Mehr Geld, mehr Flexibilität bei den Arbeitszeiten – für die knapp vier Millionen Metall-Beschäftigten bundesweit können sich die Ergebnisse der wochenlangen Tarifverhandlungen sehen lassen. Zu anfänglich gut vier Prozent mehr Lohn, einem tariflich vereinbarten Aufschlag in der Zeit danach und der Möglichkeit, die Arbeitszeiten für maximal zwei Jahre auf 28 Stunden zu senken, kommt noch ein Freizeit-Zuschlag von acht Tagen. Für diesen können sich die Werker entscheiden, wenn Sie auf etwas Geld verzichten.

Das gute Ergebnis aus Arbeitnehmersicht ist Ausdruck der sich wandelnden Machtverhältnisse am Arbeitsmarkt. Die Branchen, die es sich leisten können, haben erkannt, dass sie etwas tun müssen, um für Mitarbeiter attraktiv zu bleiben, wollen sie die Fachkräfteversorgung langfristig sichern. Die IG Metall ist insofern auch kein Vorreiter. Bereits bei der Bahn und in der Chemiebranche, existieren ähnliche Tarifverträge, die den Beschäftigten die Wahl zwischen mehr Geld oder mehr Freizeit bei gleichzeitig hoher Flexibilität und Selbstbestimmung des Arbeitstages lassen.

Der aktuelle Abschluss entfaltet daher auch Wirkung über die Metallbranche hinaus. Insbesondere Branchen, in denen die Mitarbeiter bislang weniger gut wegkommen, müssen sich langsam fragen, was sie tun wollen, um die Beschäftigung in ihren Feldern auf Dauer zu sichern. Und insbesondere wie sie bei Berufseinsteigern attraktiv bleiben wollen. Der Kampf um die Mitarbeiter ist voll entbrannt. Das hat der Metallabschluss klar verdeutlicht.