Ein Konsortium aus baden-württembergischer Industrie und Forschung will eine Solarzelle mit bislang einzigartigen Eigenschaften marktreif machen. Man entwickle die nächste Generation hocheffizienter Solarzellen mit einem potenziellen Wirkungsgrad „oberhalb 30 Prozent“, sagte Ulrich Paetzhold vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT).

Auch Infrarotstrahlung soll in Energie umgewandelt werden

Die Spezial-Solarzelle soll aus zwei Schichten aufgebaut werden, die sowohl das sichtbare Sonnenlicht als auch Infrarotstrahlung in Energie umwandelt. Zum Einsatz soll dabei eine Art Wundermaterial kommen – Perowskit. In den Halbleiter, der bislang etwa in Leuchtdioden oder Supraleitern zum Einsatz kommt, setzt die deutsche Branche viel Hoffnung.

Grätzel-Solarzelle brachte den Durchbruch

2015 gelang es einem Forscherteam um den Chemiker Michael Grätzel, die Energieausbeute der Perowskit-Zelle erheblich zu steigern. Seitdem ist das Material, dessen Eigenschaften selbst Fachleuten lange unbekannt waren, angesagt. Perowskit ist vergleichsweise einfach zu verarbeiten und lässt sich vor allem als eine Art Film auf Oberflächen auftragen. So sind theoretisch flexible Solarzellen möglich.

Auch Maschinenbauer Manz beteiligt

Wichtige Grundlagenforschung hat etwa das Stuttgarter Forschungsinstitut ZSW geleistet, das ebenfalls an dem aktuellen Solar-Projekt beteiligt ist. Im industriellen Maßstab getestet werden soll die Zelle durch das chinesisch-deutsche Konsortium Nice aus Schwäbisch Hall, das aus den Trümmern des ehemaligen Solarablegers der Schraubenfirme Würth hervorgegangen ist und dem auch der Reutlinger Maschinenbauer Manz angehört.

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