe muss überarbeitet werden“, betonte er. Schon lange sei die Outdoor keine reine Ordermesse mehr, sondern müsse sich Veränderungen unterziehen. „Wir müssen unsere Ausrichtung gewissermaßen updaten“, so Strate weiter. Das habe auch eine Umfrage innerhalb der gesamten Branche ergeben. Welche Messen mit Friedrichshafen konkurrieren, kann Strate noch nicht sagen, da es noch keine Bewerberliste gibt.

Möglichkeiten in ganz Europa?

Für Stefan Reisinger, Bereichsleiter der Outdoor bei der Messe Friedrichshafen, ist die Kündigung noch kein Grund zur Besorgnis: „Die EOG hat den Outdoor-Vertrag gekündigt, um sich in der Erarbeitung von neuen Branchenvisionen frei zu machen von allen Zwängen. Für zukünftige Ausrichtungen prüft die EOG nun Konzeptvorschläge von mehreren Messeveranstaltern aus ganz Europa.“ Reisinger ist optimistisch, dass ein neuer Vertrag „mit frischen Impulsen“ zustande kommt. Insider sprechen allerdings davon, dass die Chancen für Friedrichshafen etwa fünfzig zu fünfzig stehen.

Vaude-Geschäftsführerin Antje von Dewitz ist Vorstandsmitglied der EOG. Die Unternehmerin aus Tettnang spricht sich für einen Verbleib der Outdoor in Friedrichshafen aus. Trotzdem gehe es aber aus Branchensicht um das zukunftsfähigste Konzept. Wichtig sei es, dass die Messe Outdoor attraktiv bleibe – und zwar für die Marken, die Händler und die Medien. „Wir brauchen einen Mehrwert auf vielen Ebenen. Die Messe muss am Puls der Zeit bleiben, muss widerspiegeln und Antworten auf das geben können, was den Outdoormarkt bewegt“, sagte Antje von Dewitz.

Problematisch für den Standort Friedrichshafen ist vor allem die Infrastruktur: Die Messe ist für den Verkehr schlecht angebunden, der Flughafen bietet derzeit nur eine innerdeutsche Verbindung nach Frankfurt und es ist für Aussteller und Besucher schwierig, Übernachtungsmöglichkeiten in der Nähe zu finden. Messe-Projektleiter Stefan Reisinger weiß um die Probleme. „Dieses Thema stellt sicherlich eine Herausforderung dar“, so Reisinger. Auf die Frage, was ein Verlust der Outdoor für die Messe Friedrichshafen bedeuten würde, bleibt er vage. „Die Outdoor ist im Messeportfolio von großer Bedeutung“, heißt es zurückhaltend. Auf der Messe ISPO in München will die EOG im Januar 2018 ihre Entscheidung bekannt geben.