Konstanz – Ein Start-up, das anderen Start-ups auf die Sprünge hilft: Kann so etwas funktionieren? Ja, sagen Moritz Meidert, Judith Winkler und Franz Sauerstein vom Gründerschiff aus Konstanz. Denn genau das tut ihr neu gegründetes Unternehmen. „Man muss nicht ein gewisses Alter haben, um sich im Bereich Gründung auszukennen“, sagt die 33-jährige Judith Winkler, die beim Gründerschiff für das Marketing und die grafische Umsetzung von Geschäftsideen zuständig ist. Ähnlich sieht es Moritz Meidert, ebenfalls 33 Jahre alt. „Ich war in meinem ganzen Leben noch nie angestellt und bringe die Erfahrung von eigenen Gründungen mit“, sagt der studierte Jurist und Wirtschaftswissenschaftler.

Die Grundidee der im Technologiezentrum Konstanz angesiedelten Neugründung ist es, Gründer umfassend bei der Entwicklung und Umsetzung ihrer Geschäftsidee zu helfen. Von der Entwicklung eines Business-Plans über die Wahl der richtigen Rechtsform bis zur Suche nach Investoren begleitet das Gründerschiff junge Unternehmen – im Idealfall sogar über mehrere Jahre hinweg. Auch bei der Bewerbung für Fördermöglichkeiten hilft Gründerschiff. „Kein Gründer kann alles. Wir wollen Gründern helfen, typische Fehler bei der Gründung zu vermeiden“, sagt Meidert. Die Herausforderung für sein Unternehmen sei, sich jeden Tag in neue Geschäftsmodelle reinzudenken.

Die erste Beratung ist grundsätzlich kostenlos. Jede weitere Beratung kostet 100 Euro pro Stunde. Aktuell hat Gründerschiff 20 Kunden aus den verschiedensten Branchen. Um wachsen zu können, braucht Gründerschiff noch weitere Investoren. Bisher haben Hauke Hansen, der Gründer des Online-Supermarkts Foodo, ein Steuerberater und der Vater eines Gesellschafters in das Unternehmen investiert. Im zweiten Quartal 2017 will Gründerschiff die Gewinnschwelle erreichen.

Die Schiff-Metapher hat das Gründerschiff im Übrigen bewusst gewählt. „Ein Unternehmen zu gründen ist wie eine Schifffahrt. Das Ziel ist unbekannt und man bricht auf zu neuen Ufern“, so Meidert. So nennt sich Geschäftsführer Meidert auf seiner Visitenkarte Kapitän, Judith Winkler ist die Bootsmännin und Franz Sauerstein, der an der HTWG Wirtschaftsingenieurwesen studiert, ist der Bordingenieur.

Start-up

Ein junges Unternehmen wird oft als Start-up bezeichnet, wenn es eine innovative Geschäftsidee hat und mit dem Ziel gegründet wird, schnell zu wachsen. Gerade in der Digitalbranche sind diese Start-ups ein Treiber von Innovationen. So sind Unternehmen wie Google, Facebook oder Twitter allesamt als Start-up gestartet. (td)