Was hat die Landwirtschaft mit dem Automobilbau, den Banken oder dem Krämerladen um die Ecke gemeinsam? Ihr Geschäftsmodell steht gehörig unter Druck. Zwar nicht durch die Digitalisierung, die immer mehr Branchen aufreibt, wohl aber durch den Klimawandel, der ebenfalls zerstörerische Wirkungen zeitigt. Was also tun? Die einzige Möglichkeit, die die Bauern haben, ist es, sich den dramatischen Umwälzungen von Wetter und Klima anzupassen. Sie müssen mit neuen Sorten und Anbaumethoden experimentieren. Und sie müssen den technischen Fortschritt effizient nutzen, um ihre Erträge zu sichern. Die Alternative wäre, bei jeder Dürre, bei jedem Starkregen oder Hagelschlag nach Staatshilfen zu rufen.

Das würde den Ruf der Bauern, der durch Massentierhaltung, Überdüngung und starke Bodennutzung bereits angekratzt ist, weiter beschädigen. Und es würde dem Selbstverständnis einer Branche widersprechen, die am liebsten alles in die eigene Hand nimmt. Das muss auch in Krisenzeiten gelten.