Mit einem klaren Bekenntnis zum Qualitätsjournalismus will das neue Führungsduo des SÜDKURIER Medienhauses den Erfolg der vergangenen Jahre weiter ausbauen. Sorgfältiger und unabhängiger Journalismus, der die Region in den Mittelpunkt stelle, gehöre zu den ehernen Grundsätzen des Verlagshauses, sagte Michel Bieler-Loop.

Feierliche Stabübergabe

Zusammen mit seinem Kollegen Peter Selzer hat er die Geschäftsführung des süddeutschen Leitmediums Anfang Oktober von Rainer Wiesner übernommen, der das Haus seit 23 Jahren führte.

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Die feierliche Stabübergabe an der Spitze des 700-Mitarbeiter-Unternehmens fand am Freitag vor rund 400 Gästen aus Politik, Kultur und Wirtschaft im Konstanzer Konzil statt.

Journalisten müssten unbequem, vielleicht noch unbequemer als bisher sein, sagte der neue SÜDKURIER-Co-Geschäftsführer Selzer. Eine „klare und kritische publizistische Stimme sowie die Mitarbeit am demokratischen Willensbildungsprozess“ sei eine der Voraussetzungen, auch im Jahr 2030 noch erfolgreich zu sein. „Das ist unsere Kernfunktion“, sagte Selzer.

Video: Benjamin Burgard

Dafür erhält das SÜDKURIER-Führungsduo auch Unterstützung vom Augsburger Mutterkonzern, der Mediengruppe Presse-Druck. Zu ihr gehört beispielsweise die „Augsburger Allgemeine„. „Die freie Presse hat gesellschaftliche Bedeutung. Deren Aufgabe ist heute wichtiger denn je“, sagte Pressedruck-Geschäftsführer Andreas Scherer und erntete mit dieser Aussage Zustimmung im Publikum.

Konsequenter Auf- und Ausbau digitaler Angebote

Zu klassischen journalistischen Werten muss in der heutigen Medienwelt aber Neues hinzukommen, um den Erfolg zu sichern. Dazu zählt das neue Führungsduo den konsequenten Auf- und Ausbau digitaler Angebote für hunderttausende Leser im süddeutschen Raum.

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Aktuell befinde man sich „mitten in der Transformation zum digitalen Medienhaus„ mit hohen zweistelligen Wachstumsraten bei digitalen Angeboten pro Jahr.

„Da zählen wir zu den Besten in Deutschland„, sagte Bieler-Loop. Gleichzeitig seien die Herausforderungen hoch, am Ball zu bleiben. „Wir haben die Kraft, den Sprung ins Digitale zu schaffen“, betonte auch der scheidende Geschäftsführer Wiesner.

Erfolge im digitalen Bereich

Unter der Ägide des heute 55-Jährigen hatte sich der SÜDKURIER von einem reinen Zeitungshaus zu einem breit aufgestellten Unternehmen gewandelt. Heute erwirtschaftet es noch rund 50 Prozent der Umsätze mit klassischen Print-Produkten, deren Flaggschiff die in Konstanz erscheinende Tageszeitung ist.

Video: Burgard, Benjamin

Dies stellt einen im Branchenvergleich sehr hohen Diversifikationsgrad dar und gilt gemeinhin als Ausweis für Zukunftsfähigkeit. Ergänzend kommt mittlerweile ein breites Angebot an digitalen Nachrichten- und Dienstleistungsprodukten, Logistikunternehmen, zwei Druckereien, Beteiligungen und Kooperationen mit anderen Medienhäusern hinzu.

Für seine Erfolge im digitalen Bereich werde der SÜDKURIER in der Medienbranche mittlerweile „bestaunt und geachtet“, sagte Wiesner.

Wiesner sagt augenzwinkernd ade

In einer augenzwinkernden Abschiedsrede betonte der scheidende Geschäftsführer die Bedeutung des Faktors Mensch bei der Bewältigung der anstehenden Transformationsprozesse.

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In der Rückschau sei dies immer das Wichtigste gewesen, sagte er. Seinen beiden Nachfolgern vertraue er „blind“, sagte Wiesner auf die Frage von SÜDKURIER-Chefredakteur Stefan Lutz, was das neue Führungsduo für ihre Jobs qualifiziere. Es seien beides Familienväter, sie hätten sich seit Jahren im Haus in Führungspositionen bewährt und seien in der Branche als Experten weithin akzeptiert.

Zudem spreche ihre regionale Verbundenheit für Bieler-Loop und Selzer. „Es ist wichtig, dass bei regional verwurzelten Unternehmen nicht dauernd Manager von außen eingefolgen werden“, sagte er unter dem Beifall der Gäste.