Eigentlich lief es gar nicht schlecht beim Lebensmittel-Lieferdienst Foodo. Die Auftragseingänge sind Monat für Monat um 25 Prozent gestiegen. Seit Dezember hat sich der Umsatz verdreifacht. Und wenige Monate hätten ausgereicht, um mit dem Umsatz alle variablen Kosten zu decken, sagt Unternehmensgründer Hauke Hansen. Schon im nächsten Jahr hätte das Unternehmen profitabel werden können. „Es gibt bei uns auch viel Licht“, sagt Hansen. Doch das Wachstum des Unternehmens reicht potentiellen Investoren bisher nicht aus. Da das Eigenkapital knapp wird, ringt Foodo um seine Zukunft.

„Leider ist es uns bisher nicht gelungen, Investoren zu finden, die bereit sind, das für das weitere Wachstum der Foodo notwendige Kapital zur Verfügung zu stellen“, schreibt das Unternehmen in einer E-Mail an seine Kunden. „Sollte es uns nicht gelingen, in den nächsten Wochen unsere weitere Finanzierung sicherzustellen, werden wir voraussichtlich im Mai unseren Verkauf einstellen müssen“, so das Unternehmen weiter.

Es gibt noch Hoffnung

Schon jetzt füllt Foodo sein Lager nur noch eingeschränkt auf. Einige der 12 Mitarbeiter werden freigestellt. Die Marketing-Ausgaben wurden radikal gekürzt. Und Foodo-Kunden können derzeit Produkte zu vergünstigten Konditionen bestellen oder abholen – so lange der Vorrat reicht.

Doch aufgegeben hat Foodo-Chef Hauke Hansen noch nicht. Noch immer hat er Hoffnung, einen Investor zu finden. „Wir fahren den Geschäftsbetrieb herunter und bezahlen unsere Rechnungen“, erklärt Hansen, der das ganze Startkapital aus eigenen Mitteln finanziert hat. Seine Aufgabe in den nächsten Wochen sei es, potentielle Investoren davon zu überzeugen, das sein Geschäftmodell trotz geringer Gewinnmargen über ein großes Umsatzwachstum profitabel sei. „Was dem Lebensmittelhandel an Gewinnmarge fehlt, macht er durch Umsatzpotential mehr als wett“, schreibt das Unternehmen auf seiner Internetseite an potentielle Investoren gerichtet. Mit mehr Kapital sei es möglich, das Angebot auf weitere mittelgroße Städte oder auf die Schweiz auszudehnen.

Die Kundenbasis, derzeit etwa 600 Menschen, seien jedenfalls sehr zufrieden mit dem Service von Foodo, betont Hansen. Gerne würde er weiter am Service feilen und in eine Verbesserung der Software investieren – doch dazu braucht er Kapital von außen.

Unabhängig davon, wie es mit Foodo weitergeht, sieht er das Projekt nicht als Misserfolg. „Es war eine spannende Herausforderung und ich bin stolz auf unsere Leistung. Ich kann jeden nur ermutigen, selber ein Unternehmen zu gründen“, sagt Hansen. Allerdings sei Deutschland ein Entwicklungsland was die Gründungskultur betrifft. Gerade die Bodenseeregion schöpfe ihr Potenzial nicht aus.