Immer mehr Textilhersteller steigen durch die Ausbreitung des Coronavirus in die Herstellung von Mundschutzmasken ein. Auch der Unterwäschehersteller Mey aus Albstadt auf der Schwäbischen Alb hat die Produktion der Schutzmasken gestartet – aufgrund der „enormen Nachfrage nach medizinischen Produkten“, wie das Unternehmen mitteilt.

Die Fertigung von Wäschestoffen sind damit in Teilbereichen umgestellt worden. Laut Geschäftsführer Matthias Mey konnten die Masken jedoch aufgrund der kurzfristigen Entscheidung „weder medizinisch getestet noch zertifiziert werden.“ Sie sollen außerdem nicht der allgemeinen Bevölkerung, sondern „ausschließlich institutionellen Einrichtungen, wie beispielsweise Krankenhäusern, Pflegediensten“ zur Verfügung gestellt werden.

Bild: Mey

Dabei werde auf die Funktionalität der Produkte hingewiesen, die keinen Ersatz für Atemschutzmasken der Schutzklassen FFP2 oder FFP3 bieten, „welche noch dringender im direkten Kontakt mit Covid-19-Patienten benötigt werden.“ Masken dieser Schutzklassen werden vom Robert-Koch-Institut medizinischem Personal beim Umgang mit Infizierten empfohlen.

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Noch mehr Textilfirmen wagen den Schritt

Gleich verhält es sich beim schwäbischen Bekleidungshersteller Trigema, der bereits Mitte März an ersten Schnittmustern arbeitete und dem Ende der vergangenen Woche nach eigenen Angaben bereits Aufträge für mehr als 200.000 Stück von Kliniken, Pflegeheimen, Behörden und anderen Einrichtungen vorlagen. Auch sie erfüllen nicht die Schutzklassen FFP2 und FFP3 und sind laut Trigema-Geschäftsführer Wolfgang Grupp beispielweise für Pflegepersonal, Firmen, Behörden und ähnliches gedacht.

Weitere Textilfirmen, die ebenfalls seit neuestem Mundschutzmasken herstellen, sind etwa der Matratzenhersteller Breckle aus Weida in Thüringen und das Bekleidungsunternehmen Eterna aus Passau.

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Sogar aus SÜDKURIER-Verbreitungsgebiet soll es bald Mundschutzmasken geben: Die Firma Geiger Textil aus Bad Säckingen will in wenigen Wochen Schutze aus einem sogenannten Polyesterfunktionsgewebe und aus Baumwoll-Polyester-Gewebe anbieten.

Die Schiesser Gruppe aus Radolfzell hat beschlossen, freiwerdende Näh- und Produktionskapazitäten Drittfirmen zur Verfügung zu stellen, die Schutzmasken oder Schutzbekleidung herstellen können. Einer der Nähbetriebe von Schiesser in der Slowakei sei bereits durch einen Staatsauftrag zur Produktion von Schutzmasken ausgelastet.

Auch die Automobilbranche steigt mit ein

Und nicht nur Textilhersteller steigen in die Produktion von Mundschutz ein: Der Autolieferer ZF stellt seit Anfang März Schutzmasken für seine Arbeiter in China her, wo das Tragen Pflicht ist. Auch der bayrische Zulieferer Zettl Automotive hat das neue Geschäftsmodell für sich entdeckt. Die fertigen Masken sollen vom THW an Kliniken, Arztpraxen und Pflegeeinrichtungen verteilt werden.

Und auch weitere Unternehmen schlagen durch das Coronavirus neue Wege ein: Der Autozulieferer Prevent will etwa Schutzbekleidung für Ärzte und Helfer herstellen, Volkswagen Hersteller von Medizintechnik wie Beatmungsgeräten mit dem Bau und der Zulieferung von Teilen unterstützen.